Viereinhalb Jahre Zuchthaus im Leukerbad-Strafprozess
publiziert: Montag, 1. Dez 2003 / 20:30 Uhr

Leuk - Im Leukerbad-Strafprozess hat das Kreisgericht Oberwallis den früheren Gemeindepräsidenten Otto G. Loretan zu einer Zuchthausstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt. Der mitangeklagte Architekt soll für zweieinhalb Jahre ins Zuchthaus.

Der frühere Gemeindepräsident von Leukerbad, Otto G. Loretan, wurde schuldig gesprochen.
Der frühere Gemeindepräsident von Leukerbad, Otto G. Loretan, wurde schuldig gesprochen.
Loretan wurde in erster Instanz des mehrfachen Betrugs, der mehrfachen ungetreuen Geschäfts- und Amtsführung sowie der Urkundenfälschung schuldig gesprochen. Der Schuldspruch gegen den Architekten erfolgte wegen mehrfachen Betrugs. Die Urteilsbegründung folgt zu einem späteren Zeitpunkt.

Laut Anklage sollen sich Loretan und der befreundete Architekt bei der Überbauung des Gemeindezentrums persönlich bereichert haben. Der Architekt soll mehr als 11 Mio. Franken zuviel kassiert haben, wovon 4,5 Mio. Franken weiter an Loretan flossen.

Mit dem Strafmass blieb das Gericht aber unter den Forderungen des Staatsanwaltes, der für die beiden Hauptangeklagten sechs bzw. viereinhalb Jahre Zuchthaus verlangt hatte. Das Gericht sprach Loretan von den Anklagepunkten Misswirtschaft und Steuerbetrug frei.

Loretans Verteidiger Roland Fux, der auf Freispruch in allen Punkten plädiert hatte, kündigte nach der Urteilsverkündung an, den Fall an das Kantonsgericht weiterzuziehen. Noch offen ist, ob auch der Staatsanwalt Berufung einlegen wird.

Weiter schuldig gesprochen hat das Kreisgericht den ehemaligen Gemeindeschreiber - wegen ungetreuer Amtsführung. Wegen ungetreuer Geschäftsführung zu zwei Monaten Gefängnis bedingt verurteilt wurde ein Ex-Direktor einer Gesellschaft der Gruppe Leukerbad. Freisprüche gab es hingegen für den früheren Gemeindekassier sowie für zwei weitere Ex-Direktoren von Gesellschaften.

(bert/sda)

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