Bob: Weltcup in Igls
Viererbob: Martin Annen fuhr in Igls aufs Podest
publiziert: Sonntag, 9. Dez 2001 / 17:40 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 9. Dez 2001 / 18:56 Uhr

Igls - Martin Annen hat am Samstag in Igls (Ö) doch noch für einen Podestplatz für die Schweiz gesorgt. Er überholte im zweiten Durchgang des Viererbob-Weltcuprennens den Deutschen Matthias Benesch und wurde Dritter.

Vor Annen klassierten sich Andre Lange und Todd Hays, die nach der ersten Fahrt noch zeitgleich gewesen waren.
Der Deutsche, der drei Wochen zuvor schon das Rennen in Lake Placid gewonnen hatte, schlug den Amerikaner schliesslich um drei Hundertstelsekunden.
Christian Reich wurde Siebenter. Damit holte er den zweiten Platz für die Schweiz in der ersten Startgruppe, der durch sein sturzbedingtes Forfait in Lake Placid verloren gegangen war, noch nicht zurück.
Ralph Rüegg löste den in den bisherigen drei Rennen enttäuschenden Reto Götschi im Viererbob-Weltcup ab und wurde mit dem 8. Rang den Erwartungen durchaus gerecht.

Christoph Langen begnügte sich mit dem 6. Rang unmittelbar vor den beiden Schweizern. Am Freitag hatte er das Zweierbobrennen vor Hays, seinem Landsmann Rene Spies, Annen und Reich gewonnen. Mit dem Viererbob schien der bald 40 Jahre alte Deutsche einen Spitzenrang nicht mit letzter Konsequenz anzustreben; darauf lassen die für seine Verhältnisse schwachen Startzeiten (5,09 und 5,10) schliessen.
Langen kam aber auch mit seinem neuen, in einem Rennen vorher noch nie verwendeten Schlitten nicht besonders gut zurecht. Jedenfalls liess der dreifache Saisonsieger auch dem Letten Sandis Prusis (5.) und seinem Landsmann Matthias Benesch (4.) den Vortritt.

Annen-Team mit guten Startzeiten

Martin Annen und seine Hinterleute Silvio Schaufelberger, Beat Hefti und Cédric Grand glänzten mit hervorragenden Startzeiten (zweimal 5,00); besser war nur das Hays-Team mit 4,98 im zweiten Versuch.
Annen blieb indes selbstkritisch: «Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden, mit meinen Fahrten und dem grossen Rückstand nicht.»

Der 27-jährige Schwyzer hatte für Igls nochmals das letztjährige Gerät aus der Garage geholt. Sein neuer Bob wird derweil nach zehn Fahrten einem Feinschliff unterzogen und im nächsten Rennen (am 13. Januar in St. Moritz) wieder eingesetzt.

«Ich habe jetzt bewiesen, dass ich auch über genügend Nervenstärke verfüge», sagte Annen, nachdem er Benesch im zweiten Durchgang vom 3. Platz verdrängt hatte. «Der 4. Rang am Freitag im Zweierbob war ärgerlich. An einer Teamsitzung beschlossen wir, am Samstag alle Register zu ziehen, das heisst mit den stärksten Leute und den besten Kufen anzutreten. Allerdings wäre mehr möglich gewesen, wenn ich so gut gefahren wäre wie im letzten Winter.»

Rüegg fast so stark wie Reich

Christian Reich fuhr seinen neuen Bob und schlug sich mit Steve Anderhub, Guido Acklin und Urs Aeberhard trotz nicht überragenden 50-m-Zeiten (zweimal 5,10) achtbar. «Die Startbahn in Igls bevorzugt die starken Läufer. Uns liegt ein Kraftstart besser. Und die Bahn selber gehört auch nicht zu meinen liebsten», erklärte der 34-jährige Aargauer.
Reich bezeichnete seine Leistungen an den Steuerseilen als «durchschnittlich», geriet darob aber nicht ins Grübeln: «In St. Moritz ist mit uns zu rechnen. Ich bin sicher, dass wir danach auch wieder in der ersten Gruppe vertreten sein werden.»

Ralph Rüegg (27) wurde als Weltcup-Debütant dieses Winters der dritten Startgruppe zugeteilt. Weil die Eisqualität überraschend stabil blieb, erreichte er mit der Nummer 26 mit dem 10. Platz im ersten Durchgang beinahe das Optimum und bestätigte im zweiten (10.) seine Fähigkeiten. «Ich hatte mir zum Ziel gesetzt, zweitbester Schweizer zu werden», sagte der in Pfäffikon SZ wohnende Rüegg. «Das misslang uns zwar um 11 Hundertstel, aber mit meinen Fahrten und den im Schlussteil der Bahn erreichten Spitzengeschwindigkeiten bin ich dennoch zufrieden.»

In einem einzigen Rennen gewann Rüegg neun Punkte mehr als Götschi in dreien (14). Sein Handicap sind (wie bei Reich) die Startzeiten; mit 5,13 und 5,15 blieb er zusammen mit Andy Gees, Daniel Schmid und Elmar Schaufelberger nur knapp über dem Durchschnitt.

Reich Sieger im Preisgeldrennen

Das Kombinationsrennen am Sonntag -- eine Premiere mit je einem Durchgang im Zweier- und im Viererbob um insgesamt 24'000 Franken Preisgeld -- gewann Reich vor dem Russen Jewgeni Popow und Annen.

Der Sieg trug dem Schweizer Team 4'700 Franken ein. Die drei Schnellsten mit dem Boblet waren Lueders, Annen und Reich. Popow gewann anschliessend den Durchgang mit dem schweren Schlitten vor Reich und dem Russen Jewgeni Zubkow. Annen vergab mit einer schlechten Fahrt (6.) einen Schweizer Doppelerfolg.

Teilnahmeberechtigt waren die ersten 20 eines (künstlichen) Gesamtklassements aus den Weltcuprennen am Freitag und am Samstag. Unter den 18 angetretenen Teams fehlten jene von Christoph Langen, Andre Lange und Todd Hays; die Deutschen erachteten den Preisgeldtopf als zu klein, die Überseer wollten so rasch als möglich nach Hause.

(Hans Hug, Igls /sda)

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