Vierschanzentournee: Ammann hat seinen Schalk wieder gefunden
publiziert: Mittwoch, 1. Jan 2003 / 18:14 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 1. Jan 2003 / 20:44 Uhr

(Si) Simon Ammann hat sich praktisch aus dem Nichts zurückgemeldet. Der Doppel-Olympiasieger sprang als Sechster beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen in die Weltspitze.

Der Sieg in einem dramatischen und von vielen Stürzen und Umstürzen geprägten Springen ging überraschend an den 23-jährigen Slowenen Primoz Peterka vor den ex-aequo auf Platz 2 klassierten Andreas Goldberger (Ö) und Adam Malysz (Pol).

Mit leuchtenden Augen und spürbarer Erleichterung gab Ammann im Zielraum der Olympiaschanze bereitwillig Auskunft. "Er hat seinen Schalk wieder gefunden", stellte Trainer Berni Schödler zufrieden fest. Das sei ein gutes Zeichen.

Sein Schützling hatte mit Sprüngen auf 118,5 und 119,5 nach Oberstdorf 2001 (3.) und Garmisch-Partenkirchen 2002 (5.) seine drittbeste Klassierung an der Tournee realisiert und sich im zweiten Umgang noch um drei Plätze nach vorne gearbeitet. Seinen Erfolg realisierte der Toggenburger auf einem letztjährigen Ski-Modell und in einem Anzug, der in der Silvesternacht an den Nähten noch leicht verändert worden war. "Es ist fast wieder so wie frührer", meinte der Schweizer Sportler des Jahres in Anspielung auf seine goldreichen Tage. Das Vertrauen ins Material sei wieder da, eine Blockade habe sich gelöst. Schödler wie auch Ammann sind überzeugt, dass die Topform noch nicht erreicht ist. Insbesondere der Übergang vom Absprung in die Flugphase verlaufe zu ruckartig.

Bereits in der Qualifikation und in den Trainingssprüngen hatte sich der Aufstieg aus dem Wellental abgezeichnet. Für Schödler kommt der Exploit Ammanns nicht überraschend: "Er kann es ja nicht verlernt haben." Man habe im letzten Monat Schritt für Schritt an zahlreichen Details gearbeitet. Jetzt passe das Puzzle wieder zusammen.

Die erste Top-Ten-Klassierung der Saison, die mit 2000 Franken Preisgeld belohnt wurde, hat Ammann in der Tournee-Wertung auf den 16. Zwischenrang gebracht.

Hannawalds Träume endeten im Schnee

Wechselnde Winde gestalteten den Wettkampf auf der kleinsten Tournee-Schanze recht schwierig. Dominator Sven Hannawald verspielte trotz ansprechender Bedingungen bereits im 1. Durchgang als Siebenter seine Siegchancen. Er wird somit bei den Grand-Slam-Events der Skispringer keine neue Rekordmarke aufstellen. Mit dem Gewinn des 6. Tournee-Tagessieges in Folge hätte er in dieser Statistik alleiniger Rekordhalter werden können. Der Deutsche Helmut Recknagel, Olympiasieger von 1960, hatte 1958 die letzten zwei Wettbewerbe und in der darauffolgenden Saison die ersten drei gewonnen. Im zweiten Umgang riskierte Hannawald alles und setzte bei 124 m noch den Telemark. Der Deutsche kam zu Fall und ist nun auch mit Blick auf die Titelverteidigung ins Hintertreffen geraten. Letztmals hatte Ernst Vettori (Ö) 1987 die erfolgreiche Titelverteidigung geschafft.

Zur Enttäuschung der deutschen Fans war der zweite Vorzeige-Adler, Martin Schmitt, im ersten Umgang an Martin Höllwarth gescheitert. Der Weltcup-Führende kam nach seinem Satz auf 121 m direkt auf der Sturzlinie zu Fall. Zum Glück für den Österreicher gab nur der Schweizer Richter David Piquet Abzüge. Höllwarth, Zweiter in Oberstdorf, fiel im 2. Umgang mit 114 m leicht zurück und hat seine Chancen auf den Tournee-Gesamtsieg geschmälert.

Stürze der drei Erstklassierten

Das Finale des Neujahrsspringen gestaltete sich dramatisch. Mit Hannawald und Janne Ahonen (Fi) sowie Höllwarth im ersten Umgang mussten die Führenden der Tournee-Wertung allesamt in den Schnee greifen. Adam Malysz (Pol/123,5) und Andreas Goldberger (Ö/123) gingen zunächst gemeinsam in Führung. Danach landete Ahonen bei 129 m, bloss einen halben Meter unter dem Schanzenrekord. Der Finne stand auf der glasigen Unterlage nicht. Gleichwohl reichte es dem Tournee-Sieger von 1998/99 (ohne einen einzigen Tagessieg) zu Rang fünf und der Übernahme der Spitzenposition im Zwischenklassement. Die ersten acht dieser Wertung kommen vor dem dritten Springen am Samstag in Innsbruck (Ö) noch alle für den Gesamtsieg in Frage.

Peterka, dem ehemaligen zweifachen Weltcup-Gesamtsieger und Führenden nach dem 1. Durchgang, reichten schliesslich zweimal 123,5 m zum ingesamt 15. Weltcup-Sieg. Primoz heisst übersetzt der Erste -- und am 1.1. des Neuen Jahres war er die wieder die Nummer eins. Peterka hatte auch schon vor sechs Jahren in Garmisch-Partenkirchen triumphiert und damals am Ende sogar die Tournee-Gesamtwertung gewonnen. Mit seinem Sieg beim Weltcup-Auftakt in Kuusamo (Fi) hatte Peterka bewiesen, dass er wieder zu seiner früheren Form gefunden hat. "Es war eine harte Zeit, in der ich unten war. Jetzt freue ich mich einfach wieder da zu sein", sagte der Slowene nüchtern.

1. Primoz Peterka (Sln) 133,8 Punkte (123,5 m) 2. Janne Ahonen (Fi) 132,7 (123) 3. Andreas Goldberger (Ö) 129,2 (121,5) 4. Adam Malysz (Pol) 128,3 (121)
Ferner: 6. Simon Amman (Sz) 122,3 (118,5) 48. Sylvain Freiholz (Sz) 79,0 (97,5)

Zwischenklassement der Vierschanzentournee nach zwei von vier Wettkämpfen:

1. Ahonen 513,0 2. Peterka 504,3 3. Ljökelsöy 499,7 Ferner: 16. Ammann 451,3.

(Hans Leuenberger/sda)

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