«Vizekusen» kämpft gegen seinen Ruf
publiziert: Dienstag, 9. Mrz 2010 / 00:00 Uhr
Leverkusens Tranquillo Barnetta brachte nach seiner Einwechselung wieder Schwung ins Spiel.
Leverkusens Tranquillo Barnetta brachte nach seiner Einwechselung wieder Schwung ins Spiel.

Der Begriff «Vizekusen» macht wieder die Runde. Just als sich Fussball- Deutschlands «ewigem Zweiten» Bayer Leverkusen die Möglichkeit bot, sich erneut an die Spitze der Bundesliga zu setzen, kassierte die Werks-Elf beim vom Abstieg bedrohten Nürnberg die erste Niederlage in der aktuellen Meisterschaft.

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«Bayer verfängt sich im Klischee», titelte «Spiegel Online». Das Team patze regelmässig, wenn es in wichtigen Momenten darauf ankomme. Ein ähnlicher Ruf eilt in der Schweiz den Young Boys voraus, die zwar im Gegensatz zu Leverkusen schon Meister geworden sind, aber ebenfalls eine viel zitierte Durststrecke hinter sich haben - was die Fans der Gegner jeweils genüsslich hochleben lassen. Für die Berner sieht es momentan ein bisschen besser aus. Sie führen das Feld noch an. Bayer hingegen ist hinter Bayern München und Schalke gerutscht, weil aus den vergangenen drei Spielen lediglich zwei Punkte resultierten.

«Die Leichtigkeit ist nicht mehr da.»

Leverkusen hatte in Nürnberg eine Stunde lang schlichtweg geschlafen. Das Erwachen kam zu spät. Die erste Liga-Niederlage nach 288 Tagen ohne «Nuller» war nicht mehr abzuwenden. Sportdirektor Rudi Völler glaubte, der Biss habe gefehlt. Trainer Jupp Heynckes vermisste Engagement und Leidenschaft. Mittelfeldmann Toni Kroos meinte: «Die Leichtigkeit ist nicht mehr da.»

Plötzlich begingen Spieler krasse Fehler, welche zuvor zu den Leistungsträgern gehört hatten. So etwa die Abwehr-Organisatoren Manuel Friedrich und Sami Hyypiä. Das Duo liess sich von einem Jungspund namens Eric-Maxim Choupo-Moting aufs Gröbste düpieren. Weiter erlebt Goalie René Adler harte Zeiten. Seine Nummer-1-Stellung in der deutschen Nationalmannschaft ist seit dem Fehler gegen Argentinien umstritten.

Reaktion trotz 0:3-Rückstand

Anzurechnen ist den Rheinländern, dass sie nach dem 0:3 eine Reaktion zeigten. Die eingewechselten Tranquillo Barnetta und Patrick Helmes sorgten für Schwung. Es reichte jedoch nur zu zwei Toren, auch weil Barnetta nach wie vor nicht durch Kaltblütigkeit im Abschluss besticht. Der St. Galler scheiterte kurz vor
Schluss aus aussichtsreicher Position. Er hatte vor der Partie einen Rückschlag zu verdauen gehabt.

Erstmals in dieser Saison wurde er von Trainer Heynckes bei der Zusammenstellung der Startformation übergangen. Renato Augusto erhielt den Vorzug. Für den Schreiberling der «Rheinischen Post» war dies keine Überraschung. Der Wechsel habe sich davor beim Duell mit Köln angedeutet, als Barnetta schon zum 14. Mal ausgewechselt wurde.

Barnetta wieder von Anfang an

Mit dem jüngsten Auftritt konnte «Quillo» seine Situation verbessern. Ihm wurde attestiert, dass er nach seinem Eintritt die Offensive mit Spielkultur bereichert habe. Es ist anzunehmen, dass er am Sonntag gegen den Hamburger SV wieder von Anfang an dabei ist, zumal im Mittelfeld Reinartz und Kroos gesperrt
ausfallen. Ob der andere Schweizer Internationale in Diensten von Leverkusen, Eren Derdiyok, gegen den HSV zum Stamm zählen wird, ist fraglicher. Der Stürmer blieb vier Tage nach seinem Länderspiel-Einsatz gegen Uruguay äusserst blass. Gleichzeitig verteidigte Angriffspartner Stefan Kiessling seine Führung in der Bundesliga-Torschützenliste erfolgreich und Helmes hat sich von seiner schweren Knieverletzung offenbar mehr als erholt.

Happiges Programm

Die nächsten Wochen werden nicht einfach für Leverkusen. Nicht nur wegen der derzeitigen Baisse, sondern vor allem weil sich Bayer grosse Brocken in den Weg stellen. Nach dem Match gegen den HSV muss man nach Dortmund, ehe man den Tabellenzweiten Schalke zu empfangen hat. Und in einem Monat, im Rahmen der 30. Runde, gastiert Bayern München in der BayArena. Dann wird sich weisen, wie
gravierend der Ausrutscher von vorgestern Sonntag war. Leverkusen wurde schon einmal eine Niederlage gegen Nürnberg zum Verhängnis, nämlich in der Saison 2001/02, als am vorletzten Spieltag ein ärgerliches 0:1 bei den Franken Borussia Dortmund den Weg zur Meisterschale frei machte.

(Marco Ackermann/Si)

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