Vogelgrippe-Virus gegen Tamiflu resistent
publiziert: Donnerstag, 22. Dez 2005 / 17:08 Uhr

Genf - Das Vogelgrippe-Virus kann zu einem neuen Typ mutieren, der gegen das Medikament Tamiflu des Basler Pharmakonzerns Roche resistent ist. Dies berichtet die renommierte Zeitschrift «New England Journal of Medicine».

Was Fachleute schon lange befürchteten, wurde nun nachgewiesen: Viren entwickeln Resistenz gegen Tamiflu.
Was Fachleute schon lange befürchteten, wurde nun nachgewiesen: Viren entwickeln Resistenz gegen Tamiflu.
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In Vietnam seien vier von acht Vogelgrippe-Patienten trotz Tamiflu gestorben. Das H5N1-Virus habe bei zwei Patienten eine Resistenz entwickelt, obwohl einer Tamiflu wie empfohlen in einem sehr frühen Stadium der Krankheit eingenommen habe, schrieb Menno de Jong von der Universität Oxford, der in Vietnam arbeitet.

«Diese Studie zeigt erneut, wie bedrohlich das Virus ist», sagte der Virologe John Oxford von der Royal London School of Medicine dem Sender BBC. Auch andere Grippeviren sind nach Angaben von Anne Moscona von der Cornell University in New York gegen Tamiflu resistent.

WHO nicht beunruhigt

Ihr Enzym Neuraminidase - ein Angriffspunkt für Tamiflu - sei verändert. Die Medizinerin warnt davor, Tamiflu aus Vorsorgegründen an gesunde Menschen zu verschreiben. Abhilfe gegen eine Resistenz könnten nach ihrer Ansicht höhere Dosen sowie eine längere Behandlungsdauer schaffen.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO in Genf wertete diese Entwicklung nicht als Alarmzeichen. Bei jedem Medikament gebe es Fälle von Resistenzen, sagte der WHO-Grippespezialist Keiji Fukuda. Weitere Forschungsarbeiten seien aber nötig.

Roche relativiert

Laut japanischen Forschern hatte im Oktober eine 14-jährige Vietnamesin eine H5N1-Infektion nach der Behandlung mit Tamiflu überlebt. Allerdings wurde danach in ihrem Körper eine gegen das Mittel resistente Virus-Variante gefunden.

Roche reagierte sofort auf die Berichte: An einer Telefonkonferenz sagte David Reddy, Leiter der Roche Grippepandemie-Task Force, bisher seien 138 H5N1-Infektion bekannt geworden, von denen 31 mit Tamiflu behandelt wurden.

Am Virus sind seit 2003 71 Menschen in Indonesien, Thailand, Vietnam, China und Kambodscha gestorben. Am stärksten ist Vietnam mit über 40 Toten betroffen.

(lg/sda)

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