Vogelgrippe am Bodensee
publiziert: Freitag, 24. Feb 2006 / 18:20 Uhr

Riems - Die Vogelgrippe ist noch 15 Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt. Bei einer Tafelente, die auf der deutschen Seite des Bodensees bei Überlingen tot aufgefunden wurde, wurde das Virus H5N1 nachgewiesen.

In Europa versuchen die Behörden ein Übergreifen der Seuche auf Nutzgeflügel zu verhindern.
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«Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch auf unserer Seeseite infizierte Vögel gefunden werden», sagte Marcel Falk, Sprecher des Bundesamtes für das Veterinärwesen (BVET). Die Schweiz sei darauf vorbereitet. Noch leiteten die Anrainer-Kantone Thurgau und St. Gallen aber keine Massnahmen ein.

Auf der deutschen Seite richtete das Landratsamt Bodensseekreis eine Sperrzone mit einem Radius von zehn Kilometern ein. Innerhalb eines Radius von drei Kilometern wird das Nutzgeflügel kontrolliert, Geflügeltransporte wurden verboten.

Erwarteter Fund

Dass am Bodensee infizierte Vögel gefunden werden würden, war erwartet worden: Am Bodensee überwintern tausende von Wasservögel oder verbringen umgekehrt ihren Sommer dort. Die Tafelenten kamen im vergangenen Herbst als Wintergäste.

«Das lässt nur einen Schluss zu», sagte der Leiter der Vogelwarte im deutschen Radolfzell, Wolfgang Fiedler. «Das Virus ist schon länger dort, bricht aber erst jetzt aus - vielleicht weil die Vögel geschwächt sind.»

Drei deutsche Gebiete

In Deutschland ist der Bodensee das dritte Gebiet, in dem Vögel gefunden wurden, die am auch für Menschen gefährlichen Virus H5N1 gestorben sind. Zuerst aufgetreten war die Vogelgrippe auf der Ostseeinsel Rügen. Am Donnerstag war der erste Fall im nördlichen Bundesland Schleswig-Holstein aufgetaucht.

Auch von Frankreich her rückt das Vogelgrippe-Virus immer näher an die Schweizer Grenze: In Versailleux im Département Ain, rund 100 Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt, wurde das H5N1-Virus in einem Zuchtbetrieb für Truthühner gefunden, wie Landwirtschaftsminister Dominique Bussereau mitteilte.

(bert/sda)

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