Voller Lohnausgleich im Mutterschaftsurlaub
publiziert: Mittwoch, 8. Nov 2006 / 12:25 Uhr

Weinfelden - Thurgauer Kantonsmitarbeiterinnen werden im Mutterschaftsurlaub wieder den vollen Lohn erhalten.

Auch die SVP ist nun für den vollen Lohnausgleich.
Auch die SVP ist nun für den vollen Lohnausgleich.
Der Thurgauer Grosse Rat hat mit 79 zu 29 eine Motion erheblich erklärt, die eine Entscheidung von 2005 korrigiert.

Die Kantonsregierung hatte empfohlen, die Motion erheblich zu erklären. 2005 hatte der Grosse Rat die Lohnfortzahlung entsprechend dem Bundesgesetz im Mutterschutz auf maximal 172 Franken pro Tag beschränkt.

Davon waren vor allem Lehrerinnen und Kaderangestellte betroffen, die mehr als rund 5700 Franken Monatslohn beziehen. Zuvor hatte der Kanton seinen weiblichen Angestellten den vollen Lohnausgleich während 16 Wochen gewährt. Durchgesetzt hatten die Einschränkung SVP und FDP.

Gleichstellung gefordert

Motion und Regierung forderten, für Kantonsangestellte im Mutterschutz sollten die gleichen Lohnregelungen gelten, wie für die männlichen Angestellten im Militärdienst.

Diese erhalten für die gesamt Dienstdauer den vollen Lohn. Bei ihrer Forderung stützten sie sich auf das Gleichstellungsgesetz.

In der Ratsdiskussion erklärte der Sprecher der SVP, in seiner Fraktion habe ein Umdenken stattgefunden: Man werde für den vollen Lohnausgleich stimmen, weil man Kaderfrauen unterstützen wolle.

Anders die FDP und die EVP/EDU. Diese befanden, die Ungleichbehandlung widerspreche nicht dem Gleichheitsgebot. Männer und Frauen würden schliesslich im Falle der Militärdienstleistung gleich behandelt. Mutterschaft aber weise keinen Zusammenhang mit dem Militärdienst auf.

(rr/sda)

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