Vom Kleinbauern zum gefeierten Künstler
publiziert: Freitag, 1. Jun 2007 / 09:58 Uhr

Frauenfeld - Sein Vorbild waren die Natur und seine unmittelbare Umgebung. Auch als Adolf Dietrich bereits international bekannt, war blieb der «Malermeister von Berlingen», wie er sich selbst oft bezeichnete, den heimatlichen Motiven treu.

Autodidakt Adolf Dietrich malte nie auf Leinwand.
Autodidakt Adolf Dietrich malte nie auf Leinwand.
Heute gilt Adolf Dietrich, dessen Todestag sich am 4. Juni zum 50. Male jährt, als einer der wichtigsten Thurgauer und als bedeutender Schweizer Künstler. Kunsthistoriker ordnen ihn zum einen der naiven Malerei, zum anderen der modernen Sachlichkeit zu.

Untersee, Tiere und Pflanzen

Sein Garten, Menschen, die ihm nahestanden, die Unterseelandschaft, Tiere und Pflanzen hielt er in seinem umfangreichen Werk fest. Mit dem Notizbuch und später mit einer Kamera ausgerüstet, spürte er seine Motive auf. Gemalt hat er sie später zu Hause am Tisch in der kleinen Stube, oft bei schlechtem Licht.

Der Autodidakt fertigte Gouachen, Aquarelle, Kohlezeichnungen, Ölbilder oder Bleistiftskizzen und entwickelte einen ganz eigenen Stil, der zum einen wegen der ausgeprägten Beobachtungsgabe des Künstlers gelobt wird, zum anderen wegen seines intuitiven Farbensinns.

Sonntagsmaler

Faszinierend ist jedoch nicht nur seine Kunst, sondern auch die Lebensgeschichte des am 9. November 1877 in Berlingen geborenen Kindes eines Kleinbauern. Adolf Dietrich war das jüngste von sieben Kindern. Schon in der Schule fiel seine künstlerische Begabung auf, doch die Familie war arm und so musste er vor allem Geld verdienen.

Er arbeitete als Maschinenstricker, Wald- und Bahnarbeiter. Zum Malen blieb nur an den Sonntagen Zeit. Doch dann streifte er durch die Natur, um Vorlagen für seine Bilder zu sammeln, zeichnete und malte leidenschaftlich. 1913 stellte Adolf Dietrich seine Werke zum ersten Mal in Konstanz, 1917 folgt eine Ausstellung in München.

Erfolg im Ausland

Schliesslich wurde Adolf Dietrich vom Mannheimer Kunsthändler Heinrich Tannenbaum entdeckt, seit 1924 konnte er sich ganz dem Malen widmen. In den Dreissigerjahren schaffte er den internationalen Durchbruch und zeigte seine Bilder in Paris, London und New York.

Sein Heimatkanton Thurgau kaufte im Jahr 1941 das erste Bild von Adolf Dietrich. Seinen Nachlass vermachte der 1957 im heimatlichen Berlingen Verstorbene der Thurgauischen Kunstgesellschaft. Weil der Künstler auf Karton, später auch auf Holz, aber nie auf Leinwand gemalt hat, sind viele seiner Bilder heute in einem empfindlichen Zustand.

Das Wohn- und Arbeitshaus von Adolf Dietrich an der Seestrasse 31 in Berlingen steht interessierten Besuchern offen. Die Malstube blieb nach seinem Tod unberührt und kann besichtigt werden. Im Erdgeschoss des Hauses ist eine Dokumentation zu Leben und Werk des Künstlers zu sehen.

(fest/sda)

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