Vom «positiven Signal» bis zum «Schrecken für den Aargau»
publiziert: Montag, 2. Jul 2012 / 19:03 Uhr
Die Deutschen hätten ihre Maximalforderungen auf der ganzen Linie durchgesetzt.
Die Deutschen hätten ihre Maximalforderungen auf der ganzen Linie durchgesetzt.

Zürich - Der Staatsvertrag zwischen Deutschland und der Schweiz ruft bei den Beteiligten und Betroffenen wie erwartet unterschiedliche Reaktionen hervor. Der deutsche Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) wertet die Vereinbarung als «positives Zeichen für die ganze Region».

Carsharing:Mobility stellt schweizweit 2`600 Fahrzeuge an 1'340 Standorten rund um die Uhr in Selbstbedienung zur Verfügung.
4 Meldungen im Zusammenhang
Der Regierungsrat des Standortkantones Zürich will den Vertrag erst analysieren und dann bis spätestens Ende dieser Woche kommunizieren, sagte ein Sprecher der Volkswirtschaftsdirektion auf Anfrage der sda.

Auch die Fluggesellschaft Swiss will den Vertrag zuerst im Detail auswerten, bevor sie eine Einschätzung abgibt. Generell sei es aber wichtig, dass eine Einigung auf dem Verhandlungsweg erzielt worden sei, sagte eine Sprecherin auf Anfrage. Die Vereinbarung bringe endlich Rechtssicherheit.

Als wichtig wird die Vereinbarung auch beim Flughafen Zürich gewertet. Der Staatsvertrag sei in dieser Form besser als die von Deutschland angedrohte «Stuttgarter Erklärung», welche die Zahl der Flugbewegungen auf 80'000 hätte begrenzen wollen, sagte eine Sprecherin auf Anfrage. Ohne Plafond bei den Flugbewegungen sei ein weiteres Wachstum für den Flughafen möglich.

Den «Gekröpften» weiterentwickeln

Jetzt gehe es darum, die technischen und politischen Auswirkungen im Detail anzusehen, sagte die Flughafensprecherin weiter. Dazu gehören die notwendigen Verlängerungen der Pisten 28 und 32 sowie die technische Weiterentwicklung des Verfahrens für einen gekröpften Nordanflug.

Im Jahr 2004 lehnte das BAZL diese Anflugvariante von Westen her ab, weil die Piloten hätten auf Sicht fliegen müssen. Mit satellitengestütztem Anflug wäre diese Variante aber bis 2020 umsetzbar, sagte die Sprecherin.

Aargau: «Ein Riesenschreck für die Region»

Der Widerstand gegen diese Anflugvariante ist im Aargau programmiert. Der Regierungsrat lehnt den «Gekröpften» seit Jahren ab, weil er zu gefährlich sei. Die Route führt direkt über Atomanlagen im unteren Aaretal.

«Wir sind enttäuscht. Der gekröpfte Nordanflug wäre ein Riesenschreck für die Region», sagte Kurt Schmid, Präsident des Vereins «Gekröpfter Nordanflug Nein», auf Anfrage der sda.

Es könne nicht sein, dass der Aargau als einzige Region gleich zwei Mal mit Fluglärm belastet werde. Aargau akzeptiere bereits die Nordstart-Route über das Surbtal, Würenlingen und Bözberg.

IG Nord gegen Pistenausbau

Die Zürcher IG Nord hält es grundsätzlich für wichtig und richtig, dass es zwischen Deutschland und der Schweiz in Sachen Fluglärm zu einer Annäherung kommt, wie IG-Nord-Präsident Hanspeter Lienhart gegenüber der sda sagte.

Allerdings befürchtet sie, dass die Reduktion der Anflugzeiten über Deutschland mit mehr Flügen über den Norden kompensiert wird. Auch die IG Nord wehrt sich gegen den «Gekröpften». Zunächst werde man jedoch das Ganze analysieren und dann gegebenenfalls Rechtsmittel ergreifen. Auch sei die IG Nord gegen einen Pistenausbau.

Auch für Felix Jaccaz, Sprecher des Bürgerprotests Fluglärm Ost, ist es kein guter Tag. Die Deutschen hätten ihre Maximalforderungen auf der ganzen Linie durchgesetzt, sagte er auf Anfrage. Man gewinne zwar am Morgen eine halbe Stunde Ruhe, verliere aber dafür am Abend drei Stunden. Und nun werde das Ganze als Verhandlungserfolg verkauft.

Auf die Gemeinden im Osten des Flughafens sieht Jaccaz eine massive Verschlechterung zukommen. Optimistisch ist er aber auch nicht für die Vereinbarung. «Es wäre nicht der erste Staatsvertrag, der nicht ratifiziert wird.» Er fordert zudem, dass der SIL-Prozess neu aufgerollt wird.

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Der Bundesrat hat am Mittwoch den Staatsvertrag mit Deutschland im Fluglärmstreit gutgeheissen. Gleichzeitig hat er ... mehr lesen
Der Staatsvertrag soll im September unterzeichnet werden.
Der Vorschlag findet sich in einem vertraulichen Diskussionspapier.
Zürich - Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) schlägt vor, dass der Bund künftig alleine über das Pistensystem an ... mehr lesen 1
Zürich - Der Staatsvertrag zum Flugverkehr zwischen der Schweiz und Deutschland tritt - sobald er ratifiziert ist - auf jeden Fall ... mehr lesen
Gemäss Gesetz haben die Zürcherinnen und Zürcher das letzte Wort zu sämtlichen Pisten-Ausbauprojekten. (Symbolbild)
Ihr Partner für Signalisations-Projekte
Carsharing:Mobility stellt schweizweit 2`600 Fahrzeuge an 1'340 Standorten rund um die Uhr in Selbstbedienung zur Verfügung.
Längste Eisenbahntunnel der Welt ist nun auf seiner ...
Bauprojekt  Bodio TI - Im neuen Gotthard-Basistunnel ist am Freitag die letzte Bahnschwelle gegossen worden. Der längste Eisenbahntunnel der Welt ist nun auf seiner ganzen Länge von 57 Kilometern mit Dieselloks befahrbar. Die Eröffnung des Tunnels ist für den Juni 2016 vorgesehen. 
Tessin wird für NEAT-Ausbau fit gemacht Bellinzona - Renovierte Bahnhöfe und neue Züge für das Tessin: Um den Kanton fit ...
Zeugenaufruf  Bei einer Kollision zwischen einem Fussgänger und einem Personenwagen ist am Freitagnachmittag in ...  
Die genaue Unfallursache ist zurzeit nicht geklärt. (Symbolbild)
Unfall in Zürich  Am Freitagmorgen kam es kurz vor 11.00 Uhr auf der Pfingstweidstrasse in Zürich zu einem Selbstunfall mit einem Auto. Dabei wurde eine Person verletzt.  
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1033
    Wir prostituieren uns tagtäglich in den Social Medien, wir zeigen die intimsten Lebensbereichen im TV ... heute 01:13
  • Kassandra aus Frauenfeld 1033
    Gold scheffeln bringt nichts. Wenn mans braucht, wills keiner und wenn alle es wollen, ... gestern 18:59
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2541
    Da... scheint wieder einiges auf den Steuerzahler zuzukommen. Daher empfiehlt ... gestern 13:33
  • BigBrother aus Arisdorf 1453
    Polizeistaat Wir alle werden permanent überwacht, nur wissen dies viele nicht. 1989 ... gestern 11:22
  • HeinrichFrei aus Zürich 347
    Korrektur: CH-Gold lagert nicht in USA, wie ich schrieb Das Gold der Schweiz wird nicht in den USA aufbewahrt, wie ich schrieb. ... gestern 07:39
  • HeinrichFrei aus Zürich 347
    Gold in Bunkern der Schweiz lagern, nicht mehr in den USA Wenn sogar die SVP die Nein-Parole zu der Goldinitiative ausgegeben ... Do, 30.10.14 22:12
  • Kassandra aus Frauenfeld 1033
    Wenn dir so viel dran liegt, dann fahre nach Lausanne und bezahle den Eriträern ... Do, 30.10.14 18:08
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2541
    Konkret "Den Gesamtbetrag der Sozialhilfeleistungen bezifferte die Gemeinde per ... Mi, 29.10.14 19:41
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
SA SO MO DI MI DO
Zürich 8°C 14°C sonnig und wolkenlos leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Basel 4°C 14°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
St.Gallen 4°C 12°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Bern 3°C 15°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Luzern 6°C 15°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Genf 5°C 16°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Lugano 7°C 16°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
mehr Wetter von über 6000 Orten