Von Monacos Formtief profitieren
publiziert: Mittwoch, 15. Feb 2006 / 07:04 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 15. Feb 2006 / 08:38 Uhr

Nur vier Tage nach dem Start zur Rückrunde der Super League ist der FC Basel auf europäischem Parkett gefordert.

Christian Gross bringt Monaco viel Respekt entgegen.
Christian Gross bringt Monaco viel Respekt entgegen.
In den Sechzehntelfinals des UEFA-Cups gegen Monaco muss der Meister heute Mittwoch (18.00 Uhr) im St.-Jakob-Park vorlegen.

Zum zweiten Mal in Folge hat der FC Basel im Europacup überwintert. Ohne zu überzeugen, überstand der Schweizer Meister im Herbst die Gruppenphase und erfüllte damit die Pflicht. Alles, was jetzt kommt, muss realistischerweise als Zugabe betrachtet werden. Der Erfolg hängt wie in der Qualifikation zur Champions League nicht zuletzt vom Losglück ab. Mit Lille in der letzten Saison und nun Monaco wurden die Basler in der K.o.-Runde des UEFA-Cups diesbezüglich nicht verwöhnt.

Christian Gross sieht seine Mannschaft als Aussenseiter und bringt dem «sehr starken» Gegner viel Respekt entgegen. Grund hierzu hat er: Die letzten Begegnungen gegen französische Teams verliefen enttäuschend und ohne Basler Tore: Gegen Lille schied der FCB nach einem torlosen Remis daheim durch ein 0:2 in Nordfrankreich aus und in der Gruppenphase war er gegen Strasbourg (0:2), den damaligen Tabellenletzten der Ligue 1, chancenlos. Aus den letzten UEFA-Cup-Duellen hat Gross seine Schlüsse gezogen. Er verlangt eine defensiv tadellose Leistung, um nächste Woche ohne Gegentreffer ins Fürstentum zu reisen.

Abwehr als Problemzone

Mit neun Gegentoren, davon fünf in den beiden Heimspielen, war es vor allem das Abwehrverhalten des FC Basel, das in der Gruppenphase nicht überzeugte. Das in der Super League praktizierte Sturm-und-Drang-Spiel stiess im Europacup, wo die Mannschaften ohne Ehrfurcht gegen den Schweizer Dominator antreten, an seine Grenzen. Auch Monaco mit seinem 80-Millionen-Budget wird sich in Basel nicht verstecken und rechnet wie ganz Frankreich fest mit dem Weiterkommen. In einer Umfrage auf der Homepage des Vereins glauben knapp 90 Prozent an einen Sieg der Monegassen.

Der Optimismus gründet auf dem beschränkten Renommé des FC Basel und nicht etwa auf den Leistungen der eigenen Mannschaft. Denn die AS Monaco befindet sich seit Jahresbeginn in einem Formtief. In acht Partien resultierte in diesem Jahr nur ein Sieg. Der Rückstand auf einen direkten Champions-League-Platz wuchs von einem auf zwölf Punkte an. Dazu kam das Ausscheiden im Ligacup gegen Nizza und die Blamage im Cup gegen den Fünftligisten Colmar, auf einem allerdings kaum bespielbaren, vereisten Rasen.

Vieri - Monacos Star

Die zum Teil namhaften Zugänge wie Olivier Kapo, Gerard oder Marco Di Vaio erfüllten die Hoffnungen des italienischen Trainers Francesco Guidolin, Nachfolger des zurückgetretenen Didier Deschamps, bisher nicht. Einzig Christian Vieri, der im Winter von der AC Milan übernommen wurde, überzeugte restlos. 315 Minuten im monegassischen Trikot reichten dem 32-jährigen Italiener mit WM-Ambitionen zu vier Toren. Von ihm wird die Gefahr aufs Basler Tor ausgehen, umso mehr als Landsmann Di Vaio im UEFA-Cup nicht spielberechtigt ist.

Der neue Basler Verteidiger Daniel Majstorovic wird nur vier Tage nach seinem ansprechenden Debüt gegen den bewährten FCZ-Sturm Keita/Rafael somit gegen Vieri sein Können erneut unter Beweis stellen müssen. Der zweite Neuzugang Koji Nakata spielte bereits für Marseille im Europacup und kann deshalb nicht eingesetzt werden. Neben dem Japaner und den Langzeitverletzten fehlen dem FCB Djamel Mesbah, Alexandre Quennoz und Scott Chipperfield. Für Chipperfield wird Mladen Petric auf der linken Mittelfeldseite zum Einsatz kommen.

Petric schoss gegen den FC Zürich das zwischenzeitliche 1:0 und brachte viel Schwung in die Aktionen der Basler. Der Kroate soll mit Matias Delgado und David Degen das Sturmduo Eduardo/Sterjovski mit Torvorlagen beliefern. Dass die Defensive der Monegassen nicht leicht zu überwinden ist, beweist die Statistik von 20 Gegentoren in 25 Meisterschaftsspielen. Dennoch hofft Gross, auf «ein 1:0 oder 2:0». Damit wäre der erste Schritt Richtung Achtelfinal gemacht, wo entweder Strasbourg oder Liteks Lovetsch wartet.

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

St.-Jakob-Park. -- SR Vink (Ho).

Basel: Zuberbühler; Zanni, Majstorovic, Smiljanic, Berner; David Degen, Papa Malick Ba, Petric; Delgado; Eduardo, Sterjovski.

Monaco: Warmuz; Maicon, Squillaci (Modesto), Givet, Dos Santos; Plasil, Perez, Bernardi (Zikos); Meriem; Gigliotti, Vieri.

Bemerkungen: Basel ohne Murat Yakin, Chipperfield, Carignano, Dzombic, Mesbah, Quennoz (alle verletzt) und Nakata (nicht spielberechtigt). Monaco ohne Chevanton, Roma, Gerard (alle verletzt) und Di Vaio (nicht spielberechtigt).

(von Julien Oberholzer/Si)

 
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