Von der Wegwerf- zur Kreislaufwirtschaft
publiziert: Dienstag, 16. Okt 2012 / 10:55 Uhr / aktualisiert: Montag, 29. Okt 2012 / 10:55 Uhr

«Climate change is not the problem» - Klimawandel sei nicht das Problem. Mit dieser überraschenden Aussage beginnt der Jahresbericht 2010 des Global Footprint Network. Auch die Abholzung der Wälder, die Wasserknappheit und das Verschwinden von Pflanzen- und Tierarten seien nicht das Problem. Diese Phänomene seien nur die Symptome einer einzigen, vorrangigen Ursache: Der Mensch verbrauche zu viele Ressourcen.

1 Meldung im Zusammenhang
Weiterführende Links zur Meldung:

Global Footprint Network
Jahresbericht 2010
footprintnetwork.org

Volksinitiative
Volksinitiative für eine Grüne Wirtschaft
grueneinitiativen.ch

Industrielle Ökologie
Industriegebiet Kalunborg in Dänemark
ecoparc.com

Wir konsumierten mehr Ressourcen als die Natur zur Verfügung stellen kann. Das Global Footprint Network führt uns vor Augen, wie übermässig unser Ressourcenverbrauch ist. Laut dessen Berechnungen ist der ökologische Fussabdruck der Schweiz drei Mal zu gross. Das heisst, wenn alle so leben würden wie wir, wären drei Planeten notwendig.

Wenn wir dieser Tatsache ins Auge blicken und unser Handeln darauf konzentrieren, können wir etwas bewegen, statt reine Symptombekämpfung zu betreiben.

Kreislaufwirtschaft

Wie kann das Problem des zu hohen Ressourcenverbrauchs gelöst werden? Dazu sind wir alle gefordert; mit unserem Konsumverhalten und unserem Lebensstil. Ein weiterer Ansatz ist, die heutige Wegwerfwirtschaft zu einer Kreislaufwirtschaft umzubauen, wie es die kürzlich eingereichte Volksinitiative für eine Grüne Wirtschaft verlangt (siehe weiterführende Links zur Meldung).

Wie funktioniert eine Kreislaufwirtschaft?

«Industrielle Ökologie»
Ressourcen sollen möglichst effizient eingesetzt werden. Dazu braucht es moderne Technologien, sowie die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen. Wie beispielsweise im Industriegebiet Kalunborg in Dänemark (siehe weiterführende Links zur Meldung): Eine Raffinerie, ein Kraftwerk, eine Gipsplattenfabrik und die Gemeindeverwaltung arbeiten zusammen, um ihre Ressourcen effizient einzusetzen: Dasselbe Wasser wird von den verschiedenen Unternehmen zum Heizen, Kühlen oder Spülen verwendet. In der Raffinerie entsteht Gas als Abfallprodukt, welches von der Gipsplattenfabrik zur Trocknung des Gipses genutzt wird. Die Abwärme des Kraftwerks wird für die Heizung der Häuser in Kalunborg genutzt, sowie in einem Aquakulturbetrieb, welcher am Kraftwerk angeschlossen ist. Diese Synergienutzung wird als industrielle Oekologie bezeichnet (bisher v.a. französisch gebräuchlich: écologie industrielle).

Cradle to Cradle®
Nicht von der Wiege bis zur Bahre, sondern wieder zurück zur Wiege ist die Idee des «Cradle to Cradle® Prinzips», welches von Prof Michael Braungart und seiner EPEA (Environmental Protection Encouragement Agency) vertreten wird. Dieses Prinzip definiert und entwickelt kreislauffähige Produkte. Produkte die entweder vollständig biologisch abbaubar sind (biologischer Kreislauf) oder wiederverwendbar (technischer Kreislauf) (siehe Graphik).

Wirtschaften für die Zukunft

Viele Unternehmen haben erkannt, dass sich «grünes Wirtschaften» lohnt. Wir müssen davon ausgehen, dass die meisten Rohstoffe knapper und somit teurer werden. Also bezahlt sich ein effizienter Umgang damit je länger je mehr. Wer heute in Ressourceneffizienz investiert, wird morgen gewinnen.

(Gastautor Alec von Graffenried/ETH-Zukunftsblog)

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Der Zukunftsblog der ETH Zürich nimmt aktuelle Themen der Nachhaltigkeit auf. Er bietet eine Informations- und Meinungsplattform, auf der sich Expertinnen und Experten der ETH zu den Themenschwerpunkten Klimawandel, Energie, Zukunftsstädte, Welternährung und Natürliche Ressourcen äussern. Prominente Gäste aus Forschung, Politik und Gesellschaft tragen mit eigenen Beiträgen zur Diskussion bei.

Lesen Sie weitere Beiträge und diskutieren Sie mit auf: www.ethz.ch/zukunftsblog

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