Vor allem in ungleichen Gesellschaften wollen Frauen reiche Männer
publiziert: Freitag, 7. Sep 2012 / 10:29 Uhr
Doch in der modernen Welt ist «Erfolg» nicht länger mit Nachkommenschaft verbunden, wenden die Forscher ein. (Symbolbild)
Doch in der modernen Welt ist «Erfolg» nicht länger mit Nachkommenschaft verbunden, wenden die Forscher ein. (Symbolbild)

York - Frauen wollen Männer mit Geld, Männer wollen junge Frauen: Gemäss Evolutionspsychologen sind diese Partnerwahl-Strategien im Lauf der Evolution entstanden. Nun haben Schweizer und britische Forscher entdeckt, dass diese vermeintlichen Unterschiede in gleichgestellten Gesellschaften verschwinden.

7 Meldungen im Zusammenhang
Die Gehirne von Männern und Frauen sind somit offenbar nicht fest auf gewisse Auswahloptionen eingestellt, wie der Schweizer Psychologe Marcel Zentner und Klaudia Mitura von der University of York im Fachblatt «Psychological Science» berichten.

Die ursprüngliche Vorstellung der menschlichen Partnerwahl war, dass Frauen für ihren evolutionären Erfolg Männer mit Ressourcen zum Grossziehen ihrer Kinder brauchen, Männer hingegen möglichst viele fruchtbare Frauen. So können beide die grösstmögliche Zahl von Nachkommen hinterlassen. Im Gehirn soll dies Spuren hinterlassen haben: Frauen finden reiche Männer attraktiv, Männer junge Frauen.

Doch in der modernen Welt ist «Erfolg» nicht länger mit Nachkommenschaft verbunden, wenden die Forscher ein. «Es gab immer mehr Hinweise darauf, dass Geschlechterunterschiede wie zum Beispiel bei Mathematikleistungen in Gesellschaften mit Geschlechtergleichstellung verschwinden», sagt Zentner, vormals Professor an der Universität Genf, in einer Mitteilung zur Studie. Die Psychologen wollten herausfinden, ob dies auch für die Partnerpräferenzen gilt.

Also liessen sie 3177 Personen aus zehn Ländern - von Finnland (hohe Gleichstellung) bis zur Türkei (geringe Gleichstellung) - einen Internetfragebogen dazu ausfüllen. Die Teilnehmer wurden gefragt, ob gewisse Kriterien bei der Wahl eines Partners eine wichtige Rolle spielen - etwa ob jemand wohlhabend oder ein guter Koch ist.

Je ungleicher, desto verschiedener die Präferenzen

Es stellte sich heraus, dass die Unterschiede in den Partner-Vorlieben zwischen Geschlechtern «in nicht gleichgestellten am höchsten und in gleichgestellten Gesellschaften am niedrigsten sind», sagt Zentner.

Eine zweite Studie mit 8953 Teilnehmern aus 31 Ländern bestätigte den Befund: Wieder war die Tendenz, dass Frauen gutsituierte Männer und Männer junge Frauen bevorzugten, in nicht gleichgestellten Ländern grösser als in gleichgestellten.

Mit der Gleichstellung verschwinden somit die traditionellen Muster der Partnerwahl. «Unsere Befunde stellen die Annahme in Frage, dass Partnerpräferenzen als evolutionäre Anpassungen im Gehirn festgeschrieben wurden», sagt Zentner.

Er will indes nicht ausschliessen, dass die Biologie eine Rolle spielt: «Womöglich ist genau diese Fähigkeit, Verhalten und Einstellungen relativ rasch an neue gesellschaftliche Entwicklungen anzupassen, ein evolutionäres Programm - aber eines, das Flexibilität statt Starrheit belohnt.»

(knob/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Zürich - Die Credit Suisse (CS) geht davon aus, dass die Zahl der Millionäre auf der Welt in den nächsten Jahren um 18 Mio. auf 46 ... mehr lesen
Die Zahl der reichen Menschen steigt stetig.
Die Diskriminierung hat sich in den letzten Jahren sogar noch verschärft (Symbolbild).
Bern - Laut dem Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB) sind ... mehr lesen
Wien - Die Hemmschwellen für eine glückliche Beziehung liegen zumeist im mangelnden Selbstwert und auch im Glauben ... mehr lesen
Ein positives Selbst und nicht zu hohe Erwartungen, so könnte es schon eher mit der grossen Liebe klappen.
Männer und Frauen zeigen vergleichbare Ergebnisse.
Nottingham - Wer selbstlos handelt, hat bei der Partnersuche die Nase vorne. Das ... mehr lesen
Noch nie war gutes Aussehen so wichtig wie heute, noch nie wurde so viel Geld für Schönheitsprodukte ausgegeben. In ... mehr lesen
78 Prozent befürworten, dass Männer mehr Zeit und Geld auf ihr Äusseres verwenden.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Knapp die Hälfte der Nutzenden schätzen an der Online-Partnersuche die Anonymität.
Zürich - Schweizer sind gegenüber der Partnersuche im Internet immer positiver eingestellt: Knapp 54 Prozent der ... mehr lesen
London - Um Frauen für sich zu gewinnen, sollten Männer nicht den risikofreudigen Draufgänger markieren. mehr lesen
Farthing wundert sich warum risikofreudige Männer nicht im Laufe der Evolution ausgestorben sind.
Vielerorts mangelt es an Blutkonserven - die Schweiz ist eine Ausnahme.
Vielerorts mangelt es an Blutkonserven - die Schweiz ist eine Ausnahme. ...
Kleine Geschenke können helfen  Bern/Lausanne - Das Blutspenden gegen Entgelt ist in den meisten Ländern verboten. Laut einem internationalen Forscherteam erhöhen kleine Geschenke aber erwiesenermassen die Spendebereitschaft. Die Wissenschafter untermauern ihre Argumente unter anderem mit Studien aus der Schweiz. 
Blutspenden um 2,5 Prozent gesunken Bern - Die Zahl der Blutspenden ist im vergangenen Jahr um 2,5 Prozent auf 361'500 gesunken. Da die Nachfrage der ...
Die Zahl der Blutspenden ist 2012 um 2,5 Prozent gesunken. (Symbolbild)
Vor allem im Sexgewerbe  Zürich - Die Zahl der Opfer von Frauenhandel hat zugenommen. Die Zürcher Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration FIZ betreute 2012 insgesamt 209 Betroffene. Das ist ein neuer Höchststand, wie die FIZ am Donnerstag mitteilte.  
Der grösste Teil der Opfer sind Frauen.
Bund zahlt zu wenig gegen Menschenhandel Bern - Der Bund will bis zu 200'000 Franken im Jahr für die Prävention gegen Menschenhandel auslegen. Das Geld soll an ...
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Henau 1519
    Was für ein Blödsinn aber auch;-) "Zudem liegt beim Co2 ein weiteres nicht zu unterschätzendes Problem. ... So, 12.05.13 00:33
  • jorian aus Gretzenbach 1181
    Steuerfaktor Ja da haben Sie recht die CO2 Steuer ist ein wichtiger Faktor. Sa, 11.05.13 22:23
  • ochgott aus Ramsen 641
    Wo.... wird es kälter. Ich sehe nichts davon. Zudem wird es bei einer ... Sa, 11.05.13 19:45
  • jorian aus Gretzenbach 1181
    Und.......... .......... dennoch wird es immer kälter. Sa, 11.05.13 07:51
  • keinschaf aus Henau 1519
    Studie, die AAAMMMDCCXVIII. "Mit dem Beginn der Pubertät gehen die Menschen später schlafen und ... Di, 23.04.13 00:09
  • jorian aus Gretzenbach 1181
    Die reiche CH................. .......... schickt das Geld lieber ins Ausland, als wie es den eigenen ... Fr, 12.04.13 04:36
  • Midas aus Dubai 3026
    Schäbige Schande Die Verdingkinder haben keine Lobby. Das das ganze bis in die 70er ... Fr, 12.04.13 01:01
  • zombie1969 aus Frauenfeld 1557
    Offenbar... hat man aus den Fehlern in der Vergangenheit immer noch nichts daraus ... Do, 11.04.13 19:47
Dr. Oliver Stebler ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Professur für Klimaphysik.
ETH-Klimablog Das Klima «sieht» so aus. Vielleicht. (Teil 1) Die Wissenschaft macht Unsichtbares sichtbar. ...
Wettbewerb
   
Jetzt mitmachen und gewinnen.
eGadgets Tim Burtons FRANKENWEENIE basiert auf einem Live Action Kurzfilm des Regisseurs aus dem Jahre 1984, den er mit seiner berühmten schwarz-weiss Technik und seinem ... mehr lesen
Fitness für die Lachmuskeln ist garantiert.
Mitmachen und gewinnen  Freitag, 31. Mai und Samstag, 1. Juni. Das sind die Daten welche man sich unbedingt merken muss. Denn dann tritt Dieter Nuhr, einer der erfolgreichsten ...
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
FR SA SO MO DI MI
Zürich 3°C 7°C leicht bewölkt, Regen leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen
Basel 3°C 9°C leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen
St.Gallen 4°C 12°C leicht bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen bewölkt, wenig Schnee, Schneeregen oder Regen
Bern 6°C 14°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Luzern 7°C 14°C bewölkt, Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen bewölkt, wenig Regen
Genf 7°C 14°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Lugano 12°C 21°C leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten