Vor der Wahl: Letzte Attacken gegen Blatter
publiziert: Montag, 27. Mai 2002 / 17:45 Uhr

Seoul - Knapp einen Tag vor der FIFA-Präsidentschaftswahl in Seoul ist Amtsinhaber Joseph Blatter nochmals verbal heftig attackiert worden. Eine Gruppe um UEFA-Präsident Lennart Johansson bezichtigte den Walliser erneut der Misswirtschaft und Korruption.

FIFA-Präsident Joseph Blatter.
FIFA-Präsident Joseph Blatter.
An einer gemeinsamen Pressekonferenz mit den FIFA- Vizepräsidenten Antonio Matarrese (It), Chung Mong-Joon (SKor) und Blatters kamerunischem Herausforderer Issa Hayatou prangerte Johansson Blatter an: «Die FIFA steckt in einer ernsthaften finanziellen und politischen Krise. Wir haben einen Präsidenten, der mit den Regeln spielt», kritisierte Chung, «er hat die FIFA zu einer Privatorganisation gemacht.» In einer zehnseitigen Dokumentation präsentierten die Blatter-Gegner mögliche Belege für das vermeintlich dubiose Finanzgebaren und unlautere Machenschaften des Präsidenten im Zuge seiner Wahlkampagne.

Nachdem Blatter sich durch Zahlungen an das russische FIFA- Exekutivmitglied Wjatscheslaw Koloskow und den nigerianischen Schiedsrichter Lucien Bouchardieu Bestechungsvorwürfen ausgesetzt sah, legten die aufmüpfigen Vizepräsidenten nun den Fall «Roger Milla» vor. Der frühere Fussball-Star Kameruns erhielt laut einer vorgelegten Zahlungsanweisung 25 000 Dollar von der FIFA für die Organisation zweier Freundschaftsspiele anlässlich seines 50. Geburtstags. Milla wurde mit dem Geld als Wahlhelfer für Blatter gewonnen, lautet die Anschuldigung der Opposition. «Er kauft Stimmen, um den Konsens zu kaufen und im Amt zu bleiben», klagte Matarrese an.

Eine heftige Replik blieb nicht aus. «Die Unterstellung, Milla habe Schmiergeld genommen, ist eine Beleidigung für alle Top- Fussballer. Wir afrikanischen Ex-Stars haben Blatter schon unterstützt, bevor Milla dieses Jubiläumsspiel organisiert hatte. Diese Viererbande schadet dem Fussball und hat keinen Respekt vor dem Sport», kommentierte der frühere Bundesliga-Spieler Abedi Pelé (Ghana) die Anschuldigungen gegen Blatter. Ähnlich äusserte sich der frühere kamerunische Nationalgoalie Joseph Antoine Bell: «Platini und Beckenbauer unterstützen auch Blatter. Sind die auch bestechlich? Es sollte Hayatou zu denken geben, dass alle ehemaligen Top-Fussballer gegen ihn sind.»

Höhere Schulden als angegeben?

Die FIFA soll im Gegensatz zur Darstellung Blatters in der Zeit von 1999 bis 2002 einen Schuldenberg von 470 Millionen Schweizer Franken angehäuft haben. Dies geht aus einem Offenen Brief des britischen FIFA-Vizepräsidenten David Will hervor, der die von Blatter suspendierte interne Untersuchungskommission zur Finanzsituation geleitet hatte. Blatter hatte dagegen am Sonntag mitgeteilt, dass in diesem Zeitraum ein Gewinn von 191 Millionen Franken erwirtschaftet worden sei.

Statt geplanter 93,8 Millionen Euro im Jahre 2002 wird die FIFA gemäss Blatter «nur» 41,3 Millionen Euro Verlust machen, da auch die Einnahmen wider Erwarten steigen werden und Rücklagen teilweise aufgelöst werden können. Verluste in einem WM-Jahr sind wegen der hohen Kosten normal. In der Vier-Jahres-Periode zwischen der WM in Frankreich und jener in Japan/Südkorea wird die FIFA die genannten 191 Millionen Franken Gewinn erzielen.

(sk/sda)

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