Vorhang auf für Schweizer Top-Trio
publiziert: Sonntag, 1. Jan 2006 / 10:20 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 9. Mrz 2006 / 11:29 Uhr

Schon knapp einen Monat nach Kroatiens Davis-Cup-Sieg beginnt heute Sonntag die neue Tennis-Saison.

Kann Hingis noch mit den Besten mithalten?
Kann Hingis noch mit den Besten mithalten?
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Die Schweiz ist in Doha respektive Gold Coast mit Roger Federer, Patty Schnyder und Martina Hingis sehr prominent vertreten.

Nach zwei Wochen mit Vorbereitungsturnieren gilt es hernach rasch wieder ganz ernst. Ab dem 16. Januar wird in Melbourne das erste Major-Turnier des Jahres ausgetragen - eines, in dem die Schweizer traditionell stark sind: Federer siegte 2004 und unterlag im Vorjahr im epischen Halbfinal Marat Safin, Schnyder erreichte 2004 die Vorschlussrunde (2005 Viertelfinal), und Hingis stand im Melbourne Park zwischen 1997 und 2002 stets im Endspiel (drei Titel).

Fokus auf Hingis

Das Hauptinteresse in der kommenden Woche wird in die Nähe von Brisbane gerichtet sein. Beim kleinen Turnier, wo Schnyder erstmals als Nummer 6 und zugleich als Titelverteidigerin antritt, kehrt Hingis nach 38-monatiger Pause (unterbrochen von einem Spiel im Februar 2005 in Pattaya) in den Circuit zurück.

Die langjährige Weltranglisten-Erste, die anschliessend auch in Sydney und Melbourne Wildcards erhalten wird, hat sich vor einem Monat zum Comeback entschlossen und ist schon am 25. Dezember nach Ozeanien abgereist.

Einen genauen Fahrplan hat Hingis, die seit Monaten keine Beschwerden an den Füssen verspürt und sichtlich muskulöser geworden ist, nicht: «Ich liebe das Spiel noch immer und will sehen, ob ich wieder mit den Besten mithalten kann.»

Schnyder: Ziel Major-Final

Während bei Hingis schlüssige Prognosen auch wegen der medizinischen Situation erst nach einer gewissen Zeit möglich sein werden, hat Schnyder allen Grund zum Optimismus.

In ihrem Lieblingsland möchte die weltbeste Linkshänderin die Basis zu einer weiteren tollen Saison legen, nachdem sie in den letzten beiden Jahren von Platz 23 auf 6 vorgestossen ist und 2005 auch punkto Konstanz auf sehr hohem Niveau überzeugte.

Die topfite Baselbieterin, die kurz vor Weihnachten allerdings wegen einer Grippe im Bett lag, darf im ozeanischen Sommer durchaus auf den ganz grossen Exploit hoffen. Im Gegensatz zu früher proklamiert sie diesen auch forsch: «Ich möchte 2006 erstmals ein Grand-Slam-Endspiel erreichen.»

Federer: wie im Vorjahr

Für Roger Federer beginnt die Saison gleich wie im Vorjahr: Nach einer ersten Trainingsphase mit Tony Roche in Australien startet er im Scheichtum Katar zur ersten (von insgesamt 11) Titelverteidigung(en) des Jahres.

Den Feinschliff für das Australian Open holt er sich dann beim Einladungsturnier «Kooyong Classic» in Melbourne.

In der ersten Saisonhälfte bleibt Federers Turnierplan gegenüber dem Vorjahr unverändert. Unverändert hoch sind auch die Ziele: Neben dem Gewinn des vierten Wimbledon-Titels will er auch die Führung in der Weltrangliste behalten, die er seit nunmehr 100 Wochen ununterbrochen besetzt.

Trotz eines riesigen Vorsprungs von 1960 Punkten (praktisch dem Äquivalent von zwei Major-Titeln) auf Rafael Nadal kann er sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen: Bis Key Biscayne hat er alleine 2250 Punkte zu verteidigen.

Fragezeichen bei den Gegnern...

Federer ist derzeit die einzige hundertprozentige Konstante im Männertennis.

Um die anderen Spitzenspieler ranken sich Fragezeichen: Nadal und Melbourne-Titelverteidiger Marat Safin (dem bei einem frühen Out der Rückfall in die Gegend von Platz 50 droht) kämpfen ebenso mit Verletzungen wie Altmeister Andre Agassi, Andy Roddick hat 2005 (trotz des Erreichens des Wimbledon-Finals) stagniert und Lleyton Hewitt schien zuletzt auf höchstem Niveau wegen mangelnder Gewinnschläge limitiert.

... und bezüglich der Mannschaftswettbewerbe

Noch nicht klar ist, wie es im Davis- und Fedcup aussieht. Während der weibliche Team-Wettbewerb ohnehin nur marginale Bedeutung geniesst (die Schweiz startet im April in Japan) und Schnyder und Hingis mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht spielen werden, ist bei den Männern die Attraktivität gross.

Die Schweizer Siegchancen gegen Australien (10. bis 12. Februar in Genf) hängen wesentlich davon ab, ob Federer mitspielt. Der Weltranglisten-Erste will sich nach Melbourne dazu äussern.

Zweite Garde im Zugzwang

Hinter dem Spitzentrio steht die zweite Garde mit Ausnahme von Stanislas Wawrinka (ATP 55) unter Zugzwang. Der Romand hat ein sehr gutes Jahr hinter sich und scheint in der Lage, sich heuer noch einmal zu verbessern, falls er sein Schlagrepertoire etwas vergrössert.

In den Top 200 figuriert sonst nur noch George Bastl (ATP 128), knapp dahinter Ivo Heuberger und Michael Lammer. In erster Linie die Verletzungshexe bezwingen müssen Marco Chiudinelli (ATP 287) und Michel Kratochvil. Der Berner ist nun schon so lange ausgefallen, dass er kein Ranking mehr hat.

Bei den Frauen drängt im Moment auch niemand nach. Emmanuelle Gagliardi (WTA 95) hält sich standhaft und mit vereinzelten Exploits in den Top 100, daneben ist das Augenmerk vor allem auf Timea Bacsinszky (WTA 319) gerichtet. Das Talent aus der Romandie hat ein Jahr praktisch verschleudert und ist weit hinter Altersgenossinnen gefallen.

Bei ihr stellt sich in erster Linie die Frage, ob sie bereit ist, sich den Strapazen eines Profilebens mit der nötigen Ernsthaftigkeit zu unterziehen. Ein Comeback strebt zudem die ebenfalls sehr lange verletzt gewesene Marie-Gaïané Mikaelian (WTA 332) an, die ihre Streitigkeiten mit Swiss Tennis beigelegt hat.

(rr/Si)

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