Vorletzte LdU-Sektion in Köniz aufgelöst
publiziert: Dienstag, 7. Mrz 2006 / 17:20 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 7. Mrz 2006 / 18:06 Uhr

Köniz - In Köniz ist die vorletzte LdU-Sektion der Schweiz aufgelöst worden. Einzig jene in Uster ZH hält die Fahne nun noch hoch.

Gottlieb Duttweiler gründete 1936 die LdU.
Gottlieb Duttweiler gründete 1936 die LdU.
Auf nationaler und kantonaler Ebene ist der Landesring der Unabhängigen schon 1999 von der Bildfläche verschwunden. Der Könizer LdU habe noch aus fünf, sechs Aktiven bestanden, bestätigte die bisherige LdU-Gemeindeparlamentarierin Ursula Wyss eine Meldung der «Berner Zeitung».

Die Könizer LdU-Sektion sei schon seit mehreren Jahren mit der Grünen Freien Liste (GFL) zu den Wahlen angetreten und auch die Mitgliederversammlungen habe man gemeinsam durchgeführt. Nach der Auflösung der LdU-Ortspartei tritt Wyss zur GFL über.

Die letzte Landesring-Sektion findet sich damit in Uster ZH. Wie ihr Präsident Paul Stopper auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte, sind die noch rund 10 Mitglieder weiterhin politisch aktiv und «mischen sich ein».

Der LdU wurde 1936 als Bewegung von «Migros-Vater» Gottlieb Duttweiler auf dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise gegründet. In den Fünfziger- und Sechzigerjahren gelang es dem LdU, mit einer «sachbezogenen Oppositionspolitik» und nonkonformistischen Köpfen viele Protest- und Wechselwähler zu gewinnen.

Bruch in den Achtziger Jahren

In den Siebzigerjahren besetzten neue Parteien wie die Nationale Aktion, die Poch und später die Grünen wichtige Themenbereiche der Politik. Die Partei zerrieb sich seit den Achtzigerjahren in Kämpfen zwischen einem bürgerlich-liberalen und einem ökologischen Flügel.

Der Abstieg wurde durch den Verlust des Migros- Genossenschaftsbundes als wichtigstem Geldgeber noch verschärft. Nach der Niederlage bei den Nationalratswahlen 1999 beschloss die Delegiertenversammlung die Auflösung des LdU.

(fest/sda)

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