Kommunalwahlen Genf
Vormarsch des rechtspopulistischen MCG ist ins Stocken geraten
publiziert: Montag, 20. Apr 2015 / 00:16 Uhr
Am 10. Mai kommt es in Genf zu einem zweiten Wahlgang. (Symbolbild)
Am 10. Mai kommt es in Genf zu einem zweiten Wahlgang. (Symbolbild)

Genf - Bei den Wahlen für die Genfer Stadtregierung droht Rémy Pagani von den alternativen Linken seine Wiederwahl zu verpassen. Alle Kandidaten in der Stadt Genf verpassten jedoch das absolute Mehr. Der jahrelange Vormarsch des rechtspopulistischen MCG wurde gebremst.

2 Meldungen im Zusammenhang
Bei den Wahlen für die links dominierte Stadtregierung von Genf lag der Bisherige Rémy Pagani von den alternativen Linken abgeschlagen auf dem achten Platz. Gemäss den Zwischenresultaten vom Sonntagabend verpasste er die Wiederwahl mit nur 6'710 Stimmen deutlich.

Die anderen vier Bisherigen stehen an der Spitze der Zwischenresultate. Das beste Resultat holte SP-Mann Sami Kanaan (14'207 Stimmen), vor CVP-Nationalrat Guillaume Barazzone (14'151), der Grünen Esther Alder (13'527) und der zweiten SP-Vertreterin Sandrine Salerno (13'041).

Neu auf dem fünften Platz lag am Sonntagabend der FDP-Vertreter Pierre Conne (11'848 Stimmen), dicht gefolgt von seinem Parteikollegen Adrien Genecand (11'783).

Weil alle Bisherigen gemäss den letzten Zwischenergebnissen hinter dem absoluten Mehr von 19'966 Stimmen lagen, kommt es am 10. Mai zu einem zweiten Wahlgang. Dabei könnte es selbst Rémy Pagani noch schaffen, falls SP, Grüne und Linkaussen in der Stichwahl zusammenspannen.

Stauffer droht Abwahl

Vor einer herben Schlappe steht MCG-Gründer Eric Stauffer, dem die Abwahl aus der Exekutive der Stadt Onex droht. Im Rennen für die Wiederwahl für die dreiköpfige Stadtregierung landete er nur auf dem vierten Platz, wenn auch nur mit 219 Stimmen Rückstand auf den dritten Platz.

Er bezeichnete seine Chancen für den zweiten Wahlgang als «fast bei null». Das MCG, welche keine Allianzen mit anderen Parteien eingehe, sei abgestraft worden, sagte Stauffer am Sonntag als Erklärung für die Wahlschlappe.

Stauffers Sitz in der Stadtregierung von Onex war das einzige Exekutiv-Mandat des MCG, das sich vor den Wahlen den Gewinn von weiteren Exekutiv-Sitzen zum Ziel genommen hatte. Einzig Nationalrat Roger Golay könnte es in Lancy schaffen, wo er auf dem 3. Platz landete. Auch er verpasste aber das absolute Mehr und muss in die Stichwahl.

Nach Jahren des rasanten Aufstiegs scheint das MCG in Genf nun sein Potenzial ausgereizt zu haben. Die erneut aggressive Wahlkampagne gegen die «frontaliers» (Grenzgänger aus Frankreich) führte nur vereinzelt in Gemeindeparlamenten zu Sitzgewinnen.

Schlussresultate am Montag

Die Genfer Behörden standen am Sonntag vor einer Mammutaufgabe, die Wahlzettel für die Parlamente und Exekutiven der 45 Gemeinden und Städte auszuzählen. Am Sonntagabend lagen deshalb nur Zwischenergebnisse vor.

Das provisorische Schlussresultat wurde am späten Abend erwartet. Für die über 1500 Stimmenzähler ist die Arbeit damit aber noch nicht vorbei. Sämtliche Gemeinden und Städte werden zweimal ausgezählt. Das Schlussresultat liegt deshalb erst am Montagnachmittag vor.

Noch keine Angaben gab es für das Genfer Stadtparlament, welches bisher eher bürgerlich war. Gemäss den Zwischenresultaten vom Sonntagabend gewannen FDP und CVP am meisten Sitze in den Parlamenten, bei den Grünen hielten sich Gewinne und Verluste in etwa die Waage. Die im Kanton Genf ohnehin kleine SVP verlor mehrere Sitze in den Parlamenten.

(bert/sda)

Lesen Sie hier mehr zum Thema
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Zwischen Bodensee und Säntis ist eine Landesausstellung geplant.
Zwischen Bodensee und Säntis ist eine Landesausstellung geplant.
Abstimmung am 5. Juni  Bern - Neben den fünf eidgenössischen Abstimmungsfragen entscheiden am 5. Juni die Stimmberechtigten über zahlreiche kantonale Vorlagen. In den Kantonen St. Gallen und Thurgau wird über das Schicksal der Expo2027 befunden. mehr lesen 
Laut Umfrage  Zürich - Die Zustimmung für die Pro-Service-public-Initiative schmilzt laut einer Umfrage. Doch die Befürworter der Vorlage behalten trotz dem starken Vormarsch der Gegner mit 48 Prozent vorerst die Oberhand. mehr lesen  
Etschmayer Durch ungeschickte Avancen von SBB- und Post-Chefs, droht die Service-Public-Initiative tatsächlich angenommen zu werden. Von ... mehr lesen  
Künftig mindestens 500'000.-- und die ganze Schweiz inklusive: SwissPass, der schon bald mal GACH heissen könnte.
Migration, Asyl und Flüchtlinge galten bei der Wählerschaft als wichtigstes Problem. (Symbolbild)
Wahlen 2015  Bern/Lausanne - Die SVP hat ihr gutes Resultat bei den Wahlen 2015 einer soliden Wählerbasis und der ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 6°C 22°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Basel 7°C 22°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
St. Gallen 9°C 19°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Bern 6°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Luzern 7°C 21°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig recht sonnig
Genf 10°C 20°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Lugano 12°C 18°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten