Vorschau: Leichtathletik-WM in Osaka
publiziert: Montag, 20. Aug 2007 / 21:17 Uhr

Das zwölfköpfige Schweizer WM-Team für die Weltmeisterschaften in Osaka ist grösser ausgefallen als im Vorfeld erwartet. Reüssierende Leistungsträger sowie überraschende Emporkömmlinge zeichnen dafür verantwortlich.

Viktor Röthlin im Höhentraining auf dem Mouttas Muragl.
Viktor Röthlin im Höhentraining auf dem Mouttas Muragl.
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Die Schweiz stellt die zahlenmässig grösste WM-Delegation seit den Titelkämpfen 1995 in Göteborg.

Und trotz erfüllter WM-Norm reisen die Schweizer Rekordhalter Patric Suter sowie Nicole Büchler nicht nach Japan; auf den Hammerwerfer wurde nach Ungereimtheiten bei der Meldepflicht gegenüber den Doping-Kontrolleuren verzichtet, die Stabhochspringerin muss passen, weil mit dem B-Wert nur eine Athletin gemeldet werden darf.

Wäre mit den Leistungen des Sommers 2006 für Japan selektioniert worden, hätten mit Viktor Röthlin, Alexander Martinez, Christian Belz, den Speerwerfern Stefan Müller und Felix Loretz sowie Simone Oberer bloss sechs statt 14 Aktive die Vorgabe der IAAF erfüllt.

Teamleader Röthlin macht den Auftakt

Teamleader Röthlin hatte im April mit seinem hochkarätigen Schweizer Rekord beim Zürich Marathon in 2:08:20 Stunden eine erfreuliche Sommersaison eingeläutet.

Die für einen Grossanlass erprobten Kräfte wie Müller, Martinez, Hürdensprinter Andreas Kundert oder die Siebenkämpferinnen Oberer und Sylvie Dufour erbrachten -- zum Teil nach Startschwierigkeiten -- ihre Leistung souverän.

Andererseits tauchten mit der Mehrkämpferin Linda Züblin oder den Stabhochspringerinnen Anna Katharina Schmid und Nicole Büchler auch neue Namen in der Leichtathletik-Szene auf. Zudem gelang den ins 4x100-m-Staffelprojekt involvierten 200-m-Sprintern Marc Schneeberger und Marco Cribari ein Leistungssprung.

Ziel Finalklassierung

Der Aufschwung darf allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Schweiz nach Paris 2003 und Helsinki 2005 die dritten Weltmeisterschaften in Folge ohne eine Finalklassierung (Top 8) drohen.

Der zu Saisonbeginn zurückgetretene André Bucher hatte 2001 in Edmonton mit dem Gewinn der Goldmedaille über 800 m für das letzte Highlight gesorgt. Am ehesten könnte Röthlin, der in der Nacht auf Samstag Schweizer Zeit noch vor der Eröffnungfeier seinen Auftritt hat, die Durststrecke beenden.

Mit einem Exploit schaffen möglicherweise auch Müller oder Martinez den Einzug unter die besten acht. Als Messlatte dient folglich in den meisten Fällen die Bestätigung der Selektionsleistung.

Nach dem Disziplinenwechsel von Belz und dem Abgang Buchers ist das helvetische Team derzeit in den Mittelstrecken nicht mehr vertreten. Auch im Hürdenlauf über die volle Bahnrunde, eine Disziplin mit grosser Schweizer Tradition, fehlt ein WM-tauglicher Athlet. Von den sechs «World Class Potentials» hat einzig Kundert den Sprung ins Team geschafft. Hochspringer Michael Isler (LV Winterthur) und Hürdenläuferin Sabrina Altermatt (LC Zürich), die 2005 mit Kundert im Hinblick auf Osaka und Peking als erste Athleten ins Nachwuchsförderungs-Programm aufgenommen wurden, zeigten bislang keine Anzeichen zum Durchbruch.

Hauptprobe für Peking

Osaka wird nicht bloss aus klimatischer Sicht eine Hauptprobe für die Olympischen Sommerspiele in Peking. Die grosse Zeitspanne ohne das gewohnte Umfeld sowie das Leben aus dem Koffer stellt auch Anforderungen an die mentale Stärke. Swiss Athletics verwarf letztlich die Option, sich mit dem deutschen Team im kühleren Norden Japans vorzubereiten und kurzfristig nach Osaka zu dislozieren.

Obgleich die Leichtathleten Einzelkämpfer sind, entsteht an Grossanlässen eine Team-Dynamik. In Japan wird diesem Effekt eine noch grössere Bedeutung zukommen. Im Gegensatz zu Paris, Athen 2004, Helsinki oder den EM im letzten Sommer in Göteborg können sich die Aktiven nicht in der gewohnten Umgebung vorbereiten und kurzfristig zum Ernstkampf anreisen; die klimatischen Bedingungen im feuchtwarmen Osaka und der Jetlag lassen dies nicht zu.

Röthlin flog nach einem Testlauf in New York am 5. August gleich weiter nach Asien. Die drei Siebenkämpferinnen sowie Martinez, die wie Röthlin am ersten Wettkampftag im Einsatz stehen, sind zehn Tage zuvor in Osaka eingetroffen.

Das Schweizer Team in Osaka

Männer (7): Marco Cribari (1985/LC Zürich/200 m/Qualifikationswert 20,54/persönliche Bestleistung 20,54), Marc Schneeberger (1981/TVL Bern/200 m/20,47/20,47), Andreas Kundert (1984/LCB St. Gallen/110 m Hürden/13,59/13,59), Viktor Röthlin (1974/STV Alpnach/Marathon/2:08:20/2:08:20), Alexander Martinez (1977/LC Zürich/Dreisprung/17,13/17,51), Stefan Müller (1979/LV Winterthur/Speer/79,43/82,07), Felix Loretz (LC Zürich/Speer/78,38/78,56).

Frauen (5). Stab: Anna Katharina Schmid (1989/LV Thun/Stab/4,30/4,30), Sylvie Dufour (1979/ST Bern/Siebenkampf/6112/6112), Simone Oberer (1980/LC Zürich/Siebenkampf/5996/6052), Linda Züblin (1986/LAR Bischofszell/Siebenkampf/5980/5980), Marie Polli (1980/SAL Lugano/20 km Gehen/1:35:41/1:35:41).

Trotz erfüllter Limite nicht im Team (2). Männer: Patric Suter (1977/Hochwacht Zug/Hammer/75,80/80,51); Suter ist ausgeschlossen worden, weil er seiner Meldepflicht bei der Fachkommission für Dopingbekämpfung von Swiss Olympic nicht nachkam und den Schweizer Meisterschaften in Lausanne entgegen den Abmachungen in der persönlichen Athleten-Vereinbarung mit Swiss Athletics fernblieb. -- Frauen: Nicole Büchler (1983/ST Bern/Stab/4,35/4,35); mit erfülltem B-Wert konnte bloss eine Athletin selektioniert werden.

(von Hans Leuenberger, Osaka/Si)

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