Ultrarechte scheitern
Vorstoss zur Legalisierung von israelischen Siedlungen gescheitert
publiziert: Mittwoch, 6. Jun 2012 / 20:59 Uhr
Israel will illegal gebaute Siedlungen im Nachhinein legalisieren. (Archivbild)
Israel will illegal gebaute Siedlungen im Nachhinein legalisieren. (Archivbild)

Jerusalem - Ultrarechte israelische Abgeordnete sind mit einem Vorstoss zur Legalisierung nicht genehmigter Siedlungen im Westjordanland gescheitert. 69 der 120 Knesset-Mitglieder stimmten am Mittwoch gegen, nur 22 für den Gesetzentwurf.

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Damit stellte sich eine Mehrheit der Abgeordneten hinter den Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu (Likud), der sich gegen den umstrittenen Gesetzentwurf ausgesprochen hatte. Netanjahu hatte Ministern sogar mit Entlassung gedroht, sollten sie in erster Lesung für den Vorstoss stimmen.

Er fürchtete Medienberichte zufolge die heftige internationale Kritik, sollte das Gesetz gebilligt werden. Mehrere Minister blieben daraufhin der Abstimmung fern, obwohl sie vorher ihre Zustimmung gelobt hatten.

Streitpunkt: 5 Häuser in Beit El

Mit dem Gesetzesentwurf sollten ohne Genehmigung der Regierung gebaute israelische Siedlungen im Westjordanland nachträglich legalisiert werden. Auf diese Weise sollte unter anderem der Abriss von fünf Siedlerhäusern im Ortsteil Ulpana in der Siedlung Beit El verhindert werden.

Israels höchstes Gericht hatte die Zerstörung der Gebäude bis zum 1. Juli angeordnet, weil sie auf privatem palästinensischem Land errichtet wurden. Die Einwohner der fünf Häuser sollen auf Land in Beit El umgesiedelt werden, das mit Genehmigung der Regierung bebaut wird.

Für jedes abgerissene Haus zehn neue bauen

Premier Netanjahu, der sich trotz des starken Drucks aus dem rechten Lager für die Räumung ausgesprochen hatte, kündigte gleichzeitig an, für jedes abgerissene Siedlerhaus sollten zehn neue gebaut werden. Andere Teile Beit Els sollen weiter ausgebaut werden, insgesamt sollen bis zu 300 neue Siedlerhäuser entstehen.

Daraufhin unterstützten auch der ultrarechte Aussenminister und seine Partei Israel Beitenu (Unser Haus Israel) den Regierungschef bei der Abstimmung.

Netanjahu stimmte ausserdem der Bildung eines neuen Ministerkomitees zu, das unter seinem Vorsitz Bauprojekte im Westjordanland billigen kann. Israel unterscheidet zwischen Siedlungen, die mit Genehmigung der Regierung gebaut wurden, und illegalen Aussenposten.

Nach internationalem Recht sind jedoch alle Siedlungen illegal. Im Westjordanland und in Ost-Jerusalem leben rund eine halbe Million Siedler inmitten von gut 2,5 Millionen Palästinensern.

(knob/sda)

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Kann mir jemand hier erklären, ob oder warum Israel diese Siedlungen bauen muss oder bauen kann...!?

Was ich bisher über solche Aktivitäten seitens Israels lesen konnte oder zu hören bekam, besagte fast immer nur, dass Israel sich mehr Land aneiegnen müsse ...

Gibt es dafür Rechte irgend in einer Art oder handelt hier Israel immer noch in fast historischer, biblischer Ansicht, dass es das - eben - historische Recht dazu habe?

Ich meine, dass auch ein historisches "Recht" halt heute pragmatischer beurteilt werden müsste. Die heutige Realität wäre wohl "gesünder" als Entscheidungsgrundlage.

ODER gibt es plausible Gründe anderer Art zu nennen?
Besonders in der Region von Jerusalem kommt es immer wieder zu Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern.
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