Vorverurteilung: «Tribune de Genève» schockiert
publiziert: Mittwoch, 17. Mrz 2010 / 16:19 Uhr / aktualisiert: Montag, 14. Jun 2010 / 21:05 Uhr

Genf - Die «Tribune de Genève» zeigt sich schockiert über gewisse Äusserungen des Kantons Genf in der Affäre Gaddafi. Die Genfer Tageszeitung bezeichnet zudem ihre Vorverurteilung durch den Kanton als «inakzeptabel» und verlangt, dass das juristische Prozedere eingehalten wird.

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Der Staat sei absolut frei, seine Verantwortung im Falle Hannibal Gaddafi anzuerkennen, schreibt Chefredaktor Pierre Ruetschi auf der Internetseite der Zeitung.

«Aber das impliziert natürlich in keiner Weise, das die »Tribune de Genève« Recht verletzt hat, als sie die Fotos publizierte, wie das der Kanton Genf in seiner Eingabe an das Gericht zu verstehen gibt. (...) Diese Vorverurteilung ist absolut inakzeptabel», so Ruetschi weiter.

Ruetschi von seiner Nichtschuld überzeugt

Der Chefredaktor ist zudem «schockiert» darüber, dass der Kanton das Gericht darum bittet, von der Anhörung von Zeugen und von weiteren Ermittlungen abzusehen. Ruetschi gibt sich überzeugt, er habe mit der Publikation der Fotos Schweizer Recht nicht verletzt.

Die Genfer Regierung hingegen bekräftigte erneut ihre Position zur Veröffentlichung der Polizeifotos von Hannnibal Gaddafi: Sie erklärte ihre Bereitschaft, Gaddafi eine Entschädigung zu zahlen.

Wie hoch die Entschädigung sein werde, müsse das Gericht entscheiden, schrieb die Regierung in einer Mitteilung. Zur Kritik an ihrer Eingabe beim Gericht wollte sie keine Stellung nehmen.

Regierung erklärte Mitverantwortung an

Die Regierung erklärte weiter, sie erkenne eine Mitverantwortung an, da es sich mit grosser Wahrscheinlichkeit um einen ihrer Angestellten handelte, der das Foto an die «Tribune de Genève» geschickt hatte. Man werde solches Verhalten nicht tolerieren und entsprechend sanktionieren. Der Kanton Genf hatte in der Sache Strafklage gegen Unbekannt eingereicht.

Hannibal Gaddafi hatte im Dezember 2009 eine Zivilklage gegen den Kanton Genf, die «Tribune de Genève» und einen Journalisten der Zeitung wegen Verletzung seines Persönlichkeitschutzes eingereicht. Zudem verlangt er eine Entschädigung von 100'000 Franken.

(pad/sda)

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An die Redaktion
Mhhm errh.. Billingue?

Wenn man Genf in diesem Forum auf Französisch schreibt kriegt man "Genève" im Text. Aber Hallo? Auch das Euro-Zeichen beherrscht die Software offensichtlich nicht.
Völlig recht
Martin hat völlig recht. Hier werden wieder mal Abneigungen mit Ballenberg-Mentalität gemischt.

Die Veröffentlichung der Fotos hätte auch vor Gericht landen können, wenn sie Herrn X aus Z zeigen würden. Unabhängig von Lybien, nur Schweizer Gesetz.Tatsache ist, ein Beamter hat jemanden begünstigt oder, was ich eher vermute, wurde dafür bezahlt. Also ist es mit grösster Wahrscheinlichkeit Korruption. Korruption muss ausgemerzt werden und liegt im Staatsinteresse über dem Informantenschutz.

Die Fotos erfüllten kein öffentliches Informationsinteresse, sondern dienten nur der Auflage. Von einem Chefredaktor erwarte ich in dieser Situation etwas Verantwortungsgefühl, Hirn und vor allem nicht diese sinnlose Arroganz. Ausbaden kann es ja der Herr Göldi. Die Tribune de Genève macht sich mit Ihrem Verhalten wahrscheinlich auch in der Schweiz nicht viele Freunde.

Dass dann die Kantonsregierung von Genf noch Monate braucht bis Mr. Arroganz 2 den Hintern hochkriegt ist die weitere Blamage. Wenn man die Sache aus dem Ausland betrachtet, so fragt man sich wo dieses tolle Ueberfallkommando sonst ist, wenn Leute auf der Strasse totgeschlagen werden.

Man sagt nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern. Was hat der Abdruck dieser Fotos ausser Nachteile für eine Geisel gebracht??
nix kuschen
ein verantwortungsloser Chefredaktor hat völlig überflüssige Fotos aus rein egoistischen Motiven veröffentlicht, obwohl er ganz genau gewusst haben muss, dass er eine schwierige Situation noch schwieriger macht. Das Unterlassen einer solchen Provokation hat nichts mit kuschen, aber sehr viel mit gesundem Menschenverstand zu tun.
Zynisch die zweite
Na gut, am besten kuschen wir so lange vor Ghadaffi und gehen auf alle seine Vorderungen ein, bis Göldi wieder in der Schweiz ist. Dann sind sicher alle Schweizer in Zukunft in solchen Länder in Sicherheit.
Zynisch
in Anbetracht der Haftbedingungen unter denen Göldi leiden muss, sind ihre Aussagen brutal und zynisch. Der arrogante Chefredaktor und auch sie hocken auf ihren warmen Stühlchen und es ist ihnen absolut egal, wenn Göldi in einem Dreckloch in Libyen verschmachtet. Für die Veröffentlichung der Fotos gab es überhaupt keinen triftigen Grund. Also hat die Zeitung aus purem Egoismus und total rücksichtslos gehandelt und gehört dafür bestraft
Entschädigung?????!!!!
Jetzt sollen wir Lybien auch noch Entschädigen für all den Wahnsinn dieses Diktators der in seiner eigenen Traumwelt lebt und herrscht?

Die Zeitung hat ja die ganze Sache nicht ins Rollen gebracht, die Veröffentlichung der Bilder war sicher nicht klug.

Trotzdem ist es wohl so ziemlich das allerdümmste, jetzt eine Entschädigung anzubieten.

Damit wird Ghadaffi bestätigt in seinem Wahn und wird weiterhin zahlreiche Forderungen stellen.

Wenn übrigens irgendwer als Austauschgeisel geschickt werden sollte, dann sicher der liebe Herr Merz.

Die VISA Sperre war das bisher einzige schlaue das die Schweiz gemacht hat. Und diese muss bleiben bis Herr Göldi daheim ist, und danach kann man von mir aus sämtliche Beziehungen zu diesem Staat total abbrechen.
Wie wir ja wissen, hätte dies keinerlei grössere wirtschaftliche Konsequenzen, höchstens für Lybien selber.
Wenn nicht die Fotos
wäre etwas anderes als Grund genommen worden um sich an der Schweiz zu rächen und vom eigentlichen Thema abzulenken.

Erpresser entwickeln manchmal unglaubliche Fantasien,werden oft von falschem Erfindergeist beseelt und kennen kein Pardon um Ihren Plan durchzuziehen.

Könnten Sie mir vielleicht erklären warum Herr Hamnadi freigelassen wurde und Herr Göldi nicht?

Alles was bis anhin von Lybien kam sind Lügen, falsche Anschuldigungen und Ränkespiele.

In der Schweiz ist in vielen Kreisen die Diskussion im Gang ob man jugentliche Schläger mit Namen und Foto publik machen soll. Für Erwachsene, die eben erwachsen sein sollten und eher wissen sollten wie man sich benimmt, auch wenn es das Diplomatensöhnchen oder der Sohn eines skrupekllosen Herrschers ist, finde ich eine Publikation in Wort und Bild völlig angebracht und angemessen.

Stellen Sie sich vor ein Schweizer Diplomat hätte in einem Genfer Hotel einen Lybier oder Schweizer Muslim verprügelt. Sie und ich können sich ausdenken was dann für ein Gebrüll losgelassen worden wäre.

Wenn so ein Berserker die Schweiz schlecht machen will kann er es tun, ganz einfach, jederzeit, auf jede Art, unter Mithilfe von blauäugigen Multikultis, schlechten Politikern, nur an Geld interessierten Wirtschsleuten und fundamentalistischen Moslems als Rückenstärkung.
Interessen
Im Interesse der Schweiz und vor allem der Gesundheit von Herrn Göldi, könnte dieser arrogante Chefredaktor auch mal über seinen Schatten springen.

Die Veröffentlichung der Fotos war nach Schweizer Gesetz weder juristisch unproblematisch, noch diente es einem öffentlichen Interesse. Es ging nur um Auflage. Nachdem man schon die Erfahrung der Reise von Bundesrat Merz hatte und wusste dass Lybien nicht rational agiert, war die Veröffentlichung im Hinblick auf die Geiseln nur dumm.
Zeit heilt Wunden, Martin
Im Fall Lybien leider nur die Wunden die man vergessen lassen wollte. Ob all dem Klamauk über die Gaddafi-Fotos vergessen selbst viele Schweizer gerne warum schlussendlich die Fotos publiziert wurden. Das wollte doch der Wüsten-Tyrann erreichen und wir braven Alpen-Knörze fallen darauf herein.

Vom eigentlichen Vorfall im Hotel hört man sehr wenig und ich nehme an dass der Chefredaktor und der Journalist mehr wissen als Gaddafi lieb ist. Aus diesem Grund leitet Gaddafi die Aufmerksamkeit auf das Folgeproblem während dem der Chefredaktor konsequent den Journalisten deckt. Der macht alles richtig!!

Wäre nur zu hoffen dass die Polizei und der Staat ehrlicher wären und dem Gaddafi-Clan nicht noch den A**** putzen.
90% zu Lasten der Zeitung
die Zeitung hat vorsätzlich und ausschliesslich aus Eigeninteresse (Auflagensteigerung) gehandelt, deshalb soll sie auch bestraft werden. Der arrogante Chefredaktor soll als Austauschgeisel nach Tripolis geschickt werden
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