Vuelta à España im Doping-Schatten
publiziert: Samstag, 26. Aug 2006 / 00:08 Uhr

Denis Mentschow, dem der Vorjahressieg knapp fünf Monate nach dem Ende der Rundfahrt zugesprochen wurde, ist der grosse Favorit der 61. Vuelta à España.

Viele bekannte Namen werden auch an der diesjährigen Vuelta fehlen.
Viele bekannte Namen werden auch an der diesjährigen Vuelta fehlen.
Nach einem Jahr, das mehr wegen Dopingskandalen als wegen sportlicher Leistungen für Schlagzeilen sorgte, soll die Spanien-Rundfahrt einen (weiteren) Neuanfang im Radsport markieren. «Ich hoffe, dass diese Vuelta der Kilometer 0 ist des Wegs zur Überwindung der Krise unseres Sports», erklärte Renndirektor Victor Cordero.

Begonnen hatte die Serie der Skandale mit der letzten Spanien-Rundfahrt, als der Sieger Roberto Heras am zweitletzten Tag der Einnahme von EPO überführt wurde; im vergangenen Februar wurde dem Spanier sein vierter Vuelta-Sieg aberkannt und Mentschow zugeschrieben.

Vor allem die «Operacion Puerto» erschütterte den Radsport und dünnte das Feld der Favoriten aus. Ivan Basso, Gewinner des Giro d´Italia 2006, ist im ProTour-Feld wegen seiner intensiven Verbindung zum Doping-Arzt Eufemiano Fuentes nicht mehr erwünscht; ebenso wurden Francisco Mancebo, Carlos Garcia Quesada und Oscar Sevilla, die im Vorjahr ebenfalls unter den ersten Zehn gewesen waren, ausgeschlossen. Und nach dem Fall von Floyd Landis steht auch der dritte Sieger der grossen Rundfahrt der letzten zwölf Monate im Doping-Zwielicht.

Valverde fühlt sich gut in Form

Bisher noch unbeschadet aus dem Fuentes-Skandal blieb Alejandro Valverde, der als er schärfster Widersacher Mentschows gesehen wird. Der 26-jährige Spanier, bereits zweimal WM-Zweiter und 2003 Vuelta-Dritter, wird zwar mit dem Gynäkologen in Verbindung gebracht, doch nachgewiesen werden konnte ihm diese noch nicht. Von seinem Sturz in der Tour de France hat sich Valverde erholt und fühlt sich genug gut in Form, um seine erste grosse Rundfahrt zu gewinnen.

An der Seite von Valverde ist Oscar Pereiro, der wohl den Tour-de-France-Sieg von Floyd Landis erben wird, wieder in einer Helferrolle. Zusammen mit dem Russen Wladimir Karpez soll der frühere Phonak-Profi Valverde in den Aufstiegen - es sind fünf Bergankünfte auf dem Programm - unterstützen.

Mentschow, beeindruckender Sieger der Tour-Etappe aufs Pla-de-Beret, hat als Leutnant für die Anstiege den Dänen Michael Rasmussen, den Bergkönig der Tour, an seiner Seite. Allerdings sieht sich der Russe nicht in der Favoritenrolle: «Ich würde das Rennen zwar gerne gewinnen, aber die Vuelta ist hinter der Tour nur mein zweites Saisonziel. Ich fühle mich nicht mehr gleich frisch wie im Vorjahr.»

Carlos Sastre: zweiter spanischer Herausforderer

Der zweite spanische Herausforderer nach Valverde ist Carlos Sastre, der im Vorjahr von Mentschow nur um 18 Sekunden auf den nächsten Platz verwiesen worden war. Dem CSC-Profi, der im dänischen Team aus dem Schatten Bassos trat, dürfte in diesem Jahr zuträglich sein, dass insgesamt nur 51 km Einzelzeitfahren auf dem Programm stehen.

Fraglich ist jedoch, ob Sastre noch die nötige Frische hat, nachdem er im Giro d´Italia als Helfer von Basso im Einsatz war und die Tour de France als Vierter beendete. Zumindest Aussenseiterchancen werden dem Amerikaner Tom Danielson eingeräumt.

Acht Schweizer am Start

Die acht am Start stehenden Schweizer haben höchstens Teilerfolge im Visier. Für Sven Montgomery geht es nach einer neuerlichen Verletzungspause an die Adaption auf höchstem Niveau, derweil sich Fabian Cancellara in Spanien auf die WM vorbereitet. Der Berner setzte sich vor allem die beiden rund 30 km langen Zeitfahren als Ziel. Für die Fahrer der Phonak-Equipe bietet sich wieder eine Gelegenheit, sich für einen Arbeitsplatz in einer ProTour-Mannschaft im nächsten Jahr zu empfehlen.

Teilnehmer

Die 21 Mannschaften (Fahrerliste provisorisch): Rabobank (Denis Mentschow/Russ, Michael Rasmussen/Dä), CSC (Carlos Sastre/Sp, Fabian Cancellara/Sz), AG2R (Cyril Dessel/Fr), Bouygues Telecom (Walter Bénéteau/Fr), Crédit Agricole (Thor Hushovd/No), Caisse d´Epargne (Oscar Pereiro/Sp, Alejandro Valverde/Sp), Cofidis (David Moncoutié/Fr), Discovery Channel (Tom Danielson/USA, Manuel Beltran/Sp), Davitamon-Lotto (Robbie McEwen/Au), Euskaltel (Haimar Zubeldia/Sp), Française des Jeux (Bernhard Eisel/Ö), Gerolsteiner (Davide Rebellin/It, Sven Montgomery/Sz, Marcel Strauss/Sz).

Lampre (Danilo Napolitano/It, David Loosli/Sz), Liquigas (Danilo Di Luca/It), Milram (Alessandro Petaqcchi/It, Erik Zabel/De), Phonak (Miguel Angel Perdiguero/Sp, Aurélien Clerc/Sz, Luis Fernandez/Sp, Ryder Hesjedal/Ka, Nicolas Jalabert/Fr, Steve Morabito/Sz, Uros Murn/Sln, Florian Stalder/Sz, Steve Zampieri/Sz), Quick Step (Paolo Bettini/It), Relax-Gam (Nacor Burgos/Sp), Saunier Duval (Koldo Gil/Sp), T-Mobile (Daniele Nardello/It), Astana (Alexander Winokurow/Kas).

Programm 2006

61. Vuelta a España (26. August bis 17. September). Parcours (* = Bergankunft). Samstag, 26. August: 1. Etappe, Mannschafts-Zeitfahren in Malaga (7,2 km). -- Sonntag, 27. August: 2. Etappe, Malaga - Cordoba (167 km). -- Montag, 28. August: 3. Etappe, Cordoba - Alemendralejo (220 km). -- Dienstag, 29. August: 4. Etappe, Almendralejo - Caceres (142 km). -- Mittwoch, 30. August: 5. Etappe, Plasenica - Estacion de Esqui La Covatilla (Bejar) (178 km *). -- Donnerstag, 31. August: 6. Etappe, Zamora - Leon (155 km). -- Freitag, 1. September: 7. Etappe, Leon - Alto de El Morredero (148 km *). -- Samstag, 2. September: 8. Etappe, Ponferrada - Lugo (173 km). -- Sonntag, 3. September: 9. Etappe, A Fonsagrada - Alto de La Cobertoria (206 km *). -- Montag, 4. September: Ruhetag. -- Dienstag, 5. September: 10. Etappe, Aviles - Museo de Altamira (190 km). -- Mittwoch, 6. September: 11. Etappe, Torrelavega - Burgos (165 km). -- Donnerstag, 7. September: 12. Etappe, Aranda de Duero - Guadalajara (162 km). -- Freitag, 8. September: 13. Etappe, Guadalajara - Cuenca (170 km). -- Samstag, 9. September: 14. Etappe, Einzelzeitfahren Cuenca - Cuenca (33 km). -- Sonntag, 10. September: 15. Etappe, Motilla del Palancar - Almussafes (175 km). -- Montag, 11. September: Ruhetag. -- Dienstag, 12. September: 16. Etappe, Almeria - Observatorio Astronomico de Calar Alto (145 km *). -- Mittwoch, 13. September: 17. Etappe, Adra - Granada (167 km). -- Donnerstag, 14. September: 18. Etappe, Granada - Sierra de la Pandera (153 km *). -- Freitag, 15. September: 19. Etappe, Jaen - Ciudad Real (195 km). -- Samstag, 16. September: 20. Etappe, Einzelzeitfahren Rivas Vaciamadrid - Rivas Vaciamadrid (28 km). -- Sonntag, 17. September: 21. Etappe, Madrid - Madrid (150 km).

Podien seit 1994

(jeweils 1. 2. 3.) 1994 Rominger (Sz) Zarrabeitia (Sp) Delgado (Sp) 1995 Jalabert (Fr) Olano (Sp) Bruyneel (Be) 1996 Zülle (Sz) Dufaux (Sz) Rominger (Sz) 1997 Zülle (Sz) Escartin (Sp) Dufaux (Sz) 1998 Olano (Sp) Escartin (Sp) Jimenez (Sp) 1999 Ullrich (De) Gonz. Galdeano (Sp) Heras (Sp) 2000 Heras (Sp) Casero (Sp) Tonkow (Russ) 2001 Casero (Sp) Sevilla (Sp) Leipheimer (USA) 2002 Gonzalez (Sp) Heras (Sp) Beloki (Sp) 2003 Heras (Sp) Nozal (Sp) Valverde (Sp) 2004 Heras (Sp) Perez (Sp) Mancebo (Sp) 2005 Mentschow (Russ) Sastre (Sp) Mancebo (Sp)

Schweizer im Leadertrikot

Alex Zülle: 45 Tage (8 Etappensiege) Tony Rominger: 31 (12) Markus Zberg: 2 ( 2) Laurent Dufaux: 2 ( 1)

Schlussklassement 2005

1. Roberto Heras (Sp) 82:22:55. 2. Denis Mentschow (Russ) 4:36. 3. Carlos Sastre (Sp) 4:54. 4. Francisco Mancebo (Sp) 5:58. 5. Carlos Garcia Quesada (Sp) 8:06. 6. Ruben Plaza (Sp) 11:36. 7. Oscar Sevilla (Sp) 13:22. 8. Tom Danielson (USA) 16:38. 9. Mauricio Ardila (Kol) 18:19. 10. Juan Miguel Mercado (Sp) 18:31. 11. Samuel Sanchez (Sp) 20:12. -- Ferner: 41. Patrick Calcagni 1:29:02. 87. Martin Elmiger 2:44:01. 88. Sven Montgomery 2:45:39. -- Heras wurde im Februar 2006 wegen EPO-Einnahme gesperrt und der Sieg nachträglich Mentschow zugesprochen.

(smw/Si)

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