Ebola-Virus
WHO erklärt globalen Gesundheitsnotstand für aufgehoben
publiziert: Dienstag, 29. Mrz 2016 / 19:13 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 29. Mrz 2016 / 20:18 Uhr
WHO-Generaldirektorin Margaret Chan.
WHO-Generaldirektorin Margaret Chan.

Genf - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den wegen der Ebola-Epidemie in Westafrika mit mehr als 11'000 Toten ausgerufenen globalen Gesundheitsnotstand für beendet erklärt. Die Entscheidung gab WHO-Generaldirektorin Margaret Chan am Dienstag in Genf bekannt.

6 Meldungen im Zusammenhang
Die Epidemie sei ungeachtet vereinzelter neuer Fälle erfolgreich unter Kontrolle gebracht worden. Chan folgte einer Empfehlung internationaler Virus-Experten. Sie hatten am selben Tag über den Verlauf der im Dezember 2013 in Westafrika ausgebrochenen Epidemie beraten.

Die Experten seien zum Schluss gekommen, dass unter anderem alle mit der Furcht vor Ebola verbundenen Beschränkungen im internationalen Reiseverkehr aufgehoben werden könnten, sagte Chan. "Ich habe ihre Empfehlungen akzeptiert", fügte sie hinzu.

42 Tage ohne neue Fälle

Das Experten-Komitee erklärte nach einer Telefonkonferenz, alle Voraussetzungen für die Beendigung des Ebola-Notstands seien erfüllt. Insbesondere sei in den drei am stärksten betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone die originäre Ansteckungskette unterbrochen worden. Sie hätten jeweils die Frist von 42 Tagen - die doppelte Zeitspanne des maximalen Inkubationszeitraums - ohne neue Fälle abgeschlossen.

Dass es zuletzt in Guinea noch einzelne Ebola-Fälle gab, führte das Komitee auf Übertragungen des Virus durch Überlebende zurück, die ihn teils noch in sich trügen. Solche Infektionen - unter anderem mittels Samenflüssigkeit - seien auch weiterhin noch möglich, jedoch insgesamt klar auf dem Rückzug. Ausserdem seien alle derartigen Ansteckungen rasch unter Kontrolle gebracht worden.

Die WHO hatte erst nach wochenlangem Zögern im August 2014 den globalen Gesundheitsnotstand zur Bekämpfung der Ebola-Epidemie ausgerufen. Damit konnten weltweit koordinierte Abwehrmassnahmen gegen den damals bereits mit Abstand schwersten bisherigen Ebola-Ausbruch eingeleitet werden. Insgesamt sind der Epidemie mehr als 11'300 Menschen zum Opfer gefallen, mehr als 28'000 hatten sich infiziert.

WHO gelobt Besserung

Im April 2015 sah sich die WHO nach heftiger Kritik von Helfern vor Ort - massgeblich von der Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) - gezwungen, schwere Fehler bei der Ebola-Bekämpfung einzugestehen. Chan versprach grundlegende Verbesserungen im Umgang mit Seuchen.

Das Krisenmanagement der WHO habe angesichts des Ausmasses der Katastrophe anfangs weitgehend versagt. Die Organisation müsse grundlegend reformiert werden, erklärte sie.

Dieser Prozess ist inzwischen im Gange. Ziel ist eine effektive Krisenreaktion. Auch wegen der Ebola-Lehren rief die WHO im Februar angesichts der Ausbreitung des Zika-Virus in Lateinamerika und seiner möglichen Verbindung zu Schädelfehlbildungen einen weiteren globalen Gesundheitsnotstand aus - diesmal viel schneller als in der Ebola-Krise.

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Brasília - Brasilien hat seit dem ... mehr lesen
Mit den ansteigenden Frühlingstemperaturen würden zwei Mückenarten aktiv, die das Virus übertragen könnten. (Symbolbild)
Paris - Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat vor einem Übergreifen des Zika-Virus auf bislang nicht betroffene Regionen wie Europa gewarnt. mehr lesen
Freetown - Sierra Leone ist am ... mehr lesen
Sierra Leone soll nun definitiv ebolafrei sein.
Überlebende klagen über Gesundheitsprobleme. (Archivbild)
Die meisten Überlebenden einer Ebola-Infektoon haben langfristige Gesundheitsprobleme. Studien der National Institutes of Health in Liberia haben gezeigt, dass viele der Betroffenen sechs ... mehr lesen
Bellinzona - Eine internationale ... mehr lesen
Der Antikörper soll fünf Tage nach der Infektion noch wirken.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Dass WHO-Direktorin Margaret Chan eine WHO-Dringlichkeitssitzung ansetzte, zeigt, wie ernst die Gefahr genommen wird.
Genf - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen des Zika-Virus den globalen Gesundheitsnotstand erklärt. Zu diesem Schritt habe eine Expertenrunde geraten, teilte die WHO am ... mehr lesen 1
Hypnose und Hypnosetherapie in Baden / Aargau
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Das Berner Inselspital stellt die Proben für mehrere Forschungsprojekte und einem grösseren Forscherkreis zur Verfügung.
Das Berner Inselspital stellt die Proben für mehrere ...
Medizinische Forschung  Bern - Das Inselspital nimmt mit der «Liquid Biobank Bern» das derzeit modernste Tiefkühllager für Blut und andere flüssige Bioproben in der Schweiz in Betrieb. Die Biobank soll zur wichtigen Forschungsressource für massgeschneiderte Medizin werden. mehr lesen 
Erhöhtes Osteoporose-Risiko  Trondheim - In den letzten Wochen der Schwangerschaft gehört die Weitergabe von Kalzium an den Fötus ... mehr lesen  
Die Knochendichte eines Frühchens ist geringer.
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 17°C 29°C viele Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen freundlich
Basel 18°C 29°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich recht sonnig
St. Gallen 18°C 26°C viele Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen freundlich
Bern 16°C 28°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen recht sonnig
Luzern 18°C 28°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen freundlich
Genf 16°C 29°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Lugano 21°C 30°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten