WHO verfehlt Aids-Versorgungsziel in armen Ländern
publiziert: Dienstag, 28. Mrz 2006 / 23:46 Uhr

Genf - Rückschlag im Kampf gegen Aids in armen Ländern: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihr Versorgungsziel 2005 verfehlt. Bis Ende letzten Jahres wurden nur 1,3 statt 3 Millionen Menschen in armen Ländern mit Aids-Medikamenten ausgestattet.

In Afrika südlich der Sahara fehlen eine Million Medizinalpersonen.
In Afrika südlich der Sahara fehlen eine Million Medizinalpersonen.
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Das teilte die UNO-Organisation in Genf mit. Die Vereinten Nationen hatten das Versorgungsziel im Dezember 2003 aufgestellt. Zwar seien seither Fortschritte erzielt worden, doch diese seien ungenügend, stellten nun die WHO und das Aids-Programm der Vereinten Nationen (UNAIDS) fest.

Die Zahl der Menschen in armen Ländern, die virushemmende Medikamente erhielten, stieg in den letzten zwei Jahren von 400 000 auf 1,3 Millionen. Doch insgesamt wären 6,5 Millionen Menschen auf die Arzneimittel angewiesen.

Die internationale Gemeinschaft stellte mehr Geld zur Verfügung denn je, doch auch dies reichte nicht für die Befriedigung aller Bedürfnisse.

Hinderliche Strukturen

Als zusätzliches Hindernis für das Versorgungsziel erwiesen sich vielenorts die Strukturen des öffentlichen Gesundheitswesens, wie die WHO weiter ausführt. In den armen Ländern mangelt es weiter an Infrastrukturen, qualifiziertem Personal und verfügbaren Medikamenten.

So fehlen in Afrika südlich der Sahara eine Million Medizinalpersonen. Weiterhin gross sind zudem die Stigmatisierung und Diskriminierung von HIV-infizierten und Aids-kranken Menschen, wie die WHO schreibt.

Letztes Jahr starben weltweit 3,1 Millionen Menschen an Aids. Mehr als 40 Millionen waren HIV-infiziert, darunter 17,5 Millionen Frauen und 2,3 Millionen Kinder. Fast fünf Millionen Menschen haben sich 2005 mit dem Virus angesteckt.

(bert/sda)

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