Oft mangelhafter Einsatz
WHO warnt vor Umgang mit Antibiotika
publiziert: Donnerstag, 7. Apr 2011 / 08:40 Uhr
Antibiotika wird oft mangelhaft eingesetzt. (Symbolbild)
Antibiotika wird oft mangelhaft eingesetzt. (Symbolbild)

Genf - Die Resistenz gegen antimikrobielle Substanzen wird zu einem immer grösseren Problem für die menschliche Gesundheit. Anlässlich des Weltgesundheitstages (7. April) schlägt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Alarm wegen des oft mangelhaften Einsatzes von Antibiotika.

Wir kommen zu Ihnen, damit Sie zuhause bleiben können
5 Meldungen im Zusammenhang
«Die Welt ist daran, die Wirksamkeit ihrer Wundermedikamente zu verlieren», erklärte WHO-Direktorin Margaret Chan in einem Communiqué. Ohne wirksame Gegenmassnahmen werde die Welt künftig viele Infektionskrankheiten nicht mehr mit wirksamen Therapien bekämpfen können. Die Krankheiten würden deshalb wieder vermehrt tödlich enden.

Die WHO unterstreicht vor allem den mangelhaften Einsatz von Antibiotika. Wenn nämlich die Dosis zu schwach oder die Behandlungsdauer zu kurz ist, überleben die hartnäckigsten Keime und können sich wieder vermehren. Durch diese Auslese können schliesslich Bakterienstämme entstehen, denen manche Antibiotika gar nichts mehr anhaben können.

In 14 Ländern ohne ärztliches Rezept erhältlich

In Europa sterben laut Schätzungen jedes Jahr etwa 25'000 Menschen an resistenten Bakterien. Für die 53 Mitgliedsländer der WHO-Europaregion gibt es keine gemeinsame Statistik über die Todesfälle durch Antibiotikaresistenzen. Die Lage gilt aber in einigen osteuropäischen Regionen als «noch schlimmer» als etwa im EU-Raum oder der Schweiz.

Als Negativbeispiel nennt die WHO, dass Antibiotika in 14 von 21 osteuropäischen Ländern ohne ärztliches Rezept frei verkäuflich sind. Das würden unter anderem Landwirte nutzen, die ihren Tieren Antibiotika vorbeugend verabreichen.

Die WHO empfiehlt generell eine Reduktion des Einsatzes in der Tiermast. Rund die Hälfte aller weltweit produzierten antibiotischen Substanzen würden in der Landwirtschaft oder in der Tierzucht eingesetzt. Dabei könne die antimikrobielle Resistenz vom Tier auf den Menschen überspringen.

Problem Resistenz der Tuberkuloseerreger

Zu einem wachsenden Problem für das Gesundheitswesen in vielen Ländern ist Resistenz der Tuberkuloseerreger. Im vergangenen Jahr wurden fast eine halbe Million Fälle von multiresistenter Tuberkulose diagnostiziert.

Betroffen sind bereits 69 Länder, wo insgesamt 150'000 Menschen an den Folgen dieser Form der Lungenkrankheit verstarben, wie Mario Raviglione, Chef der WHO-Abteilung für Tuberkulose, erklärte.

Zu einer immer grösseren Bedrohung werden aber auch die Resistenzen gegen die gängigen Anti-Malaria-Mittel. Nur noch sehr eingeschränkt wirksam ist die Behandlung mit Chloroquin. Doch auch bei den Medikamenten der Gruppe Sufadoxin-Pyrimethamin sind in vielen Malaria-Gebieten kaum noch wirksam. Auch hier bahnt sich ein Wettlauf an: Bereits nach kurzer Zeit zeigen sich auch bei den neusten Mitteln Resistenzen.

(bg/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Zürich - NEXT (Neue Expertenstrategie zur Therapie von Halsschmerzen) ... mehr lesen
Experten rufen zum sorgfältigeren Umgang mit Antibiotika auf.(Symbolbild)
Massentierhaltung wird zum Problem.
Bern - Resistente Bakterien in der Nutztierhaltung sind auch für die Humanmedizin ein Problem. 2011 haben vor allem ... mehr lesen
Brentford - Ein neuer Impfstoff gegen Malaria hat bei einer klinischen Studie in Afrika sehr gute Ergebnisse erzielt. Kinder, die mit ... mehr lesen
Der Schutz gegenüber anderen Infektionen ist geringer.
Universitätsspital Lausanne.
Lausanne - Das Universitätsspital Lausanne muss vorübergehend die Aufnahme ... mehr lesen
Ein neuer Impfstoff kann Tuberkulose vor und nach der Infektion bekämpfen. Tuberkulose ist weltweit ein grosses Problem. ... mehr lesen
Alle 20 Sekunden stirbt ein Mensch an Tuberkulose.
Ankommen. Ausatmen. Eintauchen.
Akupunktur, Tuina, Massage, Laserakupunktur, Taping
Hypnose und Hypnosetherapie in Baden / Aargau
Die Schweizer Brote enthalten weniger Salz.
Die Schweizer Brote enthalten weniger Salz.
Die Gesundheit freut's  Bern - Im Vergleich zu früher enthalten Schweizer Brote im Durchschnitt weniger Salz. Aus gesundheitlicher Sicht ist das erfreulich, denn ein zu hoher Salzkonsum kann Herz- und Kreislauferkrankungen begünstigen. 
Erkenntnisse auch für Menschen hilfreich  Berlin - Nun ist klar, an was genau der beliebte Eisbär Knut des Berliner Zoos litt. Die Krankheit mit dem ...  
Knut ertrank 2011 in einem Wassergraben.
Eine ausgewachsene Tigermücke bleibt in ihrem Leben innerhalb eines Umkreises von 500 Metern - nur durch Hilfsmittel ist eine solche Ausbreitung möglich.
Überträgt das Chikungunya-Virus  Madrid - Bei der Ausbreitung der Tigermücke in Spanien hat ...  
Bund will Ausbreitung fremder Arten eindämmen Bern - Der Bund sagt Ambrosia, Riesenbärenklau und Tigermücke den Kampf an. Mit einem Massnahmenpaket will ...
Aedes-albopictus, auch bekannt als Tigermücke.
Titel Forum Teaser
Wir kommen zu Ihnen, damit Sie zuhause bleiben können
Massagepraxis Zürich-Oerlikon
Alexa Gesundheitsmassagen
Schwamendingenstrasse 36
8050 Zürich-Oerlikon
Medizin Jobs und Jobs Gesundheitswesen
Wettbewerb
Unvergessliche Momente auf der OCHSNER SPORT CLUB Fanbank.
Hautnah dabei  OCHSNER SPORT CLUB bringt dich hautnah an die Stars der Super League.
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
MI DO FR SA SO MO
Zürich 11°C 14°C bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Basel 11°C 15°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
St.Gallen 12°C 16°C bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt, wenig Regen
Bern 14°C 19°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Luzern 15°C 18°C bewölkt, wenig Regen leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Genf 14°C 21°C leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt leicht bewölkt
Lugano 18°C 23°C leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen leicht bewölkt, Gewitter, Regen
mehr Wetter von über 6000 Orten