WHO will Müttersterblichkeit stoppen
publiziert: Mittwoch, 29. Sep 2004 / 14:33 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 29. Sep 2004 / 15:07 Uhr

Genf - Jede Minute stirbt in Entwicklungsländern mindestens eine Frau an Geburtskomplikationen - mehr als eine halbe Million Frauen pro Jahr. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) braucht 10 Millionen Dollar, um die Müttersterblichkeit zu stoppen.

Mutter tot, Kind lebt - häufig auch in armen Ländern vermeidbar.
Mutter tot, Kind lebt - häufig auch in armen Ländern vermeidbar.
Nötig seien unter anderem die Ausbildung von medizinischem Personal, Medikamente sowie Transportmöglichkeiten, um den Tod von Frauen bei Geburtskomplikationen zu verhindern, sagte Joy Phumaphi, Verantwortliche für Familiengesundheit bei der WHO, in Genf. Sie äusserte sich anlässlich der Veröffentlichtung des WHO-Berichts.

Nach WHO-Schätzungen werden etwa die Hälfte aller Todesfälle von Frauen bei Entbindungskomplikationen nicht korrekt registriert oder überhaupt nicht gezählt. 62 Staaten verfügen über keine entsprechenden Daten.

Wenn tote Frauen nicht gezählt werden, scheint es, dass sie nicht zählen, bedauerte Phumaphi. Es handelt sich hier um eine unsichtbare Epidemie. Die meisten dieser Todesfälle seien auch in den ärmsten Ländern vermeidbar, betonte sie.

Die Hauptgründe für den Tod von Frauen bei der Entbindung sind Blutungen und Infektionen beziehungsweise nicht vorhandene, nicht erreichbare oder qualitativ schlechte Gesundheitseinrichtungen.

Bei Blutungen könnten innerhalb von zwei Stunden erhältliche Bluttransfusionen Leben retten, sagte Phumaphi. Gegen Infektionen könnten Antibiotika helfen. Nötig sei ausserdem die Einrichtung von Transportmöglichkeiten.

Zwei Drittel aller Todesfälle bei Schwangerschaft und Entbindung ereignen sich in zwölf Ländern: Uganda, China, Kenia, Angola, Bangladesch, Afghanistan, Tansania, Äthiopien, Demokratische Republik Kongo, Nigeria, Pakistan und Indien.

(fest/sda)

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