WM-Geschichte: Wussten Sie, dass...?
publiziert: Mittwoch, 7. Jun 2006 / 08:56 Uhr / aktualisiert: Montag, 12. Jun 2006 / 22:05 Uhr

847 Qualifikationsspiele waren nötig, um die 32 Teilnehmer der WM 2006 zu ermitteln. Vor 76 Jahren war das anders: 1930 bestritten in Uruguay 13 Teams die erste WM; qualifizieren mussten sie sich nicht -- sie waren eingeladen worden.

Jede der bisherigen 17 Endrunden hatte ihre Höhe- und Tiefpunkte, aber auch kuriose Seiten. Einzelne Episoden wurden so bekannt, dass sich viele daran erinnern oder zumindest davon gehört haben.

Rahns 3:2-Siegtreffer für Deutschland im Berner Final von 1954 gegen die «unschlagbaren» Ungarn ist beinahe so berühmt wie das legendärste aller Tore, das «Wembley-Tor» im Final von 1966, das England gegen Deutschland den Weg zum bisher einzigen Titelgewinn ebnete.

Der jüngeren Generation sind Maradonas Handstor («Die Hand Gottes») gegen England in Mexiko vor 20 Jahren, die Sturmläufe von Alain Sutter im Juni 1994 in den USA oder der 4:1-Triumph der Schweiz in Detroit gegen Rumänien präsent.

Ein berühmtes (und tragisches) Kapital wurde an derselben WM geschrieben, als Italiens Roberto Baggio im ersten WM-Final, der mittels Penaltyschiessen entschieden wurde, gegen Brasilien den letzten Schuss zwei Meter über das Tor setzte.

Kuriositäten und Randnotizen

Daneben gab es aber auch Geschichten, die kaum wahrgenommen und nur selten beschrieben wurden. Wussten Sie etwa, dass...

  • im ersten Turnier 1930 in Uruguay nur vier europäische Mannschaften teilnahmen (Belgien, Frankreich, Rumänien, Jugoslawien), die alle im gleichen Schiff in einer mehrwöchigen Reise den Atlantik überquerten?
  • im Stammbaum des Argentiniers Luis Monti kurz vor der Endrunde 1934 in Italien ein italienischer Grossvater entdeckt wurde? Monti spielte hierauf mit den Azzurri und ist der erste und einzige Akteur, der für zwei verschiedene Länder in einem WM-Final stand.
  • England, das Mutterland des Fussballs, erst 1950 erstmals an einer WM teilnahm? Gegen die USA verloren die Briten sensationell 0:1. Die entsprechende Agenturmeldung fasste eine Londoner Zeitung als Übermittlungsfehler auf und informierte ihre Leser über einen 10:0-Sieg Englands.
  • 1950 zwei Länder nicht an der Endrunde teilnahmen, obwohl sie hätten dabei sein können? Indien verzichtete auf die Reise nach Brasilien, weil die FIFA den Asiaten verbot, barfuss anzutreten. Schottland nahm an der WM nicht teil, weil die Reisekosten zu hoch gewesen wären.
  • die Londoner Buchmacher 1954 nicht mit den Deutschen als Weltmeister rechneten und vor der Endrunde in der Schweiz nicht einmal eine Penny-Wette auf Deutschland annahmen?
  • die Final-Niederlage Ungarns 1954 in Bern die erste Pleite der grossen Mannschaft um Ferenc Puskas nach über sechs Jahren und 46 Partien war?
  • die Zukunft der WM-Endrunde nach dem 1962-er-Turnier in Chile in Gefahr war, weil die Mannschaften aus Südamerika und Europa so brutal, sehr defensiv oder gar destruktiv spielten? Der Tiefpunkt war ein Faustkampf in der Partie Chile - Italien.
  • der historische 3:2-Erfolg Österreichs gegen Deutschland 1978 in Cordoba der erste Sieg gegen den grossen Nachbarn seit 47 Jahren war? Der Triumph beseelt die Sportnation Österreich noch heute.
  • die Argentinier bis und mit der WM 1982 die Rückennummern in alphabetischer Reihenfolge verteilten? Deshalb lief beispielsweise Mittelfeldspieler Osvaldo Ardiles mit der Nummer 1 auf.
  • Paolo Rossi nach einem der zahlreichen Bestechungsskandale rund um den «Toto nero» vom italienischen Verband gesperrt wurde und erst auf Drängen von Nationalcoach Enzo Bearzot kurz vor der WM 1982 in Spanien von der Suspension erlöst wurde? Der schmächtige Stürmer dankte es mit sechs Toren zum bisher letzten Titelgewinn.
  • von den grossen Fussball-Nationen einzig Spanien noch nie eine Klassierung unter den besten drei erreicht hat, und dass die Iberer der einzige Gastgeber waren (1982), der nicht mindestens einen Viertel seiner Partien gewinnen konnte?
  • der relativ wenig bekannte Russe Oleg Salenko der bisher einzige Spieler ist, dem in einem WM-Spiel fünf Tore gelangen? Der Exploit stammt nicht etwa aus der fussballerischen «Steinzeit», sondern von 1994 in den USA beim (nutzlosen) 6:1-Sieg gegen Kamerun.
  • 1998 erstmals in einem WM-Stadion eine Hochzeit stattfand? In Marseille heirateten ein Norweger und eine Brasilianerin vor dem Gruppenspiel ihrer beiden Equipen. Ein Happy-end gab es für alle Beteiligten: Nach 90 Minuten hatten sich beide Länder für die Achtelfinals qualifiziert.
  • der Brasilianer Cafu (1994, 1998, 2002) und der Deutsche Lothar Matthäus (1982, 1986, 1990) als einzige Spieler dreimal in Serie mit ihrem Team den WM-Final erreichten? Cafu kam in allen drei Finals zum Einsatz, während Matthäus 1982 bei der Niederlage gegen Italien nicht mitmachte.
  • (von Stefan Wyss/Si)

     
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