WM-Medaillen sind Pflicht
publiziert: Montag, 17. Jan 2005 / 22:32 Uhr

In keiner anderen Disziplin sind an der WM in Whistler die Favoritenrollen so klar verteilt wie im Alpin-Bereich.

Philipp Schoch (3 Siege, einmal Dritter in dieser Saison) befindet sich in bestechend sicherer Form.
Philipp Schoch (3 Siege, einmal Dritter in dieser Saison) befindet sich in bestechend sicherer Form.
Alles andere als Medaillen wäre aus Schweizer Sicht nach der bislang überragenden Saison schlicht eine Enttäuschung.

"Die Leistung wird top sein. Die Frage ist einfach, ob das Resultat dann der Leistung entsprechen wird", philosophiert Alpin-Cheftrainer Christian Rufer vor dem Parallel-Riesenslalom.

Nur zweimal kein Schweizer-Sieger

Nimmt man die Weltcup-Saison 2004/05 als Massstab, stimmten die Ergebnisse immer. In fünf Rennen stand bei beiden Geschlechtern nur je einmal kein Schweizer zuoberst auf dem Podest und eroberten 18 von insgesamt 30 möglichen Top-3-Plätzen.

Mit Siegfried Grabner (in der WM-Hauptprobe in St. Petersburg) und Doresia Krings (am Saisonauftakt in Sölden) schafften es einzig zwei österreichische Vertreter, die helvetische Sieg-Dominanz temporär zu brechen.

Gefährliche Konkurrenz

Das Wissen, sich praktisch nur selber schlagen zu können, hat sich in jeweils neun Podestplätzen eindrücklich manifestiert. Rufer rechnet deshalb bei den Männern mit nur wenigen, aber umso gefährlicher einzuschätzenden Fahrern als Hauptkonkurrenten.

Der kanadische "Golden Boy" Jasey Jay Anderson wird nach dem frühen Out im Snowboardcross doppelt motiviert sein, Grabner und im Parallel-Slalom vor allem Nicolas Huet werden ebenfalls dem erweiterten Favoritenkreis zugerechnet.

Starke Schweizer

Das Schicksal der anderen Fahrer hängt -- so arrogant es tönt -- mit den Leistungen der Schweizer zusammen. Olympiasieger Philipp Schoch (3 Siege, einmal Dritter in dieser Saison) befindet sich in bestechend sicherer Form, der Luzerner Urs Eiselin folgt im Alpin-Weltcup als Zweiter.

Auch die Berner Oberländer Heinz Inniger und Roland Haldi haben mehrfach bewiesen, dass sie ebenfalls potenzielle Podestfahrer sind. Und der im Parallel-Slalom startende Simon Schoch trat an der WM in Kreischberg mit zwei Medaillen endgültig aus dem Schatten seines Bruders.

Meuli oder Bruhin?

Bei den Frauen führt der Titel, zumindest nach der Statistik, ausschliesslich über Daniela Meuli und Ursula Bruhin. Nach der krassen Dominanz Meulis in der letzten Saison hat die 34-jährige Bruhin in diesem Winter wieder leicht die Oberhand gewonnen.

Die je zweifache FIS- und ISF-Weltmeisterin geht als Disziplinenleaderin in die WM in Whistler. Fränzi Kohli, die im letzten Rennen in St. Petersburg dank ihrem ersten Weltcup-Podestplatz (3.) die WM-Qualifikation noch schaffte, darf durchaus als weiterer Schweizer Trumpf bezeichnet werden.

Unerwünschtes Sponsorlogo

Die Schweizer Alpin-Dominanz verleitet den Beobachter zur Annahme, im Team hätte sich eine gewisse Selbstverständlichkeit für Erfolge eingenistet.

Dem widerspricht Christian Rufer nicht ganz, fügt aber an, dass ein aufreibendes Thema im Vorfeld von wichtigen Rennen nicht schlecht sei: "Man muss das Spannungslevel positiv brauchen. Wenn man im richtigen Moment umschaltet, kann das einen Fahrer ungemein pushen."

Im konkreten Fall dreht sich der Ärger einiger Fahrer um einen Sponsoringvertrag von Swiss Ski, mit dem die Rider nicht einverstanden sind und sich bislang weigern, das Logo des Sponsors an den WM-Rennen zu tragen.

Mittlerweile hat sich Gian Gilli, der Bereichsleiter Leistungssport von Swiss Ski, in den Fall eingeschaltet und versucht, die Fahrer vor den Wettkämpfen in Whistler zur "Vernunft" zu bringen.

(sl/Si)

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