WM im Sinn, Olympia im Hinterkopf
publiziert: Freitag, 3. Apr 2009 / 17:49 Uhr

Am Samstag beginnt in Moncton (Ka) die Curling-Weltmeisterschaft der Männer. Die Schweiz wird durch Basel-Regio vertreten sein. Das Team von Skip Ralph Stöckli darf sich Hoffnungen auf einen Medaillengewinn machen.

Das Team von Skip Ralph Stöckli darf sich Hoffnungen auf einen Medaillengewinn machen.
Das Team von Skip Ralph Stöckli darf sich Hoffnungen auf einen Medaillengewinn machen.
Curling-Weltmeisterschaften in Kanada sind immer etwas Besonderes. In keinem anderen Land ist die Wintersportart mit den Steinen derart populär. Die Zuschauer strömen zu Tausenden in die Hallen. Diesem Umstand wird Rechnung getragen.

Seit 2005 finden die WM-Turniere der Männer und Frauen nicht mehr am gleichen Ort statt, und es wurde beschlossen, dass alljährlich eine der beiden Weltmeisterschaften in Kanada zur Austragung gelangen soll. In den geraden Jahren ist das weibliche Geschlecht an der Reihe, in den ungeraden das männliche. Die Weltelite der Männer versammelt sich in den nächsten Tagen im Osten Kanadas -- genauer gesagt in Moncton, in einer 65 000 Einwohner zählenden Stadt in der Provinz New Brunswick.

Für den Curling-Weltverband WCF sind die bevorstehenden Titelkämpfe auch deshalb speziell, weil das Jubiläum «50 Jahre Männer-WM» gefeiert wird und weil sie als eines der letzten Highlights vor den Olympischen Spielen in Vancouver gelten.

Sechs Jahre nach Winnipeg

Stichwort «Vancouver»: Das ist das grosse Ziel von Ralph Stöckli. Er hat eine Olympia-Medaille ins Visier genommen. Auf dem Weg dorthin will Stöckli in Moncton weitere Erfahrung auf oberster Stufe sammeln und ein Top-Resultat abliefern. Der 32-jährige St. Galler gehört an der WM zu den Mitfavoriten. Mit «Third» Jan Hauser, «Second» Markus Eggler und «Lead» Simon Strübin hat er in dieser Saison viele starke Leistungen gezeigt.

Die WM-Qualifikation verdiente sich Basel-Regio durch den Ende Februar errungenen Schweizer Meistertitel. Eine riesige Enttäuschung war die verpasste EM-Teilnahme. Man musste St. Moritz mit Stefan Karnusian den Vortritt lassen. Mit dieser Mannschaft werden sich die Basler im Herbst an den nationalen Trials um das Olympia-Ticket duellieren -- sofern sie in Moncton zumindest den 8. Rang erreichen.

Stöckli ist mit den vergangenen Monaten zufrieden. Er meint: «Wir haben so grosse Fortschritte gemacht, dass wir uns auch an schlechten Tagen auf einem hohen Niveau bewegen.» Stöckli könnte nun seine zweite WM-Medaille gewinnen, nachdem er 2003 in Winnipeg (Ka) in Diensten von St. Galler Bär mit Simon Strübin Silber geholt hatte.

Der junge Glarner Jan Hauser ist bei der Elite noch ohne Edelmetall. Routinier Markus Eggler hatte 1992 in Garmisch-Partenkirchen als Skip von Biel-Touring für den dritten und vorerst letzten Schweizer WM-Titel bei den Männern gesorgt.

Zum Auftakt gegen Schottland

In Moncton gibt es aber gleich einige Gegner, die Stöckli und Co. einen Podestplatz streitig machen können. Allen voran die Titelverteidiger aus Edmonton um Skip Kevin Martin, die sich kürzlich an der hochklassigen kanadischen Meisterschaft ungeschlagen durchgesetzt hatten. Stöckli glaubt: «Gegen die Kanadier werden wir unser allerbestes Curling auspacken müssen, um überhaupt eine Chance zu haben.»

Oder da wären die Schotten mit David Murdoch, die in jüngster Vergangenheit nicht mit Erfolgen geizten und sich im Dezember in Örnsköldsvik (Sd) den EM-Titel sicherten. Ihnen steht man gleich zu Turnierbeginn (Samstag, 20 Uhr MEZ) gegenüber.

Zu beachten sind weiter die Norweger mit Thomas Ulsrud, die in dieser Saison auf der World Tour Europe die Gesamtwertung für sich entschieden, die aufstrebenden Chinesen mit Wang Fengchun und die Deutschen mit Andy Kapp. Nicht dabei sind etwas überraschend die Schweden, nachdem sie an der EM vor eigenem Publikum ein Debakel erlebt haben.

Tipps eines Einheimischen

Dass eine Weltmeisterschaft für die Schweiz kein Selbstläufer ist, musste im Vorjahr Claudio Pescia auf schmerzliche Art und Weise erfahren. Er belegte in Grand Forks (USA) mit St. Galler Bär lediglich den enttäuschenden elften beziehungsweise vorletzten Platz.

Solch ein Absturz ist von der Stöckli-Crew nicht zu erwarten. Auch weil sie einen möglicherweise entscheidenden Trumpf in den Händen hält. Ihr Coach Russ Howard, seines Zeichens Olympiasieger in Turin und zweifacher Weltmeister, hat sich in Moncton niedergelassen und kennt dort die Bedingungen in- und auswendig.

Im November weilte Basel-Regio während zwei Wochen im WM-Ort, um sich auf den Grossanlass einzustimmen. Ob die curlingverrückten Kanadier goutieren, dass «ihr» Russ Howard ein ausländisches Team unterstützt, muss sich weisen.

(Marco Ackermann /Si)

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