WM in «Eishockey-verrückter» Gastgeber-Stadt
publiziert: Donnerstag, 16. Apr 2009 / 12:49 Uhr

Bern - Bern ist die «Eishockey-Stadt» Europas. Nirgends sonst pilgern regelmässig so viele Fans in das Stadion wie in der Schweizer Hauptstadt. Zum dritten Mal nach 1971 und 1990 sind nun die weltbesten Spieler an einer WM zu Gast in Bern.

PostFinance-Arena rüstet sich momentan für die WM.
PostFinance-Arena rüstet sich momentan für die WM.
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Zum achten Mal in Folge lockte der SC Bern in dieser Saison am meisten Zuschauer in Europa an. Und zum ersten Mal überschritt der Klub die Marke von 16'000 Fans -Zahlen, von denen alle anderen Klubs des Kontinents nur träumen können. Keine Frage: Die Stadt und der ganze Kanton Bern ist - vergleichbar mit kanadischen Zentren wie Montreal oder Toronto - «Eishockey-verrückt».

So viele Zuschauer wie während der Schweizer Meisterschaft werden die WM-Partien nicht verfolgen können. Das Stadion im WM-Hauptaustragungsort wird für die WM temporär umgebaut. Um die internationalen Standards zu erfüllen, werden auf der imposanten Stehrampe, die während des Meisterschafts-Betriebs rund 10'000 Fans fasst, wie 1990 an der letzten WM Sitzplätze eingebaut. So beträgt das Fassungsvermögen der PostFinance-Arena während der WM «nur» 11'421 Plätze.

Erst in diesen Tagen wird die Sanierung des 1967 erstellten Stadions abgeschlossen sein. Während eines ganzen Jahres wurde die Halle für 108 Millionen Franken vollumfänglich modernisiert, ohne dass der spezielle Charakter mit der Stehrampe und dem lichtdurchlässigen Dach verändert wurde.

Die PostFinance-Arena, zu der neu auch eine unterirdische Trainingshalle gehört, bleibt ein reines Eishockey-Stadion. Im Vergleich zu früheren WM-Stadien, die zuletzt allesamt multifuktionelle Sitzplatz-Arenen waren, genügt die Halle deshalb nur bedingt den internationalen Standards. Und trotz Kritik des internationalen Verbandes wird auf die Schweizer Stehplatz-Tradition auch an der WM nicht verzichtet; rund 2000 Stehplätze stehen den Fans zur Verfügung.

140 Meter bis zum Eis und längere Pausen

Rund 1,5 Millionen Franken investieren die Organisatoren zusätzlich, um die hohen Anforderungen der IIHF zu erfüllen. Ein grosser Teil dieses Geldes wird in die temporären Umbauten in den Katakomben gesteckt. Nur die Schweiz als Gastgeber und Russland als Weltmeister erhalten eine der zwei grossen Garderoben.

Die restlichen sechs Teams müssen in Provisorien in der unterirdischen Zivilschutzanlage ausweichen. Und so werden beispielsweise die Franzosen 140 Meter zurücklegen müssen, um auf das Eis zu gelangen. Wegen der langen Wege dauern die Spielpausen in Bern 17 statt 15 Minuten.

Erinnerungen und Premiere

Die Russen werden sich besonders gerne an die zwei bisherigen WM-Austragungen in Bern erinnern. Vor 38 Jahren gewannen sie mit Wladislaw Tretjak, dem heutigen Verbandspräsidenten, im Tor ebenso Gold wie vor 18 Jahren, als sie unter der Regie des aktuellen Nationaltrainers Slawa Bykow letztmals mit der damaligen Sowjetunion triumphierten.

Beide Male blieb den Schweizern nur die Zuschauerrolle. Nun soll das Team von Trainer Ralph Krueger erstmals in Bern für jene Eishockey-Euphorie sorgen, die der SC Bern dieses Jahr mit dem neuerlichen (frühen) Viertelfinal-Out nicht auszulösen vermochte.

Die «kleine» EURO

Zehn Monate, nachdem die Stadt an der EURO von einer «orangen Welle» überrolt wurde, versucht Bern erneut, sich von seiner sportlich besten Seite zu zeigen. Unter dem Motto «Bern wirkt Wunder» ist unter der Leitung der Stadt und des Kantons die selbe Organisation mit den selben Leuten an der Spitze für das Rahmenprogramm, den Verkehr und die Gästebetreuung zuständig. 1,1 Millionen Franken stellt die öffentliche Hand für die Durchführung der WM zur Verfügung. Wie an der EURO soll den 200'000 erwarteten Besuchern etwas geboten werden -- alles jedoch zwei Nummern kleiner.

Zusätzlich zu den Aktivitäten in der Fanzone beim Stadion findet am Wochenende des 25./26. April auf dem Bundesplatz ein zweitägiges WM-Eröffnungsfest statt. Nationale Musikgrössen (Stephan Eicher, Francine Jordi etc.) treten auf einer Bühne auf, am Sonntag wird zudem die Partie zwischen der Schweiz und Deutschland auf Grossleinwand übertragen. Weitere Public Viewings sind nicht geplant.

WM-Stadien im Überblick

Bern. PostFinance-Arena. Fassungsvermögen: 11'421 (Meisterschafts-Betrieb: 17 131). -- Kosten (für Umbau/Sanierung): 108 Millionen Franken. -- Eröffnung: 1967 (Überdachung 1969, Totalsanierung 2008/2009). -- Frühere Namen: Allmend (bis 2003). BernArena (bis 2007). -- Distanz zum Stadtzentrum: ca. 2,5 km. -- Heimverein: SC Bern. -- Internet: www.postfinancearena.ch.

Kloten. Kloten-Arena. Fassungsvermögen: 6851 Zuschauer (Meisterschafts-Betrieb: 7624). -- Kosten (für Umbau): Ca. 9 Mio. -- Eröffnung: 1997 (Umbau 2008). -- Frühere Namen: Schluefweg (bis 2008), Kolping-Arena (offiziell). -- Distanz zum Stadtzentrum: 1,8 km (Kloten), 12 km (Zürich). -- Heimverein: Kloten Flyers. -- Internet: www.kolping-arena.ch

Spielplan:
Eishockey-WM 2009 in Bern und Kloten (24. April - 10. Mai). Vorrunde. Gruppe A (alle Spiele in Kloten): Kanada (1), Sloawkei (8), Weissrussland (9), Ungarn (16). -- Gruppe B (alle Spiele in Bern): Russland (2), Schweiz (7), Deutschland (10), Frankreich (15). -- Gruppe C (Bern): Schweden (3), USA (6), Lettland (11), Österreich (14). -- Gruppe D (Kloten): Finnland (4), Tschechien (5), Norwegen (12), Dänemark (13). Freitag, 24. April: Deutschland - Russland (16.15 Uhr/B). Weissrussland - Kanada (16.15/K). Schweiz - Frankreich (20.15/B). Slowakei - Ungarn (20.15/K). -- Samstag, 25. April: USA - Lettland (16.15 Uhr/B). Norwegen - Finnland (16.15/K). Schweden - Österreich (20.15/B). Tschechien - Dänemark (20.15/K). -- Sonntag, 26. April: Schweiz - Deutschland (16.15 Uhr/B). Slowakei - Weissrussland (16.15/K). Russland - Frankreich (20.15/B). Kanada - Ungarn (20.15/K). -- Montag, 27. April: USA - Österreich (16.15 Uhr/B). Tschechien - Norwegen (16.15/K). Lettland - Schwede (20.15/B). Finnland - Dänemark (20.15/K9. -- Dienstag, 28. April: Russland - Schweiz (16.15 Uhr/B). Ungarn - Weissrussland (16.15/K). Frankreich - Deutschland (20.15/B). Kanada - Slowakei (20.15/K). -- Mittwoch, 29. April: Österreich - Lettland (16.15 Uhr/B). Dänemark - Norwegen (16.15/K). Schweden - USA (20.15/B). Finnland - Tschechien (20.15/K).

Zwischenrunde. Donnerstag, 30. April: 1B - 2C (16.15 Uhr/B). 2B - 3C (20.15/B). 2A - 3D (16.15/K). 1A - 2D (20.15/K). -- Freitag, 1. Mai: 4B - 4D (16.15 Uhr/B/Abstiegsspiel). 1C - 3B (20.15/B). 4C - 4A (16.15/K/Abstiegsspiel). 1D - 3A (20.15/K). -- Samstag, 2. Mai: 3B - 3C (16.15 Uhr/B). 1B - 1C (20.15/B). 2D - 3A (16.15/K). 1D - 2A (20.15/K). -- Sonntag, 3. Mai: 4B - 4C (12.15 Uhr/B/Abstiegsspiel). 2B - 2C (16.15/B). 1B - 1C (20.15/B). 4A - 4D (12.15/K). 3D - 1A (16.15/K). 2A - 2D (20.15/K). -- Montag, 4. Mai: 4A - 4B (12.15 Uhr/B/Abstiegsspiel). 2C - 3B (16.15/B). 1C - 2B (20.15/B). 4D - 4C (12.15/K/Abstiegsspiel). 3A - 3D (16.15/K). 1A - 1D (20.15/K).

Finalspiele (alle in Bern). Mittwoch, 6. Mai: 2 Viertelfinals (16.15/20.15 Uhr). -- Donnerstag, 7. Mai: 2 Viertelfinals (16.15/20.15 Uhr). -- Freitag, 8. Mai: 2 Halbfinals (16.15/20.15 Uhr). -- Samstag, 9. Mai: Ruhetag. -- Sonntag, 10. Mai: Spiel um Platz 3 (16.00 Uhr). Final (20.30 Uhr).

(von Sandro Mühlebach/Si)

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