Waadt regelt Sterbehilfe gesetzlich
Waadt regelt Sterbehilfe als erster Kanton mit Gesetz
publiziert: Sonntag, 17. Jun 2012 / 16:59 Uhr
Unter gewissen Bedingungen wird Sterbehilfe erlaubt.
Unter gewissen Bedingungen wird Sterbehilfe erlaubt.

Lausanne - Die Waadt wird die Sterbehilfe als erster Kanton in der Schweiz gesetzlich regeln. Die Stimmberechtigten nahmen mit 61,6 Prozent den Gegenvorschlag zu einer Initiative von Exit an. Er lässt die Suizidhilfe in Spitälern und Heimen unter gewissen Bedingungen zu.

5 Meldungen im Zusammenhang
Der Kanton Waadt stimmte am Sonntag als zweiter Kanton nach Zürich über die Sterbehilfe ab. Dem Stimmvolk wurden dabei einerseits eine Volksinitiative der Sterbehilfeorganisation Exit «für ein Sterben in Würde» und anderseits ein Gegenvorschlag von Regierung und Parlament vorgelegt.

Der Gegenvorschlag wurde mit 105'211 Ja zu 59'160 Nein oder 61,6 Prozent Ja deutlich angenommen, während die Exit-Initiative mit 100'966 Nein zu 66'390 Ja Stimmen oder 59,11 Prozent Nein verworfen wurde. Die Stimmbeteiligung lag bei 43,5 Prozent.

Der Gegenvorschlag von Regierung und Parlament war sowohl von der Vereinigung der Waadtländer Pflegeheime als auch den Waadtländer Ärzten sowie allen politischen Parteien unterstützt worden.

Lediglich die Grünen und die Linksaussenpartei «A gauche toute» befürworteten zusätzlich auch die Initiative, um ein deutliches Zeichen für das Recht auf Sterben zu setzen. Die katholische Kirche und konservative evangelische Kreise lehnten beide Vorlagen ab.

Selbstbestimmungsrecht bei Patienten

Der Kantonsregierung und dem Parlament war der Initiativtext zu allgemein formuliert und zu einseitig auf Exit ausgerichtet. Der Gegenvorschlag hingegen lässt die Suizidhilfe in öffentlichen Spitälern und Heimen unter gewissen Bedingungen zu.

Wie bereits seit sechs Jahren am Universitätsspital CHUV in Lausanne kann ein Arzt in letzter Instanz entscheiden, ob die Voraussetzungen für eine Suizidhilfe erfüllt sind. Dazu gehört, dass eine schwere und unheilbare Krankheit sowie die volle Urteilsfähigkeit der sterbewilligen Person vorliegt.

Exit hatte kritisiert, dass in den letzten sechs Jahren am CHUV nur ein einziger Fall von Suizidhilfe bekannt ist, weil die Hürden zu hoch seien. Deshalb reichte die Organisation 2009 eine Initiative ein, die einen neuen Passus im kantonalen Gesundheitsgesetz vorsah.

Demnach hätten künftig alle öffentlich subventionierten Pflegeheime ihren Insassen, die ein Gesuch einreichen, das Recht auf Sterbehilfe seitens einer spezialisierten Organisation oder ihres behandelnden Arztes gewähren müssen.

(fest/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Die Sterbehilfe wird in der Schweiz nicht strenger geregelt. Nach dem Ständerat hat sich auch der Nationalrat für den Status ... mehr lesen
Suizidwillige Personen urteilsfähig sein und freiwillig handeln.
Etschmayer Heimbetreiber in der Schweiz diskutieren darüber, ob Sie der Sterbehilfs-Organisation Exit den Zutritt zu ihren Institutionen ... mehr lesen 9
Selbstbestimmung auch am Ende? Altersheime sind sich uneins darüber.
Nationalratskommission will keine neuen Regeln für Suizidhilfe.
Bern - Wie der Bundesrat und der Ständerat sieht die Rechtskommission des ... mehr lesen
Neuenburg - Rund 300 Personen haben 2009 in der Schweiz die begleitete Sterbehilfe in Anspruch genommen. In den zwölf ... mehr lesen
Immer mehr Personen nehmen in der Schweiz die begleitete Sterbehilfe in Anspruch - Tendenz steigend.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 19
Francesco Schettino: Weil er das Schiff verliess, wurde er als  «Käptain Feigling» verspottet.
Francesco Schettino: Weil er das Schiff ...
Schiffsunglück  Florenz - Kapitän Francesco Schettino ist mehr als vier Jahre nach der Havarie der «Costa Concordia» auch in zweiter Instanz zu 16 Jahren und einem Monat Haft verurteilt worden. Das Berufungsgericht in Florenz bestätigte damit das Urteil aus erster Instanz. mehr lesen 
Reaktionär  Bern - Gegen die geplante Stiefkindadoption für Homosexuelle regt sich Widerstand. Sollte das Parlament das neue Adoptionsrecht in der vorliegenden Form verabschieden, will ein überparteiliches Komitee aus den Reihen der SVP, CVP und EDU das Referendum ergreifen. mehr lesen   3
Die Mehrheit der Kommission ist für die Änderungen.(Symbolbild)
Nationalrat sagt Ja zur Stiefkindadoption für Homosexuelle Bern - Homosexuelle sollen künftig Kinder ihrer Partner oder Partnerinnen adoptieren dürfen. Nach dem Ständerat ...
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich 16°C 24°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Basel 16°C 25°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
St. Gallen 15°C 22°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen recht sonnig
Bern 15°C 24°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Luzern 17°C 23°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter freundlich
Genf 14°C 25°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Lugano 18°C 24°C gewitterhaftleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten