Waffeninitiative klar gescheitert
Waffenschutzinitiative von Volk und Ständen abgelehnt
publiziert: Sonntag, 13. Feb 2011 / 14:30 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 13. Feb 2011 / 17:17 Uhr
Klar abgelehnt.
Klar abgelehnt.

Bern - Soldaten und Offiziere dürfen ihre Ordonnanzwaffen weiterhin nach Hause mitnehmen. Volk und Stände lehnten die Initiative «Für den Schutz vor Waffengewalt» klar ab. Nur in der Westschweiz und in städtisch geprägten Kantonen stiess die Volksinitiative der Linken auf Zustimmung.

11 Meldungen im Zusammenhang

1'395'806 oder 56,3 Prozent der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger sagten Nein. Nur 1'083'161 Stimmberechtigte oder 43,7 Prozent legten bei einer vergleichsweise hohen Stimmbeteiligung von über 49 Prozent ein Ja in die Urne.

Befürwortet wurde die Initiative einzig in den vier Westschweizer Kantonen Genf, Neuenburg, Waadt und Jura sowie in den städtisch geprägten Deutschschweizer Kantonen Basel-Stadt und Zürich.

Alle anderen Kantone folgten den Argumenten von Bundesrat und Parlament, welche die Initiative bekämpften. Die heutigen gesetzlichen Grundlagen zum Schutz der Bevölkerung vor Waffenmissbrauch reichen ihrer Meinung nach aus.

Rösti- und Stadt-Land-Graben

Am deutlichsten war die Ablehnung im Kanton Appenzell Innerrhoden mit einem Nein-Anteil von etwas mehr als 72 Prozent. Mit Ausnahme von Basel-Stadt und Zürich lehnten die anderen deutschschweizer Kantone die Initiative mit Nein-Anteilen von mehr als 54 Prozent ab. Das Tessin lehnte mit 63,5 Prozent ab. Vergleichsweise knapp war das Nein im Kanton Basel-Landschaft (54,8 Prozent).

Das beste Resultat erzielte die von SP, Grünen, Grünliberalen, EVP, CVP Frauen, GSoA, Frauenverbänden, Kirchen und Ärzte- und Polizeiverbänden unterstützte Initiative im welschen Stadtkanton Genf, wo 61 Prozent der Stimmberechtigten Ja sagten.

Dahinter folgen Basel-Stadt mit knapp 59 Prozent sowie die Kantone Jura, Waadt und Neuenburg mit Zustimmungsraten zwischen 52 und 53 Prozent. Der Kanton Zürich sagte mit 50,37 Prozent knapp Ja.

In der Westschweiz lehnten nur die zweisprachigen und ländlich geprägten Kantone Freiburg (59 Prozent Nein) und Wallis (62 Prozent Nein) die Initiative ab. Hätten die welschen Kantone alleine abgestimmt, wäre die Initiative knapp angenommen worden.

Linke mit Niederlage ins Wahljahr

Mit dem Nein zur Waffenschutzinitiative steigen die linken Parteien mit einer Abstimmungsniederlage ins Wahljahr 2011. Ihr Argument verfing nicht, dass dank strengerem Waffenrecht die Zahl der mit einer Schusswaffe begangenen Suizide und Tötungsdelikte gesenkt werden könnte.

Unter anderem wollten sie die Armeewaffen in der dienstfreien Zeit ins Zeughaus verbannen. Ausserdem sollte der Zugang zu Waffen insgesamt erschwert werden. Käufer und Besitzer von Feuerwaffen sollten zudem ihren Bedarf nachweisen und belegen, dass sie fähig sind, eine Waffe zu besitzen. Die Initiative verlangte zudem die Registrierung aller Waffen in einem zentralen Register.

(fest/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Bern - Deutlich mehr Schweizer ... mehr lesen 3
Die Schweiz besitzen pro Kopf die meisten Waffen.
Frauen haben die Waffeninitiative häufiger angenommen als Männer.
Bern - Frauen haben der Waffeninitiative wie erwartet spürbar häufiger zugestimmt als Männer. Dies ergibt die VOX-Analyse zur Abstimmung vom 13. Februar. Das Volk hatte die Vorlage «Für den ... mehr lesen 1
Weitere Artikel im Zusammenhang
Bern - Mit der Waffeninitiative ist auch die Forderung nach einem zentralen Waffenregister gescheitert. Das Anliegen wird dennoch teilweise umgesetzt: Ab nächstem Jahr sollen die kantonalen Waffenregister auf einer gemeinsamen Plattform zusammengelegt werden. mehr lesen 
Bundesrätin Simonetta Sommaruga will auf das Abstimmungsergebnis reagieren.
Bern - Für Justizministerin ... mehr lesen 24
Bern - Die Gegner der Waffeninitiative werten deren deutliche Ablehnung als ... mehr lesen
«Das Schweizer Volk lässt sich nicht entwaffnen», so Jakob Büchler von der CVP.
FDP-Präsident Fulvio Pelli: Schweizer wollen selber entscheiden können, wie mit der Waffe umzugehen ist.
Bern - Für FDP-Präsident Fulvio Pelli hat sich das Schweizer Stimmvolk mit seinem Nein zur Waffeninitiative für die Eigenverantwortung und gegen die staatliche Bürokratie ausgesprochen. ... mehr lesen
Bern - Trotz deutlicher Ablehnung streicht Rosmarie Zapfl, Präsidentin der ... mehr lesen
Frauenorganisation alliance F: «Wir haben viel erreicht.»
Heute wird über die Waffenschutzinitiative abgestimmt.
Bern - Heute befinden Volk und Stände über die Waffenschutzinitiative. Es handelt sich um die einzige Vorlage auf eidgenössischer Ebene. Wird sie angenommen, müssen Armeewaffen ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Herbert Huser ist Präsident der St.Galler SVP.
Herbert Huser ist Präsident der St.Galler SVP.
Los muss entscheiden  St. Gallen - Der gescheiterte St. Galler SVP-Regierungsratskandidat Herbert Huser kann doch noch auf einen Verbleib im Kantonsparlament hoffen. Nach einer Korrektur der provisorischen Endergebnisse kommt Huser auf gleich viele Stimmen wie sein Konkurrent. Das Los muss entscheiden. mehr lesen 
Nun müssen Lösungen her  Bern - Nach dem äussert knappen Nein zur CVP-Initiative für die Abschaffung der Heiratsstrafe sind sich Gegner und Befürworter einig, dass die «ungerechte Besteuerung» abgeschafft werden muss. Doch wie eine Lösung aussehen könnte ist umstritten. mehr lesen  
Ausland lobt Gegner  Bern - Das Nein zur Durchsetzungsinitiative der SVP hat europaweit Wellen geworfen. Die SVP habe mit der Initiative den Bogen überspannt und die Quittung erhalten, so das Urteil europäischer Medien. Selbst der deutsche Justizminister äusserte sich - und Edward Snowden. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • melabela aus littau 1
    es geht nicht nur um homosexuelle ich bin eine frau und verheiratet mit einem mann. leider betrifft es ... So, 14.08.16 13:18
  • Pacino aus Brittnau 731
    Kirchliche Kreise . . . . . . hatten schon immer ein "spezielles" Verhältnis zu ... Do, 09.06.16 08:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • Pacino aus Brittnau 731
    Demokratie quo vadis? Wenn die Demokratie den Stacheldraht in Osteuropa-, einen Wahlsieg von ... Mo, 06.06.16 07:55
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Es... muss darum gehen, die Kompetenz der Kleinbauern zu stärken. Das sorgt ... Do, 02.06.16 13:07
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Kindeswohl egal! Es geht doch vor allem um die eigenen Kinder der Betroffenen. Die ... Do, 02.06.16 08:10
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Verlust der Solidarität: Verlust der Demokratie! Vollständig und widerspruchsfrei beantworten lässt sich das wohl nicht. ... Mi, 01.06.16 00:18
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Unterstützung "Deshalb sind für die Sozialhilfe 267 Millionen Franken mehr und für ... Di, 31.05.16 10:38
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mo Di
Zürich 8°C 12°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Basel 10°C 13°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 7°C 11°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Bern 7°C 11°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Luzern 7°C 12°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Genf 8°C 12°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Lugano 3°C 8°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, wenig Regen anhaltender Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten