Wahlkampfwaffen schiessen durchs Internet
publiziert: Sonntag, 29. Apr 2007 / 10:19 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 29. Apr 2007 / 16:11 Uhr

Bern - Die CVP lanciert einen Online-Wahlwettbewerb, die Grünen setzen einen Weblog und ein Diskusssionsforum ein. Über letzteres verfügt die SVP schon länger; neu bietet sie eine Online-Community und einen Chat an. Der Wahlkampf im Internet boomt.

Laut Pressesprecher Roman Jäggi verzeichnet das Diskussionsforum der SVP rund 250 Einträge pro Tag.
Laut Pressesprecher Roman Jäggi verzeichnet das Diskussionsforum der SVP rund 250 Einträge pro Tag.
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«Wir haben den Anspruch, führende Internetpartei zu sein», sagt SP-Sprecher und -Webverantwortlicher Nicolas Galladé. Auf ihrer neuen Webseite bietet die Partei unter anderem gleich zwei Weblogs an - vorerst nur bis zu den Wahlen im Herbst.

Die Blogs seien zum Einen eine Image-Frage, sagt Galladé. «So werden wir als Internetpartei wahrgenommen.» Zum Anderen seien sie ein gutes Instrument, ihre Botschaften an viele Leute zu bringen und mit ihnen direkt Debatten zu führen.

Das sieht auch die SVP so. In ihrem Diskussionsforum verzeichnet die Partei laut Sprecher Roman Jäggi rund 250 Einträge pro Tag. Die neue Online-Community, der Chat und eine Webseite, die kommenden Freitag eigens für den Wahlkampf lanciert werden, sollen noch mehr Interessierte ins Netz locken.

«Das Internet ist politisch eines des stärksten Mittel. Die Partei kann ihre Botschaften ungefiltert an den Menschen bringen», sagt Jäggi.

Internet ist Guerilla-Taktik

Auch die CVP setzt im Wahlkampf aufs Internet. Seit einiger Zeit bietet sie bereits eine Online-Community mit Diskussionsforum an. Anfang nächster Woche lanciert die Partei auf ihrer Webseite zudem die deutsche Version eines Wahlwettbewerbs - die französische folgt Ende Woche.

Noch unbekannt ist der Zeitpunkt, an dem die geplante Online-Auktion lanciert wird. CVP-Politiker werden laut Nause Gegenstände versteigern.

Das Internet sei eine Form von Guerilla-Taktik, sagt der CVP-Sprecher weiter. Es sei das billigste Werbemittel in einem Wahlkampf und informiere umfassend, einfach und schnell - was auch das Generieren von neuen Mitgliedern erleichtere.

Gleichzeitig ist die CVP aber vorsichtig. «Wir bieten beispielsweise bewusst keinen Blog an», sagt Nause. Ein Blog müsse offen sein, unzensuriert, sonst widerspreche es der Philosophie eines Blogs. Ein offener Blog berge jedoch die Gefahr für Äusserungen aus links- oder rechtsextremistischen Kreisen. «Das wollen wir nicht.»

Blogs nicht unproblematisch

«Foren und Blogs sind für eine politische Partei nicht unproblematisch», sagt auch FDP-Sprecher Christian Weber. Die Diskussionen müssten quasi 24 Stunden moderiert werden.

Es gehe nicht darum, gegnerische politische Meinungen auszuklinken. «Wir wollen einfach keine juristischen Probleme.»

Weber lässt jedoch durchblicken, dass das Thema für die FDP aber noch nicht erledigt ist. «Wir suchen noch einen Mittelweg, wie wir solche Elemente ohne riesen Aufwand dennoch realisieren können.» Ab Mai werden auf der Partei-Webseite «einige interaktive Sachen» aufgeschaltet. Mehr will der Sprecher nicht verraten.

Am 5. Mai stellen auch die Grünen einen neuen Internet-Auftritt eigens für die Wahlen vor. Es werde ein Diskussionsforum sowie einen Blog geben, sagt die stellvertretende Generalsekretärin Miriam Behrens. «Das Internet ist das Medium, das am nächsten bei den Leuten ist.»

Persönlicher Kontakt dennoch wichtiger

Trotz der unterschiedlichen Auftritte im Internet - in einem Punkt sind sich die Parteien einig: Im Vergleich mit 2003 hat das Internet zwar massiv an Bedeutung gewonnen für den Wahlkampf - und wird dies auch weiter tun.

Die traditionellen Werbemittel wie Plakate oder der persönliche Kontakt mit den Wählern bei Reden in der Dorf-Beiz wird es jedoch nicht ersetzen.

«Man kann die Wahlen auf dem Internet verlieren - indem man nicht präsent ist. Man kann sie auf dem Internet jedoch nicht gewinnen», sagt CVP-Sprecher Reto Nause.

(von Claudia Schön, sda/sda)

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