Wahlsieg Juschtschenkos zeichnet sich ab
publiziert: Sonntag, 26. Dez 2004 / 20:40 Uhr

Kiew - Der pro-europäische Oppositionschef Viktor Juschtschenko hat gemäss exit polls die Präsidentenwahl in der Ukraine klar gewonnen. Ihm wird in mehreren Nachwahlbefragungen ein Vorsprung von 15 bis 20 Prozent vorausgesagt.

Viktor Juschtschenko vereinigt fast 60 Prozent der Stimmen auf sich.
Viktor Juschtschenko vereinigt fast 60 Prozent der Stimmen auf sich.
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Laut einer Prognose des Internationalen Instituts für Soziologie und des Rasumkow Zentrums liegt Juschtschenko mit 56,5 Prozent der Stimmen vor dem pro-russischen Ministerpräsidenten Viktor Janukowitsch mit 41,3 Prozent.

Einer Erhebung des Zentrums für Soziale Studien zufolge erhielt der als Favorit in die Abstimmung gegangene Juschtschenko sogar 59,1 Prozent und sein Rivale nur 38,4 Prozent. Nach Angaben von Wahlbeobachtern gab es keine schweren Unregelmässigkeiten.

In der Hauptstadt Kiew versammelten sich Zehntausende von Anhängern Juschtschenkos, um dessen erwarteten Wahlsieg zu feiern. Die Menschen schwenkten orangefarbene Fahnen und die Nationalflagge.

Der beurlaubte ukrainische Regierungschef Viktor Janukowitsch kündigte für den Fall seiner Niederlage den Gang in die Opposition an. Er rechne mit einem Sieg. Doch sollte es eine Niederlage werden, so werde eine harte Opposition im Parlament gebildet, sagte Janukowitsch in Kiew.

Janukowitschs Wahlkampfstab hatte zuvor Klagen wegen angeblicher Wahlrechtsverstösse angekündigt. Der beurlaubte Regierungschef wollte sich in diesem Zusammenhang nicht festlegen. Man müsse die Sachlage prüfen und werde dann angemessene Schritte einleiten.

Die Stichwahl musste wiederholt werden, nachdem das Oberste Gericht des Landes die erste Stichwahl vom 21. November wegen massiven Wahlbetrugs für ungültig erklärt hatte. Die Anhänger Juschtschenkos hatten tagelang auf den Strassen gegen die Wahl protestiert.

(rr/sda)

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