Waldbrände in Kalifornien: Folge schlechter Waldnutzung?
publiziert: Freitag, 31. Okt 2003 / 15:14 Uhr / aktualisiert: Freitag, 31. Okt 2003 / 17:33 Uhr

Für den WWF liegt der Fall klar, die Waldbrände in Kalifornien sind hausgemacht. Laut Waldexperten der Umweltorganisation seien die ursprünglich Feuer resistenten Wälder im Verlauf der letzten Jahrzehnte in leicht entflammbare Waldflächen umgewandelt worden.

Das Auftreten von Bränden in den Wäldern Kaliforniens ist eigentlich nichts Ungewöhnliches. Die Intensität der aktuellen Feuer ist nach Ansicht des WWF allerdings besorgniserregend und sie ist in den vergangenen hundert Jahren dramatisch gestiegen.

Um die Wälder dauerhaft vor Brandkatastrophen zu schützen, muss ihr natürlicher Zustand wieder hergestellt werden, fordert der WWF. Doch das braucht viel Zeit.

"Wer Wälder vor solchen verheerenden Bränden bewahren will, muss in langen Zeiträumen denken: Es hat etwa ein Jahrhundert gedauert, um die Wälder in ihren aktuellen desolaten Zustand zu versetzen", stellt WWF-Waldexperte Damian Oettli klar.

Durch Einschlag geschwächt

Nach Ansicht des WWF seien viele Wälder durch jahrelangen industriellen Holzeinschlag geschwächt. Wo Bäume massiv eingeschlagen werden, bleiben leicht entflammbare Flächen übrig.

Die wenigen verbleibenden Bäume sind verstärkt der Sonneneinstrahlung ausgesetzt, trocknen so schneller aus und sind damit ebenso wie nachwachsende Sträucher ein gefundenes Fressen für die Flammen.

In ursprünglichen Wäldern stehen viele alte und damit grosse und dicke Bäume, die kleineren Feuern leichter standhalten. So kann eine ausgewachsene Ponderosa-Kiefer durch ihre dicke Borke ein Feuer etwa eine Stunde lang ohne grössere Schäden aushalten.

Heute findet man nach meist mangelhaften Aufforstungen in vielen Wäldern häufig nur noch junge Bäume, die besonders dicht beieinander stehen und schnell ein Opfer der Flammen werden.

Zukunfts-Investition

"Alte Bäume sind immer eine Investition in die Zukunft eines Waldes", erklärt Damian Oettli. Auch der Strassenbau, der meist mit dem industriellen Kahlschlag einhergeht, muss nach Meinung des WWF eingedämmt werden.

Je mehr Strassen einen Wald durchkreuzen, umso grösser sei die Gefahr, dass Menschen in den Wald eindringen und ihn vorsätzlich durch bewusste Brandstiftung oder durch blosse Unachtsamkeit beim Umgang mit offenen Feuern schädigen.

Neben der Mittelmeerregion, Südostasien, Australien, Kanada und der Ostküste der USA zählt auch die amerikanische Westküste zu den derzeit grössten Brandherden der Welt.

2002 brannten nach Angaben der United Nations Economic Commission for Europe in den USA insgesamt 1,7 Millionen Hektaren Wald. Nach Angaben des National Interagency Fire Center der USA fielen in Kalifornien in den vergangenen Tagen etwa 260 000 Hektaren Wald den Flammen zum Opfer - eine Fläche fast doppelt so gross wie der Kanton Aargau.

Die Ursachen der Waldbrände in Kalifornien sieht der WWF in von Menschen verursachten Feuern und in kleineren Blitzeinschlägen, die sich in den Feuer anfälligen Wäldern leicht zu katastrophalen Bränden ausweiten können.

(bsk, Quelle: pd)

 
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