War's ein Marokkaner?
publiziert: Samstag, 9. Jul 2005 / 08:44 Uhr / aktualisiert: Samstag, 9. Jul 2005 / 09:00 Uhr

London - Die britische Polizei sucht im Zusammenhang mit den Terroranschlägen in London angeblich einen Verdächtigen marokkanischer Herkunft.

Während die Bevölkerung noch immer trauert, sucht die Polizei bereits einen ersten Verdächtigen.
Während die Bevölkerung noch immer trauert, sucht die Polizei bereits einen ersten Verdächtigen.
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Wie "The Independent" (Internet-Ausgabe vom Samstag) berichtet, wurden Nachrichtendienste und Polizei mehrerer europäischer Länder um Informationen über den Verbleib des Mannes gebeten.

Er soll in die Terroranschläge von Madrid und Casablanca verwickelt sein und in Grossbritannien Asyl geniessen. Nun sei er spurlos aus London verschwunden.

Nach Informationen deutscher und französischer Sicherheitsbehörden hat der Mann Verbindung zum jordanischen Topterroristen im Irak Abu Mussab el Sarkawi, schrieb das Blatt weiter.

Verbindungen zu bin Laden

Ein spanischer Richter bringt den gebürtigen Marokkaner auch mit dem Chef des Terrornetzwerkes von Osama bin Laden in Verbindung.

Er habe Kontankt zu einem Mann, der Botschafter Bin Ladens in Europa sei, schrieb "The Independent" weiter.

Auch in der Nacht zum Samstag stand neben der Suche nach Tätern und Hintermännern die Bergung der letzten Opfer im Vordergrund. Die Zahl der Toten stieg auf über 50. Eine weitere Zunahme ist wahrscheinlich.

Immer noch Tote in der U-Bahn

Die Rettungskräfte konnten laut Polizeichef Ian Blair noch nicht alle Toten bergen. Es gelang nicht, zu einem U-Bahnwagen vorzudringen, in dem sich etliche Leichen befanden.

Durch die Bombenexplosion war der U-Bahn-Tunnel vom Einsturz gefährdet.

Insgesamt seien rund 700 Menschen verletzt worden. 22 Schwerverletzte schwebten noch in Lebensgefahr.

Sprengsätze auf dem Boden

Die Anschläge waren am Donnerstag in drei U-Bahnzügen und einem Bus im Zentrum Londons verübt worden. Laut Polizei enthielt jede der Bomben rund fünf Kilogramm Sprengstoff.

Vermutlich seien die Sprengsätze auf dem Boden der Zugwagen deponiert worden.

Nach Einschätzung eines ehemaligen NATO-Experten wurde ein Plastiksprengstoff aus Militärbeständen verwendet.

"Handschrift von El Kaida"

Da die Bomben sehr klein gewesen seien, aber riesige Schäden verursachten, deute dies auf einen äusserst starken Sprengstoff hin.

Die Anschläge trügen die Handschrift des Terrornetzwerks El Kaida, sagte Ian Blair. Die Polizei werde die Verantwortlichen "unerbittlich" jagen.

Die britischen Behörden nähmen das Bekennerschreiben der bisher unbekannten "Organisation der El Kaida Dschihad in Europa" "sehr ernst", sagte Innenminister Charles Clarke.

Allerdings werde bei der Fahndung nach den Tätern keine Richtung von vornherein ausgeschlossen, sagte Clarke weiter.

Verkehr wieder aufgenommen

Am Freitagmorgen hatten sieben der zwölf Metrolinien in London sowie der Busverkehr den Betrieb wieder aufgenommen.

In der U-Bahn und in den Strassen waren jedoch nur wenige Menschen zu sehen. Deutlich grösser war die Präsenz der Sicherheitskräfte an den Bahn- und U-Bahnstrecken.

Bis zum Freitagabend hatte das Aussenministerium in Bern keine Angaben über betroffene Schweizer. Angehörige von möglichen Schweizer Betroffenen werden von der für Schweizer im Ausland zuständigen Abteilung im EDA (Tel. 031 324 98 08) informiert.

(rr/sda)

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