Je älter, desto schwieriger
Was Aprilscherze über Menschen verraten
publiziert: Freitag, 1. Apr 2016 / 14:05 Uhr
Furzkissen sind seit jeher ein beliebtes Gadget für Scherzkekse. (Symbolbild)
Furzkissen sind seit jeher ein beliebtes Gadget für Scherzkekse. (Symbolbild)

Reingelegt und trotzdem noch gut aufgelegt: Die Kunst eines guten April-Scherzes besteht darin, jemanden nicht nur richtig an der Nase herumzuführen, sondern ihn dabei gleichzeitig nicht zu beleidigen oder zu verletzen.

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Aber wie legt man den Kollegen, Freunde oder den Partner herein, ohne nachhaltig die Beziehung zu zerstören?

In der Schule war alles noch so einfach: Der Sitznachbar wurde mit einem spritzenden Kugelschreiber nass gemacht, dem Mathe-Ass aus der ersten Reihe hat man einen Bären über eine verschobene Prüfung aufgebunden und der Lehrer hat ein Pupskissen auf dem Stuhl gehabt und Kreide, die nicht mehr an der Tafel geschrieben hat.

Je älter man wird, desto schwieriger werden die Streiche, vor allem die guten. Als junger Erwachsener glaubt man beinahe nicht mehr an Innovation und findet oftmals Weniges so albern, wie das Veralbern am 1. April. Erst nachdem man sich gefunden hat, im routinierteren Alltag des Berufslebens, der zunehmenden Gesetztheit der Freunde und der Ruhe der Familie, lernt man kleine Streiche wieder neu zu schätzen. Und wird plötzlich mit den ungeahnten Ausmassen ebendieser konfrontiert.

Ein typischer 1. April

Es beginnt eigentlich alles relativ harmlos, wie so oft. Morgens im Bad, man hat sich gerade um das nächtliche Geschäft des Darmes erleichtert, lässt sich das Toilettenpapier nicht zerreissen. Aber die Kaffee-Maschine funktioniert. Ziemlich angesch***en, dafür aber mit der nötigen Dosis Koffein kommt man auf der Arbeit an.

Dort fackeln die Kollegen ein Feuerwerk des vermeintlich prä-pubertären Fäkal-Humors ab und schaffen eine Geräusch-Kulisse, bunter als im Amazonas. Sich am Schreibtisch setzend (über)hört man einen lauten Furz und das Kichern der Kollegen. Die Kakerlake auf dem Schreibtisch erschreckt einen kurz, man tut allerdings so, als wäre nichts und versucht sie zu ignorieren. Erst einige Minuten später, als man entdeckt, dass die Kakerlake nicht mehr da ist, verspürt man eine gewisse Beunruhigung. Am Mittag in der Pause ist man froh, dass die Stinkbombe im Flur und nicht im Speisesaal gezündet wurde. Und als man am frühen Abend seinen Arbeitsplatz verlässt und unter dem Auto-Scheibenwischer einen Zettel mit der Aufschrift «Ich parke wie ein Vollidiot!» findet, das Auto aber nicht beschädigt scheint, schleicht sich in das Lächeln sogar ein wenig Genugtuung.

Wieder zu Hause wird es allerdings extrem. Die Freundin scheint ausgeflogen, auf dem Tisch liegen ein Vaterschaftstest und eine goldene A****karte. Man wird jedoch nur wenige Minuten später angerufen, um zu erfahren, dass niemand uneindeutig schwanger und die bessere Hälfte nur zum Abendessen bei ihren Eltern ist. Beruhigt hüpft man kurz unter die Dusche, das Shampoo vorsichtig antestend, obgleich es nicht mit Chili oder Zahnpasta verfeinert wurde, bevor man sich auf den Weg zu den Freunden macht. Deren Gelächter, weil man beim Versuch, sein Feierabend-Bier zu öffnen, auf einen falschen Flaschenöffner hereingefallen ist, beschämt zwar einen Moment, die Berichte von deren Tag und wie oft sie reingelegt wurden, stimmen dann aber wieder ein wenig versöhnlich. Und als man höflich Chili-Gummibärchen anbietet und alle begeistert und ein wenig gierig zugreifen, kann man zum Schluss des Tages sogar noch selbst für einen Lacher sorgen!

(arc/pte)

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