Fünf Jahre Bürgerkrieg
Was der Krieg in Syrien wirklich kostet
publiziert: Freitag, 18. Mrz 2016 / 08:52 Uhr
8,2 Millionen vertriebenen Kindern in der Region fehlt Unterstützung und Perspektive - die Verluste an Bildung, Gesundheit und Wirtschaftskraft wirken sich langfristig negativ auf die Region aus.
8,2 Millionen vertriebenen Kindern in der Region fehlt Unterstützung und Perspektive - die Verluste an Bildung, Gesundheit und Wirtschaftskraft wirken sich langfristig negativ auf die Region aus.

Der Bericht «The Cost of Conflict for Children» von World Vision und Frontiers Economics enthüllt die erschreckenden wirtschaftlichen und sozialen Kosten des Syrienkriegs.

4 Meldungen im Zusammenhang
Weiterführende Links zur Meldung:

The Cost of Conflict for Children
Der Bericht von World Vision und Frontier Economics berechnet die aktuellen und erwartbaren wirtschaftlichen Verluste der Syrienkrise.
worldvision.ch

Der Krieg in Syrien kostet jeden Monat ca. 4,5 Milliarden US-Dollar - allein an verlorenen Wirtschaftschancen. Für die Menschen in Syrien und rund 90 Prozent der syrischen Flüchtlinge in der Region bedeutet dies: ein Leben mit immer weniger Ressourcen, immer höheren Schulden, mehr Gründen zur Flucht. Es sind erschreckende Zahlen, die ein Bericht der Hilfsorganisation World Vision jetzt enthüllt. Sie beziffern die Kosten des Konflikts in Syrien und zeigen auf, wie stark diese gestiegen sind und bei Anhalten des Krieges weiter steigen werden.

«Die 275 Milliarden US-Dollar, die der Krieg die Wirtschaft in Syrien in den letzten 5 Jahren bereits gekostet hat, sind verlorenes Geld. Es wird nie mehr wiedergewonnen werden und nicht in Bildung, Gesundheit, gute Lebensbedingungen und eine sichere Zukunft für Kinder investiert werden können», sagt Conny Lenneberg, Regionalleiterin von World Vision im Nahen Osten und Osteuropa. Der World Vision-Bericht «The Cost of Conflict for Children» ist in Zusammenarbeit mit dem Beratungsunternehmen «Frontier Economics» entstanden und berechnet die aktuellen und erwartbaren wirtschaftlichen Verluste für Syrien, den Libanon, Jordanien und die Türkei. Es wird geschätzt, dass die Kosten auf 1,3 Billionen US-Dollar ansteigen, sollte der Krieg bis 2020 anhalten. Besonders brisant ist der wirtschaftliche und soziale Niedergang im Libanon, der, gemessen an seiner Bevölkerung, auch die meisten Flüchtlinge aufgenommen hat.

«Diese Verluste spiegeln auch das Leid der Bevölkerung wieder. Hinter jedem Dollar, jeder Statistik, jedem Prozentsatz steht ein Kind. Ein Kind, das nicht mehr zur Schule gehen kann, ein Kind, das hungrig zu Bett gehen muss, ein Kind, das nicht die notwendige medizinische Versorgung erhält und eines, das kein ordentliches Dach über dem Kopf hat», so Wynn Flaten, Leiter des Syrien-Hilfseinsatzes von World Vision. Fünf lange Jahre dauert der Krieg in Syrien bereits an und stellt die Kinder nicht nur vor einen gigantischen Schuldenberg, sondern laut dem Bericht auch vor die schwer lösbare Aufgabe, ihr Leben und ihr Land mit schlechterer Gesundheit und schlechterer Bildung sowie geringerem Kapital neu aufzubauen:

- Die Lebenserwartung in Syrien ist um 15 Jahre gesunken.

- Medizinische Versorgung ist entweder nicht mehr zugänglich oder zu teuer und gleichzeitig von schlechterer Qualität.

- Mehr als die Hälfte aller geflüchteten Kinder besuchte im letzten Jahr keine Schule, in Syrien 400 000 Kinder mehr als noch im Jahr zuvor.

- Im Libanon und in Jordanien finden Flüchtlinge bisher kaum Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten. In ihrer Verzweiflung müssen viele Familien schwerwiegende Entscheidungen treffen: Es kommt zu Frühverheiratung und Kinderarbeit, nur damit die Familie überleben kann. Kinder werden allein auf den Weg nach Europa geschickt, weil die Kosten der illegalen Einwanderung für die ganze Familie zu hoch sind.

World Vision spricht sich mit dem Bericht für die Erleichterung von Arbeitsmöglichkeiten und mehr Bildungsförderung bei Flüchtlingen aus. Er warnt eindringlich davor, den Krieg weiter zu befeuern oder die Beendigung der Gewalt an zu viele Bedingungen zu knüpfen. «Der Waffenstillstand ist zwar brüchig, aber die beste Chance in Syrien in den vergangenen fünf Jahren. Die kommenden vier Wochen werden über das Wohl und Wehe des Landes entscheiden, je nachdem, ob es gelingt in einen politischen Verhandlungsprozess einzusteigen», gibt Ekkehard Forberg, Friedensexperte von World Vision Deutschland, zu bedenken.

World Vision ist seit Kriegsausbruch in Syrien und dessen Nachbarstaaten tätig, um Flüchtlingen zu helfen. Bisher konnten ca. 2,37 Millionen Menschen z. B. mit Essensgutscheinen und verbessertem Zugang zu Wasser sowie Sanitäranlagen erreicht werden. In Kinderschutzzonen können die traumatisierten Kinder spielen, lernen und werden psychologisch betreut. Lokale Koordinierungspartner wie die UN sichern eine effiziente Verteilung der Hilfsgüter.

(sk/World Vision)

?
Facebook
SMS
SMS
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Genf - An der UNO-Flüchtlingskonferenz in Genf beklagten UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon und das UNO-Hochkommissariat für ... mehr lesen
Ban Ki-Moon rief dazu auf, «Verantwortung zu teilen». (Archivbild)
Syrische Flüchtlingskinder müssen den kalten Winter ohne Schuhe ertragen.
World Vision Der Wintereinbruch hat dem Libanon Schnee und Kälte gebracht. Ein Einblick in die Bekaa-Ebene, wo besonders viele syrische ... mehr lesen
World Vision Mit Cash-Cards von World Vision können sich syrische Flüchtlinge im Libanon Nahrungsmittel kaufen. Doch diese Hilfe reicht nicht ... mehr lesen
Humus mit Fladenbrot ist das übliche Frühstück von Nour, Hasan und Fathmeh.
So wie dieses Mädchen wurden schon über 4 Millionen Syrer aufgrund des Bürgerkriegs aus ihrem Land vertrieben.
World Vision So ähnlich würde der Titel lauten, wenn die Syrienkrise kein Krieg, sondern eine Naturkatastrophe wäre. Suzy ... mehr lesen
In Kita, einem Dorf, in dem World Vision mit den Bauern der Region arbeitet, sieht man trotz der Dürre grüne Flecken.
In Kita, einem Dorf, in dem World Vision mit den Bauern der Region ...
Grosse Trockenheit  Höchste Warnstufe für Indien: Mehr als 300 Millionen Menschen sind von der Hitzewelle betroffen. Seit Anfang Jahr haben sich über 200 Bauern aus Verzweiflung das Leben genommen. 
Zug mit Wasser für Dürreregion in Indien Mumbai - Ein Zug mit 550'000 Litern Trinkwasser an Bord soll die Not der Menschen in einer von Dürre besonders ...
Wasser-Knappheit rund um die Welt In vielen Ländern herrscht wegen des Klimaphänomens El Niño grosse Trockenheit. ...
Fünf Jahre Bürgerkrieg  Der Bericht «The Cost of Conflict for Children» von World Vision und Frontiers Economics ...
8,2 Millionen vertriebenen Kindern in der Region fehlt Unterstützung und Perspektive - die Verluste an Bildung, Gesundheit und Wirtschaftskraft wirken sich langfristig negativ auf die Region aus.
UNO plädiert für Aufnahme von Flüchtlingen Genf - An der UNO-Flüchtlingskonferenz in Genf beklagten UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon und das ...
Ban Ki-Moon rief dazu auf, «Verantwortung zu teilen». (Archivbild)
Papst Franziskus traf Flüchtlingskinder. (Archivbild)
Soziales Papst gedenkt der ertrunkenen Flüchtlinge Vatikanstadt - Papst Franziskus hat sich mit ...
 
Wettbewerb
   
Die Alp Grosser Mittelberg im Justistal.
Viel Glück  Die Alpsaison steht vor der Tür. Damit Wanderfreunde den Weg zu den schönsten Alpbeizli finden, haben wir ein Gewinnspiel parat.
Mitmachen und gewinnen.  Rechtzeitig zur Premiere von «The First Avenger: Civil War» verlosen wir zwei Fan-Pakete mit jeweils zwei Kinoeintritten.
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 13°C 19°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt Wolkenfelder, kaum Regen
Basel 14°C 19°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen Wolkenfelder, kaum Regen
St. Gallen 11°C 17°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen bewölkt, etwas Regen
Bern 12°C 19°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Luzern 14°C 18°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Genf 12°C 19°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen wechselnd bewölkt
Lugano 14°C 20°C gewittrige Regengüsseleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Gewitter möglich Gewitter möglich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten