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Was sagt die Presse zur Abstimmung?
publiziert: Montag, 26. Sep 2005 / 07:29 Uhr

Bern - Die Schweizer Zeitungen sehen nach dem Ja zur erweiterten Personenfreizügigkeit den bilateralen Weg der Schweiz mit der EU bestätigt.

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Der «Blick» sieht die Schweiz als europäischtes Land in Europa.
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Das Schweizer Stimmvolk habe vernünftig und pragmatisch entschieden.

«Europäischer geht es nicht», schreibt der «Blick» in seinem Kommentar. Die Schweiz sei das einzige Land Europas, in dem das Volk Ja gesagt habe zu Schengen und zur Osterweiterung.

Der Zürcher «Tages-Anzeiger» schreibt von einem «Sieg der nüchternen Pragmatiker über isolationistische Ideologen».

Das Schweizer Stimmvolk unterstütze offensichtlich vernünftige Verträge, welche «der wirtschaftlichen und kulturellen Zukunft» der Schweiz gerecht würden.

Das klare Ja zur Öffnung des Schweizer Arbeitsmarktes sei «kein begeistertes, sondern ein realistisches», meint der Berner «Bund» seinerseits. Die Schweizerinnen und Schweizer hätten eines verstanden: «Wer mit der EU geschäften will, muss auch akzeptieren, dass Europäer bei uns arbeiten.»

Für das «St. Galler Tagblatt» war die Vorlage ein Lehrstück dafür, «wie wirtschaftlich Notwendiges realisiert werden kann, ohne die Menschen im Stich zu lassen».

Und die «Thurgauer Zeitung» lobt: «Von einer Rückenstärkung durch das Volk, wie sie gestern der Bundesrat erfahren hat, können die Regierungen der EU-Staaten nur träumen.»

Richtig war es laut der «Südostschweiz», die Abstimmungen über die Verträge Schengen/Dublin und über die Personenfreizügigkeit getrennt durchzuführen. So habe man «statt eines emotionalisierten Monster-Abstimmungswochenendes» jeweils «nüchterne und differenzierte Diskussionen» führen können.

Auch die Westschweizer Zeitungen begrüssen das Ja zur Personenfreizügigkeit. Dieses sei «die Krönung von zehn Jahren bilaterale Verhandlungen», schrieb «Le Temps». «Der Röstigraben deckt sich zu», freute sich die «Tribune de Genève».

In einem Punkt sind sich die Schweizer Zeitungen einig: Das Abstimmungsergebnis ist kein Votum für einen EU-Beitritt. «Der Bundesrat soll das Gesuch dort lassen, wo es liegt: in der Schublade», schreibt der Kommentator der «Berner Zeitung».

Die «Luzerner Zeitung» mahnt zu Besonnenheit: «Nur ein pragmatisches Schritt-an-Schritt führt im Europa-Dossier zu Ergebnissen», ist der Kommentator der überzeugt. Und für die «Neue Zürcher Zeitung» besteht «für Schnellschüsse kein Anlass».

Die «Basler Zeitung» schliesslich fordert eine grundsätzliche Diskussion über die EU statt einer Debatte über das Beitrittsgesuch. Sie fragt sich: «Will sich die Schweiz einmischen und mitmachen, oder genügt ihr der Platz im EU-Seitenwagen?»

(bsk/sda)

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