Was tun bei Entführungen?
publiziert: Donnerstag, 12. Apr 2007 / 16:35 Uhr

Rom - Italien wünscht sich klare Verhaltensregeln, an die sich die internationale Gemeinschaft bei Geiselnahmen halten sollte. «Ich denke dabei an eine Debatte in der NATO», sagte der italienische Aussenminister Massimo D'Alema in Rom.

Die Mastrogiacomo-Entführung löste in Italien eine neue Debatte über Verhandlungen mit Entführern aus.
Die Mastrogiacomo-Entführung löste in Italien eine neue Debatte über Verhandlungen mit Entführern aus.
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«Geiselnahmen können überall vorkommen, wo es Friedensmissionen gibt. Natürlich bleiben die Staaten souverän, ich glaube jedoch, dass internationale Richtlinien notwendig sind», sagte D'Alema in einer Ansprache vor dem Parlament.

D'Alema referierte über die Hintergründe der Freilassung des italienischen Journalisten Daniele Mastrogiacomo, der in Afghanistan von den Taliban entführt worden war.

Das Kabinett Prodi ist nach der Ermordung von Mastrogiacomos Übersetzer Adjmal Naqshbandi am vergangenen Sonntag unter Druck geraten.

Erneut in Gefangenschaft geraten

Die Opposition beschuldigt die Regierung, Naqshbandi nach Mastrogiacomos Freilassung seinem Schicksal überlassen zu haben. D'Alema sagte, mit Mastrogiacomo sei auch der Übersetzer freigelassen worden.

Dieser sei jedoch kurz nach der Befreiung wieder in Taliban-Gefangenschaft geraten.

Das italienische Hilfswerk «Emergency» hat unterdessen seine ausländischen Mitarbeiter aus Afghanistan abgezogen. Der Gründer des Hilfswerks, Gino Strada, protestierte damit gegen die Festnahme seines afghanischen Mitarbeiters Rahmatullah Hanefi.

Kein Lebenszeichen von Hanefi

Hanefi, der im Auftrag von «Emergency» Kontakte zu den Taliban für die Freilassung Mastrogiacomos aufgenommen hatte, war vor einem Monat von afghanischen Geheimdienstagenten festgenommen worden.

Seitdem gibt es von ihm kein Lebenszeichen mehr.

Auch Emergency wird von italienischen Oppositionskreisen unter Druck gesetzt. Diese beschuldigen das Hilfswerk im Auftrag der Regierung mit den Taliban verhandelt zu haben.

(rr/sda)

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