Wasser auf dem Mars: «Kolonie denkbar»
publiziert: Samstag, 2. Aug 2008 / 11:59 Uhr / aktualisiert: Samstag, 2. Aug 2008 / 13:34 Uhr

Washington - Der Mars hat immer schon die Fantasie der Menschen beflügelt - sein flackerndes Licht, die rote Farbe, die Möglichkeit von Leben. Zwar waren sich die Wissenschafter seit Jahren sicher, das es auf dem Roten Planeten Wasser und damit die Grundvoraussetzung für Leben gibt.

Astronom William Boynton freut sich.
Astronom William Boynton freut sich.
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Doch darauf, was den Forschern der US-Weltraumbehörde NASA jetzt gelang, hat die Wissenschaft lange gewartet.

«Berührt und geschmeckt» habe man das Wasser, sagt Prof. William Boynton (Universität Arizona) geradezu überschwänglich. Zwar konnte der Roboterarm der Raumsonde «Phoenix» das wertvolle Nass zunächst nur in Form von Eis aus dem Marsboden graben, und Indizien für Leben auf dem Roten Planeten gibt es bislang nicht.

Auftrieb für Marsforschung

Doch der Erfolg dürfte der Marsforschung mächtig Auftrieb geben - auch den Plänen der NASA, in den nächsten 20 Jahren Menschen auf den Nachbarplaneten der Erde zu schicken.

«Die Champagnerkorken haben geknallt», freute sich Boynton. Die historische Entdeckung ist so etwas wie ein Geburtstagsgeschenk für die NASA, die derzeit ihr 50-jähriges Bestehen feiert. Seit langem hat es nicht mehr eine derart gute Nachricht aus dem All gegeben.

«Die Tatsache, dass das Eis bei null Grad Celsius geschmolzen ist, lässt sehr wenig Zweifel, dass es sich um Standard-Wassereis handelt», heisst es bei der NASA. Zudem hätten die Sensoren des Labors «die bekannte chemische Zusammensetzung von zwei Wasserstoffatomen und einem Sauerstoffatom» nachgewiesen.

Arbeit beginn erst

Doch nach dem Fund beginnt erst die eigentliche Arbeit. Denn als Voraussetzung für organisches Leben gilt allein flüssiges Wasser. Nächste Aufgabe der Wissenschaft ist es daher zu prüfen, wie tief der Marsboden gefroren ist, und ob es in tieferen, wärmeren Bodenschichten noch heute flüssiges Wasser gibt.

Die Proben, die jetzt erhitzt und untersucht wurden, stammten aus etwa fünf Zentimetern Tiefe, heisst es. Als nächster Schritt muss die genaue chemische Zusammensetzung der Proben geklärt werden.

«Falls wir Nitrate, Kohlenstoff und Ähnliches nachweisen können, dann wissen wir, dass der Planet sehr viel »lebensfreundlicher« ist», hatte ein Wissenschafter, Prof. Samuel P. Kounaves, bereits vor der «Phoenix»-Landung Ende Mai erklärt.

«Diese Mineralien haben wir bei bisherigen Marsmissionen nicht entdeckt. Aber sie sollten sich dort befinden», hofft Kounaves. Nicht zuletzt dürfte der Wasserfund die ehrgeizigen Ziele von NASA-Chef Michael Griffin erhärten. Es dürfte kaum ein Zufall sein, dass Griffin erst kürzlich die Vorgabe von George W. Bush bestätigte, «bis zum Jahr 2037 Menschen auf den Mars zu bringen».

Wasser würde Mission erleichtern

Die NASA-Ingenieure arbeiten derzeit mit Volldampf an der Weltraumkapsel «Orion», die als Transportmittel für die acht- bis neunmonatige Reise zum Mars dienen soll.

Das Vorhandensein von Wasser oder Eis könnte eine menschliche Marsmission erheblich erleichtern. Denn auf der langen Expedition benötigen die Astronauten erhebliche Mengen an Wasser.

Zwar können die NASA-Experten dies auch aus dem menschlichen Urin herausfiltern. Doch ein Vorkommen auf dem Mars würde als enorme Erleichterung dienen. Sogar eine menschliche Kolonie auf dem Roten Planeten erschiene dann grundsätzlich denkbar - der Mars hat die Fantasie der Menschen immer schon beflügelt.

(von Peer Meinert, dpa/sda)

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