Websuche: Langeweile ist Hauptmotivation
publiziert: Montag, 30. Aug 2010 / 14:36 Uhr
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«Online-Informationssysteme wären besser, wenn sie den Menschen helfen würden, Spass zu haben, anstatt nur die richtigen Antworten zu geben.»
«Online-Informationssysteme wären besser, wenn sie den Menschen helfen würden, Spass zu haben, anstatt nur die richtigen Antworten zu geben.»

Eine grosse Anzahl von Internet-Usern nutzen Suchmaschinen, um der Langeweile zu entfliehen. Leider lässt das Angebot an Informationsplattformen zu wünschen übrig. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der Universität Swansea in Wales und der Universität Erlangen in Deutschland.

1 Meldung im Zusammenhang

Suchmaschinen gibt es, damit Menschen bestimmte Dinge wie Geschäfte, Reiseziele oder eine einfache Auskunft finden. Unter diesem Aspekt werben auch die Anbieter solcher Informationsplattformen und lassen Menschen, die aus Langeweile suchen, links liegen. Wenn Entwickler solcher Maschinen die Unterschiede zwischen denen, die nach Informationen suchen und denen, die sich mit der Suche nur die Zeit vertreiben, verstehen, könnte das neue Wege der Kundengewinnung beinhalten.

«Menschen sind zunehmend mit Internet-verbundenen Technologien konfrontiert und die Zeit, die sie einfach so im Web verbringen, nimmt dadurch zu. Online-Informationssysteme wären besser, wenn sie den Menschen helfen würden, Spass zu haben, anstatt nur die richtigen Antworten zu geben», so Max Wilson, einer der Studienleiter und Wissenschaftler an der Universität Swansea gegenüber pressetext.

Suche nach Bedürfnisbefriedigung

Die Zahl der «Sucher aus Langeweile» wächst, weil die Anzahl Internet-verbundener Geräte steigt. Forscher und Unternehmer sollten auch nach Wegen Ausschau halten, um die Zufallssuchenden mit Material zu versorgen. Laut den Studienergebnissen suchen Menschen aus Langeweile, um eine gewisse Stimmung zu produzieren: Dabei verwenden sie Begriffe wie «interessant», «unterhaltsam», «verwirrend» oder «herausfordernd», um zu beschreiben, was sie suchen. Laut dem Forscher sind das sehr subjektive Beschreibungen. Suchmaschinen sind nicht in der Lage mit dieser Form der Suche umzugehen.

Wissenschaftler haben es verabsäumt, Tools für Menschen zu designen, die nur aus Spass suchen, so die Studie. Bei «Casual Search» geht es um Sensorenstimulation, Interaktion mit anderen sowie um aktive Unterhaltung mit Spielen oder Videos. Das Experiment des Findens steht an erster Stelle, die Information, die die User suchen, ist dabei zweitrangig. Der Erfolg dieser Art der Suche hängt nicht davon ab, ob die Information tatsächlich auch gefunden wird. Denn die Suche ist motiviert durch das Erreichen einer besonderen Stimmung.

(fkl/pte)

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