Weissrusslands Wettlauf mit der Zeit
publiziert: Montag, 5. Mai 2008 / 00:02 Uhr

Bei Schweiz - Frankreich fiel die Vorentscheidung früh. Das Interesse verlagerte sich danach auf den Totomat zum WM-Nebenschauplatz Montreal. Das Playoff-Ausscheiden der Canadiens kommt dem nächsten Schweizer Gegner Weissrussland gelegen.

Die Partie Schweiz - Weissrussland ist für beide Teams das Schlüsselspiel mit Blick Richtung Viertelfinals.
Die Partie Schweiz - Weissrussland ist für beide Teams das Schlüsselspiel mit Blick Richtung Viertelfinals.
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In der zweiten Pause erkundigte sich die Schweizer Delegation schon fast beunruhigt, ob Montreal immer noch 3:1 führe. Das Blatt hatte sich aber bereits zu Gunsten der Philadelphia Flyers gewendet. Das Schweizer Team hätte nichts einzuwenden gehabt, hätte Montreal das Ausscheiden hinausgezögert.

Ralph Krueger hatte bereits entschieden, für Mark Streit in der Vorrunde keinen Platz freizuhalten. Er habe über Insider verfügt, erklärte Krueger später. Tatsächlich sagte Mark Streit noch am Sonntag die WM ab -- wegen muskulärer Rückenprobleme. «Mark Streit bestritt die NHL-Playoffs verletzt. Am Samstag zog er sich noch eine zusätzliche Verletzung zu.» Beim zweiten Telefonat mit Streit erfuhr Krueger die definitive Absage.

Keine Absagen bei Weissrussland

Mit Absagen rechnet Weissrussland nicht. Sie bestritten ihr Startspiel gegen Schweden (5:6) mit nur drei Blöcken und hoffen so schnell wie möglich auf die Stürmer Sergej Kostizyn, Andrej Kostizyn und Michail Grabowski (alle von Montreal).

Am Sonntag stiess bereits Verteidiger Ruslan Salei (Colorado) zu den Weissrussen. Er ist nicht auszuschliessen, dass Weissrussland am Montag (19.00 Uhr Schweizer Zeit) mit drei Montreal-Stürmern gegen die Schweiz antritt. «Die Weissrussen machen, was sie wollen, und wir machen, was wir wollen», kommentierte Krueger.

Krueger befürchtet, dass die weissrussischen Verstärkungen noch rechtzeitig eintreffen; knapp wird es aber auf jeden Fall. Die Weissrussen befinden sich in einem Wettlauf gegen die Zeit. Auch die kanadischen Trainer der Weissrussen, Curt Fraser und Glen Hanlon (beide mit NHL-Erfahrung), kennen die Abläufe, die auf ein Playoff-Ausscheiden einer NHL-Organisation folgen.

Austrittsmusterung

Headcoach Curt Fraser: «Ich hoffe einfach, dass die zwei Kostizyns und Grabowski schon gegen die Schweiz für uns spielen können. Das ist d a s Spiel für uns. Ich verstehe andererseits, dass die Organisationen die Spieler einer Austrittsmusterung unterziehen. Aber immerhin ist das hier eine WM -- und diese drei Spieler wollen unbedingt und so schnell wie möglich zu uns stossen.»

Gegen Schweden kostete eine schwache Torhüterleistung Weissrussland die Sensation. Auch gegen die Schweiz wird wieder der 28-jährige Witali Kowal das Tor hüten. Kowal bestreitet seine erste WM; Andrej Mesin (Metallurg Magnitogorsk), Weissrusslands langjährige Nummer 1, steht diesmal nicht zur Verfügung; er verletzte sich im Lauf der Saison.

Fraser: «Ich bin überzeugt, dass wir gegen die Schweiz den wahren Witali Kowal sehen werden. Er m u s s in diesem Spiel viel besser sein. Aber er kann das auch. In der Vorbereitung hat er die Spiele gegen Deutschland und Lettland für uns gewonnen.»

Schlüsselspiel für beide Teams

Die Partie Schweiz - Weissrussland ist für beide Teams das Schlüsselspiel mit Blick Richtung Viertelfinals. Russland, Tschechien und Schweden werden einen Weg in die Viertelfinals finden; die Schweiz und Weissrussland stellen von den acht Teams in Québec City die ersten Anwärter auf den vierten Platz.

Obwohl die Schweiz gegen Frankreich überzeugend auftrat, trauen Experten aber den Weissrussen eher mehr zu. Bengt-Ake Gustafsson, Kruegers ehemaliger Assistent und jetzt Coach der Schweden, favorisierte ursprünglich die Schweiz. «Aber nach der Leistung der Weissrussen gegen uns muss ich meine Meinung revidieren.» Sean Simpson, der langjährige EVZ- und neue ZSC-Coach, der zuletzt zweimal an der WM im Staff der Weissrussen figurierte, favorisiert ebenfalls Weissrussland, «erst recht wenn Kostizyns und Grabowski mitspielen».

Auch die Schweizer wissen um die Gefährlichkeit des «Team Belarus», das vor zwei Jahren in Riga dem Krueger-Team mit einem 2:1-Sieg die Viertelfinals vermasselte.

Krueger: «Die Weissrussen sollen nur mit den Besten kommen. Sind auch beide Kostizyns und Grabowski gegen uns schon zugegen, sind die Weissrussen in allen Blöcken gleich gut besetzt wie die erste Linie der Franzosen. Ich erwarte ein Wahnsinnsspiel. Die Chancen stehen fifty-fifty. Aber entscheiden wird unsere Teamleistung.»

Gegen Frankreich schlug das Schweizer Team Kurs in die richtige Richtung ein, «aber gewonnen haben wir noch nichts» (Krueger). Geht heute das Spiel gegen Weissrussland verloren, lässt sich womöglich auch nicht mehr viel gewinnen.

(Von Rolf Bichsel/Si)

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