Neun Tage nach dem Concorde-Absturz bei Paris
Weiter keine Start-Erlaubnis für französische Concorde-Maschinen
publiziert: Donnerstag, 3. Aug 2000 / 23:58 Uhr

Paris - Neun Tage nach dem Concorde-Absturz bei Paris erhalten die fünf französischen Concorde-Maschinen weiterhin keine Start-Erlaubnis. Das Amt für Unfallermittlungen (BEA) bestätigte am Donnerstag den Fund von Metallteilen des Fahrwerks.

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Das Startverbot könne gegenwärtig nicht aufgehoben werden, sagte Gilles Ricono, der Kabinettschef von Verkehrsminister Jean-Claude Gayssot vor den Medien. Der Minister hatte angekündigt, er werde auf der Grundlage der Experten-Meinung über eine Wiederaufnahme der Flüge entscheiden, die seit dem Absturz am 25. Juli ausgesetzt sind.

Metallteile gefunden
Auf der Startbahn der abgestürzten Concorde auf dem Flughafen Paris-Charles de Gaulle seien Metallteile vom Fahrwerk des Überschallflugzeugs gefunden worden, gab BEA-Chef Paul-Louis Arslanian bekannt. Es handle sich um Teile eines Metall-Schildes, der die Reifen des Fahrwerks abschirmt.
Ob ein direkter Zusammenhang zwischen dem Fund der Metallteile des Fahrwerks und der Aufrechterhaltung des Startverbots bestand, wurde zunächst nicht mitgeteilt. Der Schutzschild am Fahrwerk soll dazu dienen, die Reifen vor umherfliegenden Teilen von Rollsplitt zu schützen, andererseits aber auch verhindern, dass beim Platzen von Reifen Gummistücke in die Luft fliegen.

Umrüstung britischer Maschinen
Die Tageszeitung «USA Today» hatte in ihrer Donnerstagsausgabe berichtet, ähnliche Metallteile hätten sich 1993 von einer britischen Concorde gelöst und damals einen Treibstofftank Leck geschlagen. Die britischen Concorde-Maschinen seien daraufhin umgerüstet worden.
Der Zeitung zufolge liegen den Ermittlern Hinweise vor, nach denen die französische Fluggesellschaft Air France ihre Maschinen nicht umrüstete.
An dem Experten-Treffen in Paris nahmen der Chef von Air France, die Leiter der französischen Flugaufsicht, der BEA-Chef und der Chef der staatlichen Untersuchungskommission teil. Das erste Treffen hatte am Montag stattgefunden. Anschliessend war das Startverbot ebenfalls in Kraft geblieben. British Airways hatte die Flüge bereits einen Tag nach der Katastrophe wieder aufgenommen.

64 Todesopfer identifiziert
Nach Angaben der Justizbehörden wurden 64 der 113 Todesopfer der Katastrophe identifiziert. Die identifizierten Leichen könnten nun den Angehörigen übergeben werden, teilte das zuständige Gericht von Pontoise bei Paris mit.
Die Überführung der Deutschen erfolge in Zusammenarbeit mit der deutschen Botschaft in Paris, die Kosten für die Überführung und Beisetzung der Toten würden von der Fluggesellschaft Air France getragen. Bis Dienstag waren erst 21 Unglücksopfer identifiziert. Bei dem Absturz der Concorde nördlich von Paris waren 113 Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen 97 Deutsche.

(klei/sda)

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