Weitere Favoritenstürze in der Leichtathletik
publiziert: Dienstag, 24. Aug 2004 / 22:30 Uhr

Im vollbesetzten Olympiastadion setzte sich die Reihe der Favoritenstürze am Dienstag fort. Diesmal betraf es die Stärkste im Hürdensprint, die Kanadierin Felicien. Wenige Stunden zuvor war der Dopingfall des Diskus-Olympiasiegers Fazekas (Un) bekannt geworden.

Williams-Darling gewinnt vor Guevara.
Williams-Darling gewinnt vor Guevara.
Es war ein buchstäblicher Favoritensturz im 100-m-Hürden-Final: Die Kanadierin Perdita Felicien (23), Weltmeisterin 2003 und Hallen-Weltmeisterin 2004, Jahres-Weltbeste und klare Favoritin, knallte mit dem Fuss voll in die erste Hürde, strauchelte und fiel in die zweite Hürde hinein.

Dabei riss sie die Russin Irin Schewtschenko mit. Der Vorfall erinnerte an den Hürdensprint-Final der Frauen von 1992 in Barcelona, wo die Führende Gail Devers (USA) an der neunten Hürde strauchelte und den Sieg vergab. Dieses Hürdengold peilte Devers auch in Athen an, war aber schon in den Vorläufen verletzt ausgeschieden.

Olympiasiegerin zu ihrer eigenen Verwunderung und umso grösseren Freude wurde Joanna Hayes (USA). Sie produzierte bei leichtem Schiebewind mit 12,37 immerhin eine neue Jahres-Weltbestzeit (zuvor Felicien 12,46).

Hayes war mit einer Bestzeit von 12,46 als Nummer 2 des Jahres hinter Felicien (12,46) nach Athen gekommen, hatte bei "Weltklasse Zürich" als Fünfte aber eine saftige Niederlage hinnehmen müssen. Silber holte Olena Krasowska (Ukr, 12,45), Bronze Melissa Morrison (USA, 12,56).

Darling rang Guevara nieder

Im 400-m-Final der Frauen hatte sich ein spezielles Duell angekündigt: Der neue Stern, Tonique Williams-Darling, Jahres-Weltbeste von den Bahamas, gegen Weltmeisterin Ana Guevara aus Mexiko. Anfang Saison in Rom hatte Darling, wie sie sich nennt, die Serie Guevaras von 28 Siegen beendet.

Guevara war allerdings wegen Problemen mit der linken Achillessehne einen Trainingsrückstand. In Zürich Anfang August hatte sie diesen noch nicht wettgemacht und musste Darling den Vortritt lassen.

Nun liefen die beiden nebeneinander - und Darling behielt in einem spannenden Endkampf knapp, aber sicher, die Oberhand. Die Zeiten lauteten 49,41 (26/100 über ihrer Bestzeit) für Darling und 49,56 für Guevara. Dritte wurde die Russin Natalja Antjuch in 49,89.

(rr/Si)

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