Weitere Proteste trotz Warnung der Militärjunta
publiziert: Dienstag, 25. Sep 2007 / 16:50 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 27. Sep 2007 / 10:31 Uhr

Rangun - Begleitet von massiven Warnungen des Militärregimes haben in Birma rund 100'000 Menschen ihre Proteste gegen die Führung des Landes fortgesetzt.

Die Militärregierung hatte ihre Kräfte in der Hauptstadt Rangun verstärkt.
Die Militärregierung hatte ihre Kräfte in der Hauptstadt Rangun verstärkt.
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Wie Augenzeugen berichteten, zogen allein in Rangun rund 30'000 buddhistische Mönche und 70'000 einfache Bürger durch die Stadt. In Sprechchören riefen die klatschenden Menschen nach Demokratie.

Nach dem Ende der Demonstration in Rangun bezogen Soldaten und mit Gewehren bewaffnete Bereitschaftspolizisten rund um die Sule-Pagode im Stadtzentrum Position. Dort hatten vor fast 20 Jahren die heftigsten Kämpfe zwischen Sicherheitskräften und demonstrierenden Studenten getobt.

Vor der Demonstration wurde per Lautsprecherdurchsage vor der Teilnahme an Protesten gewarnt und mit Repressalien gedroht. Religionsminister General Thura Myint Maung forderte leitende Mönche auf, ihre jungen Glaubensbrüder zur Vernunft zu bringen. Anderenfalls müssten die Klostervorsteher mit Konsequenzen rechnen.

Am Abend wurde über Rangun und Mandalay ein nächtliches Ausgehverbot von 21 Uhr bis 5 Uhr verhängt. Laut Augenzeugen wurde die Anordnung über Lautsprecher bekanntgegeben.

Korrekter Umgang versprochen

Die Führung in Rangun sagte dem britischen Botschafter Mark Canning zufolge ein «korrektes Verhalten» gegen die andauernden Demonstrationen buddhistischer Mönche zu. «Beide versicherten mir, dass damit auf eine 'korrekte Weise' umgegangen werde, was immer dies bedeutet», sagte der diplomatische Vertreter der ehemaligen Kolonialmacht telefonisch gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Die seit Jahren unter Hausarrest stehende Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi ist nach Angaben einer gut unterrichteten Quelle bereits am Sonntag in ein Gefängnis gebracht worden. Die Friedensnobelpreisträgerin hatte am Samstag vor ihrer Villa mit demonstrierenden Mönchen gesprochen. Seitdem riegelten Sicherheitskräfte das Anwesen hermetisch ab.

Ban mahnt zu Gewaltfreiheit in Birma

Zum Auftakt der 62. UNO-Vollversammlung hat UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon eindringlich an die Junta in Birma appelliert, die Proteste im Land nicht mit Gewalt zu beantworten.

Die Verantwortlichen müssten grösste Zurückhaltung üben und ohne jeden Aufschub den nationalen Versöhnungsprozess mit allen relevanten Seiten aufnehmen, erklärte Ban vor den Staats- und Regierungschefs der 192 UNO-Mitgliedländer. Er werde sehr bald einen Sonderbeauftragten nach Birma entsenden.

Weiter forderte Ban eine nachhaltige Stärkung der UNO. Das Motto müsse sein: «Stärkere Vereinte Nationen für eine bessere Welt.» Die Weltorganisation müsse schneller und flexibler werden und bei Krisen auch schon vorsorglich eingreifen.

Bush kündigt neue Sanktionen an

US-Präsident George W. Bush hatte in seiner Rede vor der Vollversammlung neue Sanktionen gegen die Militärjunta in Birma angekündigt. Mit diesen Massnahmen solle die Protestbewegung in Birma unterstützt werden. Ausserdem solle der Druck auf die Herrschenden verstärkt werden, sagte Bush. Er forderte andere Länder auf, sich den Massnahmen der USA anzuschliessen.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte zuvor mit einer Verschärfung der Sanktionen gegen die Militärherrscher in Birma gedroht.

«Die Regierung ist aufgefordert, die friedlichen Demonstranten entsprechend der Menschenrechte zu behandeln», sagte sie am Rande der UNO-Vollversammlung. Die Zustände in Birma seien «dramatisch».

Auch die Schweiz richtete einen Aufruf an die Behörden Birmas, den Weg des Dialogs einzuschlagen. Dies sagte Carine Carey, Sprecherin des Eidg. Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), in Bern auf Anfrage.

(smw/sda)

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