Möglicherweise Leck im AKW Tsuruga
Weiterer AKW-Störfall in Japan vermutet
publiziert: Montag, 2. Mai 2011 / 15:55 Uhr
Behörden vermuten Probleme beim AKW Tsuruga.
Behörden vermuten Probleme beim AKW Tsuruga.

Tokio - Nach der Havarie des Atomkraftwerks Fukushima 1 an der Ostküste Japans ist jetzt ein weit entfernter Atommeiler an der Westküste in Schwierigkeiten. Das Kraftwerk Tsuruga 2 soll heruntergefahren werden.

5 Meldungen im Zusammenhang
Die Behörden der Präfektur Fukui vermuten einen radioaktiven Störfall im Reaktor Zwei von Tsuruga, wie die Nachrichtenagentur Kyodo am Montag berichtete. Betroffen sind demnach die Brennstäbe.

Bereits vor dem Erdbeben der Stärke 9,0 und dem Tsunami am 11. März gab es aus der Region Berichte über Probleme mit Atommeilern. In der Präfektur sind insgesamt 13 Atomkraftwerke in Betrieb. Alle stehen entlang der Westküste.

Tsuruga an der Westküste ist von Fukushima, in deren Nähe das havarierte Atomkraftwerk Fukushima 1 liegt, rund 360 Kilometer Luftlinie entfernt.

Früherer Unfall vertuscht

In der Nähe von Tsuruga betreibt die Firma Japan Atomic Power Co. zwei Atomkraftwerke, die «Tsuruga Power Station Units» 1 und 2. Das betroffene Kraftwerk Nummer Zwei soll nun heruntergefahren werden, um den Fall zu untersuchen. Die Betreibergesellschaft will in der Gegend zwei weitere Atomkraftwerke bauen.

Die Hinweise auf ein Problem mit den Brennstäben stammen aus dem Anstieg bestimmter Substanzen im Kühlwasser des Meilers. Ein Leck habe es nicht gegeben, erklärte Japan Atomic Power Co., sprach aber von technischen Problemen. 1981 waren aus Tsuruga 1 radioaktive Substanzen entwichen, was der Betreiber damals verschleiert hatte.

Der Betreiber des weitgehend zerstörten AKW Fukushima 1, Tepco, kündigte unterdessen den Bau eines Deichs an, um den Reaktor vor Tsunamis grossen Ausmasses zu schützen. Wie örtliche Medien berichteten, soll der Deich bis Mitte Juni fertiggestellt werden.

Filter gegen Strahlung

Tepco-Sprecher Takashi Kurita kündigte an, derzeit werde die Installierung eines Luftreinigungsfilters in Reaktor 1 vorbereitet. Dieser solle die Radioaktivität in den kommenden Tagen um 95 Prozent reduzieren.

Der Sprecher der japanischen Regierung, Yukio Edano, erklärte am Montag, Tepco sei unbegrenzt schadenersatzpflichtig. Das Erdbeben und der Tsunami seien vorhersehbar gewesen, daher sei nach dem Gesetz eines Ausnahmeregelung nicht möglich.

Das japanische Parlament gab einem Sonderbudget von 4 Billionen Yen (42,6 Milliarden Franken) grünes Licht. Mit den Geldern sollen erste Wiederaufbaumassnahmen finanziert werden.

(dyn/sda)

Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von 2 Leserinnen und Lesern kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Tokio - Der politische Druck wurde ... mehr lesen
Kernkraftwerk Tsuruga an der Westküste in Japan.
Die Atomanlage Fukushima ist stark beschädigt.
Tokio - Im Meerwasser nahe des ... mehr lesen
Tokio - Knapp acht Wochen nach Beginn der Atomkatastrophe im japanischen Atomkraftwerk Fukushima haben die Vorarbeiten für die Reparatur der Kühlsysteme begonnen. An den Turbinengebäuden werden spezielle Zelte errichtet, um Arbeitern den Zugang zu ermöglichen. mehr lesen 
Tokio - An der Atomruine von Fukushima ist eine weitere Arbeiterin stärker als zulässig ... mehr lesen
Erneut wurde bei einer Arbeiterin von der AKW-Ruine Fukushima eine zu hohe Strahlendosis festgestellt.
Wiederaufbau nach der Katastrophe.
Tokio/Berlin - Japans Unterhaus hat ... mehr lesen
.. und alle profitierten von den AKWs
Ich würde sogar behaupten, man werde weiterhin davon profitieren, aber wie alle solchen Zwischenfälle wird es noch 1-2 Jahre gehen, dann wird man schauen, was die Alternativen sind, ernüchtert feststellen, dass die Alternativen nicht so toll sind. Und dann langsam wieder hinter die Planung des nächsten AKW gehen. Und warum? Weil die Umweltverbände es hinkriegen werden, dass jede interessante alternative Energiequelle aus irgendwelchen Gründen (Landschaftsschutz, CO2-Ausstoss) einfach auch geblockt wird. Tragisch aber ist einfach so.
Das Mauscheln geht weiter...
Man müsste glauben, dass ein solcher Verdacht aufschrecken müsste und eine Regierung dazu veranlassen sollte, sofort, unmissverständlich, Fakten zu liefern und Klarheit zu schaffen.

Stattdessen hört man solche Dubiosen Verdachtsmomente und fragt sich was da denn tatsächlich vorgeht.
So wie es immer war in den letzten 20 Jahren, bzw. wurden solche Vorfälle nicht mal mehr in den Medien abgehandelt.
Man ignorierte solches lieber um sich im billigen "sicheren" Atomstrom zu suhlen.

Jetzt wird man wieder ein paar Jahre solche Meldungen lesen könne, ohne sichtbare Konsequenzen, da die AKW Betreiber überall gleich wieder den Castordeckel draufhauen werden um ja keinen Staub aufzuwirbeln.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Die örtliche Verwaltung in der Region kämpft mit grossen ...
Mehr als 100'000 Überlebende in Notunterkünften  Kumamoto - Nach der Erdbebenserie in Japan mit mindestens 42 Toten herrscht in den Notaufnahmelagern weiter Mangel an Lebensmitteln. Am Montag harrten noch immer mehr als 100'000 Überlebende in Notunterkünften aus, wie örtliche Medien berichteten. mehr lesen 
Mehr als 40 Tote  Kumamoto - Nach heftigen Erdbeben ... mehr lesen
Chinas Aktivitäten sollen besser beobachtet werden.
Inselstreit im Ostchinesischen Meer  Tokio - Japans Militär hat in der Nähe umstrittener Inseln im Ostchinesischen Meer eine Radarstation in Betrieb genommen. Eine auf der japanischen Insel Yonaguni stationierte ... mehr lesen  
Tsunami-Katastrophe jährt sich  Fukushima - Mit einer Schweigeminute ... mehr lesen
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich 17°C 31°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig gewitterhaft
Basel 20°C 33°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 19°C 28°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter vereinzelte Gewitter
Bern 17°C 31°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig vereinzelte Gewitter
Luzern 18°C 30°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter vereinzelte Gewitter
Genf 19°C 32°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig gewitterhaft
Lugano 20°C 31°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter gewitterhaft
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten