Weiterer tödlicher Fehler im Berner Inselspital?
publiziert: Freitag, 14. Mai 2004 / 18:33 Uhr / aktualisiert: Freitag, 14. Mai 2004 / 19:27 Uhr

Bern - Am Berner Inselspital ist eine weitere mögliche Fehlmanipulation bekannt geworden, die im Oktober 03 zum Tod eines Herzpatienten geführt haben könnte. Gegen den verantwortlichen Chirurgen wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.

Das Inselspital in Bern.
Das Inselspital in Bern.
Der Patient sei Ende September notfallmässig aus einem anderen Spital ins Inselspital eingeliefert und mit einem externen Kunstherzen am Leben erhalten worden. Dies sagte Professor Andreas Tobler, ärztlicher Direktor des Inselspitals, zu einem Bericht der Tageszeitung Der Bund.

Nach einer Herzimplantation habe das neue Herz seine Funktion nicht wie erwartet aufgenommen. Der Mann habe sich in einer akut lebensbedrohlichen Situation befunden. Nach Absprache mit den Angehörigen habe man sich entschlossen, eine Transplantation mit einem anderen Herzen anzustreben.

Zur Überbrückung sei der Patient wieder an das externe Kunstherz angeschlossen worden, sein Zustand habe sich verbessert. Nach rund zwei Wochen sei aber unvermittelt ein Leck am Pumpensystem aufgetreten, das zum Verbluten des Patienten geführt habe.

Laut Aussagen eines Spitalverantwortlichen im Bund-Bericht war bei einer Kanüle des verwendeten Kunstherzens möglicherweise der falsche Ring aufgeschraubt worden. Eine Fehlmanipulation könne als Todesursache nicht ausgeschlossen werden, dies sei Gegenstand der laufenden Untersuchung, sagte Tobler dazu.

Im Inselspital war bereits im März dieses Jahres ein 58-jähriger Herzpatient wegen falsch angeschlossener Schläuche gestorben. Damals hatten die Inselverantwortlichen die Wichtigkeit transparenter Information bei solchen Vorfällen betont.

Die beiden Fälle könnten nicht miteinander verglichen werden, begründetet Tobler die Tatsache, dass im Fall des 22-Jährigen nicht aktiv informiert worden sei.

Im Oktober habe man sich anders als im März von Anfang an in einer äussert schwierigen Situation befunden und habe versucht, das Unmögliche möglich zu machen. Die Untersuchungsbehörden seien aber sofort informiert worden.

(bert/sda)

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