Rebellen verlieren Viertel in Damaskus
Weiteres syrisches Führungsmitglied tot
publiziert: Freitag, 20. Jul 2012 / 12:37 Uhr
Die Syrischen Beobachtungsstelle meldet heftige Kämpfe in Damaskus. (Symbolbild)
Die Syrischen Beobachtungsstelle meldet heftige Kämpfe in Damaskus. (Symbolbild)

Damaskus/Istanbul - Der Anschlag in Damaskus vom Mittwoch fordert einen weiteren Toten. Der von der Bombe verletzte Leiter der syrischen Behörde für Nationale Sicherheit, Hischam Ichtiar, ist am Freitag seinen schweren Verletzungen erlegen.

8 Meldungen im Zusammenhang
Dies berichtete das Staatsfernsehen. Bei dem Anschlag auf den Krisenstab im Gebäude der Nationalen Sicherheit waren am Mittwoch Verteidigungsminister Daud Radschha, sein Stellvertreter Assef Schaukat und der Leiter des Krisenstabs Hassan Turkmani getötet worden. Innenminister Ibrahim al-Schaar wurde ebenfalls verletzt.

Ichtiar war als Leiter der Behörde für Nationale Sicherheit eine Schlüsselfigur beim Vorgehen gegen die Opposition. Der 71-Jährige stand seit Mai 2011 auf der Sanktionsliste der EU. Die oppositionelle Freie Syrische Armee bekannte sich zu dem Anschlag am Mittwoch.

Am Freitag sollte in Damaskus das Staatsbegräbnis für die Opfer des Anschlags abgehalten werden. Laut einem Vertreter der Sicherheitskräfte sollten die Leichen anschliessend zur Beisetzung in ihre jeweilige Heimatregion gebracht werden.

Unklar war, ob Staatspräsident Baschar al-Assad an den Trauerfeierlichkeiten teilnehmen werde. Seine Mutter Anissa und seine Schwester Buschra, Witwe des am Mittwoch getöteten Vize-Verteidigungsministers Schaukat, reisten für seine Beisetzung an die Küste nach Tartus.

Regierungstruppen erobern Viertel in Damaskus zurück

Derweil brachten syrische Regierungstruppen laut einem Bericht des staatlichen Fernsehens ein aufständisches Viertel im Zentrum der Hauptstadt Damaskus wieder vollständig unter ihre Kontrolle.

Die Opposition bestätigte die Angaben. Laut der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte gingen Truppen des Regimes von Präsident Baschar al-Assad mit sieben Panzern und zwei Truppentransportern gegen das von Aufständischen gehaltene Viertel vor.

Die Beobachtungsstelle meldete zudem heftige Kämpfe aus den Vierteln Kafar Susse und Hadschar al-Aswad im Südwesten und Süden der Hauptstadt. Auch das im Osten von Damaskus gelegene Viertel Kabun sei erstmals mit 15 Panzern und Truppentransportern angegriffen worden.

Kämpfe auch an der Grenze

Nachdem Rebellen in der Nacht den Übergang Bab al-Hawa an der Grenze zur Türkei überrannt hatten, sei es dort zu heftigen Gefechten mit Regierungstruppen gekommen, berichten Aktivisten.

Die Regierungstruppen versuchten auch im Umland von Aleppo, die Revolutionäre zurückzudrängen. Der Irak schickte derweil Truppen an den von Rebellen besetzten Grenzübergang bei Bukamal. Das meldete die Nachrichtenagentur Sumeria News.

Die Kämpfe fordern momentan so viele Opfer wie noch nie seit Beginn des Aufstandes in Syrien: Die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter meldete, am Donnerstag seien landesweit mehr als 280 Menschen getötet worden.

Unter den Toten seien 179 Zivilisten und mindestens 98 Soldaten. Am Freitagmorgen zählte die Organisation, die ihren Sitz in London hat, bereits elf Tote, darunter drei bewaffnete Regimegegner.

Nach Angaben von Aktivisten gingen die Kampfhandlungen in der Hauptstadt Damaskus weiter. Hier seien am Morgen mehrere Explosionen zu hören gewesen, hiess es.

(bert/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Doha - Die Arabische Liga hat Syriens Präsident Baschar al-Assad aufgefordert, sich ... mehr lesen
Baschar al-Assad wird von allen Seiten aufgefordert zurückzutreten.
Die aus Deserteuren zusammengesetzte Freie Syrische Armee konnte Aktivisten zufolge die Kontrolle über Aleppos Stadtteil Salaheddin gewinnen.
Damaskus - Die syrische Armee hat nach Angaben von Aktivisten am Sonntagmorgen neue Angriffe gegen Rebellen in mehreren Stadtteilen der Hauptstadt Damaskus und der ... mehr lesen
Washington - Angesichts der anhaltenden Gewalt in Syrien hat das ... mehr lesen
Plenarsaal des US-Repräsentantenhauses.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Die Freie Syrische Armee hält fortan die Grenzposten in Schach.
Damaskus - Die syrischen Rebellen kontrollieren offenbar die Grenze zum Irak. Auch ein Übergang zur Türkei soll sich in ihrer Hand befinden. mehr lesen
New York - Trotz zunehmender Gewalt findet die Weltgemeinschaft keine Antwort auf ... mehr lesen
Die beiden Länder stemmen sich weiter gegen eine Resolution. (Archivbild)
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Übung mit 500 Helfern  Mit einem simulierten Attentat im Stade de France ist am Dienstag ein Worst-Case-Szenario für die EM in Frankreich durchgespielt worden. mehr lesen 
Keine unabhängigen Informationen  Beirut - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Offensive im Norden Syriens am Dienstag fortgesetzt. ... mehr lesen   1
Idlib wurde mindestens sieben Mal aus der Luft angegriffen.
Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck nahm an der Gedenkfeier teil.
Erster Weltkrieg  Hamburg - Zum 100. Jahrestag der Skagerrak-Schlacht haben Deutschland und Grossbritannien am Dienstag gemeinsam der tausenden Toten des grössten Seegefechts der Geschichte ... mehr lesen  
NATO-Generalsekretär hält Rede in Warschau  Warschau - NATO-Generalsekretär Stoltenberg sieht das Bündnis wenige Wochen vor dem Warschauer Gipfel vor grossen Herausforderungen. Einen neuen ... mehr lesen   1
Die NATO sei weiterhin an einem Dialog mit Russland interessiert.
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 6°C 20°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Basel 8°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
St. Gallen 10°C 19°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Bern 4°C 20°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig freundlich
Luzern 7°C 20°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Genf 6°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Lugano 10°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten