Käfigeier in verarbeiteten Produkten
Welt-Ei-Tag: «Vier Pfoten» warnt vor versteckten Käfigeiern
publiziert: Donnerstag, 8. Okt 2015 / 16:00 Uhr / aktualisiert: Freitag, 9. Okt 2015 / 10:49 Uhr
Trauriger Alltag tausender Legehennen.
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Zürich - Heute ist Welt-Ei-Tag. Der Aktionstag wurde von den Eierproduzenten ins Leben gerufen, um den Eierkonsum anzukurbeln. Grund für «Vier Pfoten», an die Problematik rund um die Eiproduktion zu erinnern. Die Haltungsbedingungen sind noch immer sehr problematisch. Viele Hennen leben weiterhin in Käfigen. Die Konsumenten wissen davon oft nichts, weil Käfigeier in verarbeiteten Produkten nicht ausreichend gekennzeichnet sind.

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2014 wurden in der Schweiz rund 1473 Millionen Eier verbraucht, das sind im Schnitt jährlich 177.5 Eier pro Kopf. Davon konnten 56.8 Prozent über die heimische Produktion abgedeckt werden. Der Rest der verwendeten Eier wurde importiert. Zum Teil handelte es sich dabei um Eier aus tierquälerischer Käfighaltung. Die Käfighaltung ist in der Schweiz bereits seit 1992 verboten. Besonders über Importe landen aber nach wie vor Käfigeier in verarbeiteter Form auf unseren Tellern. «Der Grossteil von ausländischen Eiern wird aus der Europäischen Union importiert und kann daher von Hennen aus ausgestalteten Käfigen stammen» erklärt Julie Stillhart, Länderchefin von «Vier Pfoten» Schweiz. Es handelt sich dabei um Käfige, welche den Mindestanforderungen zwar entsprechen, den Hennen das Ausleben der natürlichen Verhaltensweisen jedoch dennoch nicht ermöglichen. «Hennen haben in ausgestalteten Käfigen etwas mehr als 750 Quadratzentimeter als Lebensraum zur Verfügung. Das entspricht gerade mal der Grösse eines A4-Blatts», so Stillhart weiter.

Käfigeier lauern überall

Die Käfigeier landen in verarbeiteten Produkten wie Nudeln, Keksen und Saucen. Auch in der Gastronomie ist die Verwendung von Käfigeiern weit verbreitet. «Hier wird Tierleid am Konsumenten vorbeigeschwindelt», so Stillhart. Mit einer verpflichtenden Kennzeichnung für Eibestandteile in verarbeiteten Produkten könnte gemäss der internationalen Tierschutzorganisation gewährleistet werden, dass Konsumenten die Wahl haben und sich für Eier aus tierfreundlicher Haltung entscheiden können. Die bedenklichen Käfige sind jedoch nicht das einzige Tierschutzproblem, welches bei der Eierproduktion auftritt.

Männliche Küken sind unrentabel

Ein unbeliebtes Thema in der Eierbranche sind die männlichen Küken. Da Legehennen einzig auf die Legeleistung optimiert wurden, setzen die männlichen Tiere bei der Mast zu wenig Fleisch an, um ökonomisch rentabel zu sein. Aus diesem Grund werden sie meist direkt nach dem Schlupf aussortiert und getötet. In der Schweiz waren das 2014 etwa 2.9 Millionen männliche Küken. Dass es auch anders geht, zeigt die Biobranche in Österreich. Im Mai 2015 einigten sich die zwei Brütereien Österreichs, der Biodachverband und der Lebensmitteleinzelhandel darauf, dass für die Produktion der Bio-Eier in Zukunft keine männlichen Eintagsküken mehr getötet werden. Wegbereitend für diese Branchenlösung war auch das Projekt «Haushuhn und Gockelhahn» von «Vier Pfoten» in Kooperation mit «Ja!Natürlich». Die Schweiz und andere Länder sind nun gefordert, dem Beispiel Österreichs in diesem Belangen zu folgen.

Konsumenten, die sich bewusst für Eier aus tierfreundlicher Haltung entscheiden möchten empfiehlt «Vier Pfoten», Bioeier (Stempel mit der Ziffer 0) zu kaufen. Bei verarbeiteten Produkten sollte darauf geachtet werden, woher die Eier stammen. Die Tierschutzorganisation rät ausserdem, möglichst oft auf eifreie Alternativen zu setzen. Eier als Bindemittel sind häufig ganz einfach durch Bananen und Backpulver zu ersetzen.

(anM/Vier Pfoten)

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