'Welt in Angst'
publiziert: Montag, 31. Jan 2005 / 20:41 Uhr

Washington - Mit "Welt in Angst" betritt "Jurassic Park"-Autor Michael Crichton Neuland: Im Mittelpunkt seines neuen Romans steht diesmal krimineller und politischer Missbrauch der Wissenschaft.

Michael Crichton kritisiert in seinem neuesten Werk Umweltschutz-Fanatismus.
Michael Crichton kritisiert in seinem neuesten Werk Umweltschutz-Fanatismus.
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Homepage von Michael Critchton. (englischer Inhalt)
www.crichton-official.com/fear/index.html

Der Bestseller-Autor hat schon immer mit grossem Geschick Wissenschaft, Politik und Verbrechen zu Hollywood-reifen Thrillern zusammen gesponnen. 100 Millionen weltweit verkaufter Bücher und zahlreiche Filme zeugen von seinem Erfolg.

Nun bricht Crichton ein modernes Tabu und prangert seiner Meinung nach hysterische Umweltschützer und als alarmistisch empfundene Berichte über eine bevorstehende Klima-Katastrophe an.

Klimaerwärmung als Erfindung?

Erstmals bekennt sich der 62-Jährige zu einer persönlichen "Botschaft". Verkürzt heisst sie: Die angeblich im Namen der Umwelt sprechen, sind keineswegs Idealisten und die "Guten".

Mit der Unterstützung einer langen Liste von Sekundärliteratur im Anhang postuliert er, es gebe keinen wissenschaftlichen Beweis für eine bedrohliche, von Menschen verursachte Erwärmung der Erdatmosphäre, für ein Abschmelzen der Polarkuppen oder andere "wissenschaftlich belegte" Öko-Horrorszenarien.

Tsunami als Terrorakt?

Die spannende, 600 Seiten lange fiktive Story über eine Verschwörung von Umweltschutzorganisationen und Öko-Terroristen beinhaltet wie oft bei Crichton exotische Schauplätze, schöne Frauen und heimtückische Morde.

Die Helden, ein Rechtsanwalt und die Assistentin eines Milliardärs kämpfen gemeinsam mit CIA-Experten gegen Terroristen, die im Auftrag ominöser Umweltschutzorganisationen mit moderner Technologie Umweltkatastrophen auslösen wollen - bis hin zu einer gigantischen Tsunami-Welle, die Kalifornien treffen soll. So soll die "Sensibilität" der Öffentlichkeit für die Klimagefahren erhöht werden - und weitere Millionen für die Verbände fliessen.

US-Präsident George W. Bush dürfte seine Freude am Buch des ehemaligen Arztes haben. Der gründlich recherchierte, aber höchst umstrittene Thriller liefert so ganz nebenbei Argumente, warum die USA das Kyoto-Umweltschutzabkommen nach Ansicht Crichtons zu recht abgelehnt haben. Und Crichton wendet sich mit seinem Thriller auch gegen vorwiegend europäische Bemühungen um mehr Umweltschutz.

Umweltschützer befördern Welthunger?

Crichton geht davon aus, dass jedem Kritiker der Ökologie-Bewegung unterstellt wird, bezahlter Handlanger von Industrie-Interessen zu sein.

Deshalb ist der Thriller durchsetzt mit Verweisen auf Analysen internationaler Organisationen und Institute, mit Zitaten renommierter Wissenschaftler und vielen Schaubildern.

Der Autor will belegen, dass auch in der Wirklichkeit eine Allianz von Juristen, Politikern, Medien und professionellen Umweltschützern die Angst der Menschen bewusst schüre.

Das Bedrohliche daran sei vor allem, dass die Beseitigung der tatsächlichen Probleme - wie das der Armut in der Dritten Welt - von Umweltschützern eher behindert werde, meint der Autor.

Notiz: Michael Crichton, "Welt in Angst", Blessing Karl Verlag München 2005, 580 Seiten, Fr. 43.70.

(bsk/dpa)

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