Weltbank: 1,4 Milliarden Arme auf der Welt
publiziert: Mittwoch, 27. Aug 2008 / 09:14 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 27. Aug 2008 / 15:32 Uhr

Washington - Trotz Erfolgen im Kampf gegen die globale Armut schätzt die Weltbank die Zahl der Armen rund um den Erdball auf 1,4 Milliarden. Dies entspricht einem Viertel der Weltbevölkerung.

Die Weltbank in Washington.
Die Weltbank in Washington.
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Allerdings sei durch neue Daten über die Preisentwicklung die Armutsgrenze angehoben worden, heisst es in einer am Dienstag veröffentlichten Studie der Entwicklungshilfeorganisation. Danach gilt als arm, wer im Durchschnitt von weniger als 1,25 Dollar am Tag leben muss. Bisher war es ein Dollar.

«Die Entwicklungsländer sind ärmer als wir bislang angenommen haben», heisst es in der Untersuchung. Dennoch komme der Kampf gegen die weltweite Armut voran. Die Zahl der Menschen, die von weniger als 1,25 Dollar am Tag leben müssen, haben sich zwischen 1981 und 2005 um 500 Millionen verringert.

Setze sich diese Entwicklung fort, kann eines der wichtigsten der sogenannten Millenniums-Ziele verwirklicht werden, nachdem die Armutsrate des Jahres 1990 bis 2015 halbiert werden soll.

Fortschritte ungleich verteilt

Die Fortschritte seien weltweit jedoch sehr ungleich verteilt. Die grössten Erfolge habe es in Asien gegeben. Dort hätten 1981 noch 80 Prozent der Bevölkerung mit weniger als 1,25 Dollar am Tag auskommen müssen. 2005 seien es nur noch 18 Prozent gewesen.

Alleine in China hätten 600 Millionen Menschen den Sprung über die Armutsschwelle geschafft. Dagegen lebte in Afrika südlich der Sahara weiterhin etwa die Hälfte der Bevölkerung in extremer Armut.

Für die Untersuchungen werteten Experten der Weltbank 657 Studien aus 116 armen Staaten aus, in denen rund 96 Prozent der Bevölkerung aus Entwicklungsländern leben.

In den Augen europäischer Entwicklungshilfe-Organisationen macht der Kampf gegen den globalen Hunger hingegen keine spürbaren Fortschritte. «850 Millionen Menschen wissen nicht, was sie am nächsten Tag essen sollen», sagte der Generalsekretär der Deutschen Welthungerhilfe, Hans-Joachim Preuss, in Brüssel.

(dl/sda)

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